Die häufigsten Gründe auf einen Blick
Meist passt eine von wenigen Stellschrauben nicht. Die Tabelle hilft beim Einordnen.
| Was du beobachtest | Wahrscheinliche Ursache | Was du änderst |
|---|---|---|
| Direkt nach dem Eincremen gut, eine Stunde später wieder spannend | Feuchthaltemittel ohne ausreichenden Schutzfilm, oder die Creme wurde schon wieder abgewaschen | Nach dem Waschen eine fett- oder wachshaltige Pflege auftragen, die einen Film bildet |
| Hände sind nach der Arbeit rauer als morgens | Viel Wasser, Seife, Desinfektionsmittel oder Reinigungsmittel über den Tag | Nach jedem Waschen eine kleine Menge nachcremen, bei Nassarbeit Handschuhe |
| Die Tube reicht ewig, die Hände bleiben trocken | Zu kleine Menge, zu selten | Mehr nehmen, vor allem abends; Handrücken und Fingerzwischenräume nicht vergessen |
| Es brennt oder sticht beim Auftragen | Kleine Einrisse; manche Inhaltsstoffe werden auf rissiger Haut als unangenehm empfunden | Zu einer Pflege mit wenigen Inhaltsstoffen wechseln; bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären |
| Nur im Winter schlimm | Kälte draußen, trockene Heizungsluft drinnen | Draußen Handschuhe, abends eine reichhaltigere Pflege |
| Nur an Fingerkuppen, Knöcheln oder Nagelhaut | Stellen mit besonderer Belastung | Gezielt diese Stellen pflegen (siehe Links unten) |
Feuchtigkeit braucht einen Film
Pflegende Cremes arbeiten mit zwei Prinzipien. Feuchthaltemittel wie Glycerin, Urea oder Aloe binden Wasser in der Hornschicht. Okklusiva wie Wachse, Butter und Öle legen einen Film auf, der die Verdunstung bremst. Eine Übersichtsarbeit beschreibt Feuchthaltemittel als zweischneidig: Sie ziehen Wasser aus tieferen Hautschichten in die Oberhaut, wo es leicht an die Umgebung verloren geht, und nur bei feuchter Luft zusätzlich aus der Umgebung (Sethi et al. 2016). Fehlt ein Film darüber, kann sich die Haut kurz nach dem Eincremen wieder trocken anfühlen.
Daraus ist der Mythos „Glycerin trocknet die Haut aus“ entstanden. Das stimmt so nicht. Glycerin verbessert laut einer Übersichtsarbeit die Feuchtigkeit der Hornschicht und die Barrierefunktion, gerade bei Kälte und trockener Luft (Fluhr et al. 2008). Es wirkt nur am besten zusammen mit einem Film, der das gebundene Wasser hält. Mehr zu den drei Wirkprinzipien: Feuchthaltemittel, Okklusiva, Emollienzien.
Eine wasserfreie Pflege wie die Feste Handcreme – Bienenwachs besteht laut INCI aus Bienenwachs, Oliven- und Sonnenblumenöl sowie Johanniskraut- und Aloe-Extrakt. Sie bringt selbst kein Wasser mit, sondern legt den Film auf. Wenn du Feuchte und Film kombinieren willst, kannst du zuerst ein wasserhaltiges Produkt wie das Aloe Vera Serum 99,6% auftragen und darüber die feste Creme. Wie das geht, steht unter Aloe-Vera-Serum mit Öl oder fester Creme kombinieren.
Zu wenig, zu selten, zum falschen Zeitpunkt
Wie gut eine Pflege wirkt, hängt wie bei jedem Wirkstoff von der Menge ab, und genau daran hapert es im Alltag oft (Lodén 2003). Einen Anhaltspunkt gibt die Fingerspitzeneinheit aus der Dermatologie: die Menge Salbe von der Fingerspitze bis zur ersten Beugefalte des Zeigefingers. In einer Untersuchung mit 30 Erwachsenen brauchten die Teilnehmenden für eine Hand im Mittel 1,2 solcher Einheiten (Long & Finlay 1991). Für den Alltag heißt das: Tagsüber reichen kleine Mengen, wenn du sie oft aufträgst. Abends darf es deutlich mehr sein.
Auch der Zeitpunkt zählt. Filmbildende Öle und Wachse wirken am besten auf leicht feuchter Haut (Sethi et al. 2016). Trockne die Hände nach dem Waschen also nur ab und creme sie ein, solange sie sich noch etwas feucht anfühlen. Wie du eine feste Creme dabei am besten verteilst, zeigt Feste Creme richtig auftragen.
