Urea oder wasserfreie Creme? Raue Fersen und trockene Hände

Urea und wasserfreie Pflege lösen zwei verschiedene Aufgaben. Urea (Harnstoff) bindet Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht und macht in höherer Konzentration dicke Hornhaut weicher. Eine wasserfreie Creme aus Ölen, Buttern und Wachsen legt einen Film auf die Haut, der verhindert, dass diese Feuchtigkeit wieder verdunstet. Bei rauen Fersen und trockenen Händen ergänzen sich beide – welches zuerst dran ist, hängt davon ab, ob vor allem Hornhaut oder vor allem Austrocknung das Problem ist.

Was Urea macht

Urea ist ein Bestandteil des natürlichen Feuchthaltesystems der Haut. In Cremes wird es in unterschiedlichen Mengen eingesetzt:

  • Niedrige Konzentration (etwa 2–10 %): bindet Wasser in der Hornschicht, die Haut fühlt sich glatter an.
  • Höhere Konzentration (etwa 10 % und mehr): lockert und erweicht verdickte Hornhaut, zum Beispiel an den Fersen.

Urea-Cremes sind fast immer Emulsionen: Wasser ist der größte Bestandteil, dazu kommen Öle, Emulgatoren und Konservierungsmittel. Auf eingerissener Haut kann Urea kurz brennen.

Was eine wasserfreie Creme macht

Eine wasserfreie Creme enthält kein Wasser, sondern nur Pflanzenöle, Pflanzenbuttern und Wachse, zum Beispiel Bienenwachs oder Candelillawachs. Bei Hautwärme wird sie weich, die Öle ziehen ein, das Wachs bleibt als dünner Film. Dieser Film hält die Feuchtigkeit in der Haut und schützt vor Wasser, Seife, Kälte und Wind. Weil kein Wasser enthalten ist, braucht sie keinen Emulgator und keine Konservierung.

Der Unterschied auf einen Blick

Urea-Creme Wasserfreie Creme
Hauptaufgabe Feuchtigkeit binden, Hornhaut erweichen Feuchtigkeit halten, Haut schützen
Erster Inhaltsstoff meist Wasser („Aqua“) Pflanzenöl oder Wachs
Emulgator, Konservierung nötig nicht nötig
Auf eingerissener Haut kann brennen brennt in der Regel nicht; auf offene Stellen gehört aber keine Kosmetik
Nach dem Händewaschen wird mit abgewaschen Film bleibt länger spürbar
Gut bei dicker, harter Hornhaut trockener, rauer, beanspruchter Haut

Raue Fersen: welche Reihenfolge?

  • Dicke Hornhaut: Zuerst die Hornhaut reduzieren – mit einer Urea-Creme in höherer Konzentration oder mechanisch mit Bimsstein oder Feile auf trockener Haut. Danach die Fersen mit einer wasserfreien Creme pflegen, damit sie nicht wieder austrocknen.
  • Trockene, spröde Fersen ohne dicke Hornhaut: Eine wasserfreie Creme abends dünn