Die wichtigste Pflege ist die am Abend. Nachts bleibt der Film stundenlang liegen. Wie lange ein Pflegefilm im Alltag hält, erklärt Wie lange bleibt ein Pflegefilm auf der Haut?.
Waschen trägt die Pflege wieder ab
Eine aufgetragene Creme verschwindet auf mehreren Wegen: Sie zieht ein, verdunstet, schilfert mit den obersten Hautzellen ab oder wird durch Kontakt mit anderen Materialien abgerieben (Lodén 2003). Beim Händewaschen kommt dazu, dass Tenside nicht nur den Schmutz lösen, sondern auch mit den Fetten und Eiweißen der Hornschicht reagieren. Das kann Spannungsgefühl und Trockenheit nach dem Waschen verursachen; ein hoher pH-Wert verstärkt den Effekt (Ananthapadmanabhan et al. 2004).
Wie viel Waschen schon viel ist, zeigt der Arbeitsschutz. Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 401 zählt Tätigkeiten mit häufigem Händewaschen zur Feuchtarbeit. Wer mindestens 15-mal pro Arbeitstag die Hände wäscht, fällt dort in dieselbe Gruppe wie jemand, der mehr als zwei Stunden täglich Hautkontakt mit Wasser hat. Alkoholische Händedesinfektionsmittel zählen dort ebenfalls zu den wässrigen Flüssigkeiten (TRGS 401). Mehr dazu unter Trockene, rissige Hände vom vielen Waschen und Raue Hände vom Spülen und Putzen.
Praktisch bedeutet das: Nach jedem Waschen eine erbsengroße Menge nachcremen ist sinnvoller als zweimal am Tag viel. Bei Nassarbeit oder Putzmitteln schützt ein Handschuh besser als jede Creme; worauf du dabei achtest, steht in Handcreme unter Latex- oder Nitrilhandschuhen?.
Wenn die Creme selbst nicht passt
Nicht jede Pflege tut jeder Haut gut. Studien zeigen, dass manche Pflegecremes die Barrierefunktion der Haut verbessern, andere sie verschlechtern, auch bei gesunder Haut. Welche Wirkung eintritt, hängt von der Zusammensetzung ab (Lodén 2012). Als mögliche Einflussgrößen nennt die Literatur unter anderem Emulgatoren, die die Barriere schwächen können, sowie Duftstoffe und Säuren, deren Geruch oder Brennen die Anwendung unangenehm macht (Lodén 2003). Keine Stoffgruppe ist deshalb grundsätzlich schlecht. Wenn eine Creme bei dir nicht funktioniert, lohnt sich aber ein Wechsel zu einer anders aufgebauten Rezeptur.
Urea ist ein gut untersuchtes Feuchthaltemittel. Auf eingerissener Haut empfinden manche Menschen es als unangenehm. Wann Urea und wann eine wasserfreie Creme besser passt, erklärt Urea oder wasserfreie Creme?. Wenn du auf Duft verzichten willst, hilft Ohne Duft und ätherische Öle beim Lesen der INCI-Liste. Die Feste Handcreme – Bienenwachs enthält laut INCI keinen zugesetzten Duft und keine ätherischen Öle.
Eine Woche zum Testen
Ändere nicht alles gleichzeitig, sondern gib einer klaren Routine sieben Tage Zeit:
- Hände lauwarm statt heiß waschen, gut abspülen, nur abtupfen.
- Direkt danach eine kleine Menge filmbildende Pflege auftragen, auch auf Handrücken, Knöchel und Nagelhaut.
- Wenn du ein Feuchthaltemittel nutzt: zuerst dieses, dann den Film darüber.
- Abends eine großzügige Menge, gut einmassieren, danach nicht mehr waschen.
- Draußen bei Kälte Handschuhe, bei Nassarbeit Schutzhandschuhe.
Fühlen sich die Hände nach einer Woche nicht spürbar besser an, liegt es eher an der Rezeptur oder an einer Ursache, die ärztlich geklärt werden sollte.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
- Die Haut wird trotz konsequenter Pflege nach zwei bis drei Wochen nicht besser.
- Risse bluten, sind schmerzhaft oder gehen nicht zu.
- Die Haut ist gerötet, geschwollen, nässt oder bildet Bläschen.
- Die Beschwerden hängen mit deiner Arbeit zusammen; dann ist auch der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin eine Anlaufstelle.
Hinter solchen Veränderungen kann eine Hauterkrankung stecken, die eine Pflegecreme nicht ersetzt.
Häufige Fragen
Warum sind meine Hände trocken, obwohl ich ständig eincreme?
Meist bleibt die Pflege nicht lange genug auf der Haut: zu kleine Mengen, kein schützender Film, falscher Zeitpunkt oder häufiges Waschen danach. Creme direkt nach dem Waschen auf leicht feuchter Haut und abends großzügig.
Trocknet Glycerin die Hände aus?
Nein. Glycerin bindet Wasser in der Hornschicht. Ohne einen schützenden Film darüber kann das Wasser aber wieder verdunsten. Deshalb wirkt es am besten zusammen mit Fetten oder Wachsen.
Kann man Hände zu oft eincremen?
Häufiges Eincremen mit kleinen Mengen ist bei viel Händewaschen sinnvoll. Wenn sich die Haut aufgeweicht oder schmierig anfühlt, nimm pro Anwendung weniger.
Hilft eine fettige Creme besser als eine leichte?
Nicht automatisch. Entscheidend ist, dass ein Film entsteht, der lange genug hält. Tagsüber passen dünne Schichten, abends eine reichhaltigere Pflege. Warum sich manche Cremes fettiger anfühlen als andere, erklärt Fettig oder gepflegt?.
Wie lange dauert es, bis trockene Hände besser werden?
Mit einer konsequenten Routine spüren viele nach einigen Tagen einen Unterschied. Tut sich nach zwei bis drei Wochen nichts, lass die Haut ärztlich anschauen.
Bei forpeople
Unsere Handpflege ist wasserfrei und bildet einen Film. Die Feste Handcreme – Bienenwachs (30 g, 9,90 €) ist ohne zugesetzten Duft. Die Feste Handcreme – Bergamotte (30 g, 9,90 €) basiert auf Candelillawachs, Jojobaöl, Olivenöl, Sheabutter und Hanfsamenöl und duftet nach Zitrone und Bergamotte. Für die Abendpflege und besonders raue Stellen gibt es die Bienensalbe – Lärche & Mandarine im Glastiegel (50 g, 12,90 €) mit Oliven-, Mandel- und Rizinusöl, Bienenwachs, Lärchenharz und Propolis; wer auf Harz oder Propolis empfindlich reagiert, liest vorher die Allergie-Hinweise. Die Dose der Handcreme kannst du mit dem Feste Handcreme Refiller – Bienenwachs (40 g, 7,90 €) nachfüllen. Wer Serum, Salbe, Hand-, Fuß- und Lippenpflege zusammen möchte, findet sie im Trockene-Haut-Set – intensive Pflege für sehr trockene Haut (5 Produkte, 49,90 €). Mehr dazu: Warum Hände schneller austrocknen · Rissige Fingerkuppen im Winter · Trockene Fingerknöchel · Handmaske über Nacht
Quellen
- Lodén M (2003): Role of topical emollients and moisturizers in the treatment of dry skin barrier disorders. Am J Clin Dermatol 4(11): 771–788. https://doi.org/10.2165/00128071-200304110-00005
- Lodén M (2012): Effect of moisturizers on epidermal barrier function. Clin Dermatol 30(3): 286–296. https://doi.org/10.1016/j.clindermatol.2011.08.015
- Sethi A, Kaur T, Malhotra SK, Gambhir ML (2016): Moisturizers: The Slippery Road. Indian J Dermatol 61(3): 279–287. https://doi.org/10.4103/0019-5154.182427
- Fluhr JW, Darlenski R, Surber C (2008): Glycerol and the skin: holistic approach to its origin and functions. Br J Dermatol 159(1): 23–34. https://doi.org/10.1111/j.1365-2133.2008.08643.x
- Long CC, Finlay AY (1991): The finger-tip unit – a new practical measure. Clin Exp Dermatol 16(6): 444–447. https://doi.org/10.1111/j.1365-2230.1991.tb01232.x
- Ananthapadmanabhan KP, Moore DJ, Subramanyan K, Misra M, Meyer F (2004): Cleansing without compromise: the impact of cleansers on the skin barrier and the technology of mild cleansing. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 16–25. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1002.x
- Ausschuss für Gefahrstoffe (2022, zuletzt geändert 2024): TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen. GMBl 2022 S. 895–926; zuletzt geändert GMBl 2024 S. 769. https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRGS/pdf/TRGS-401.pdf




















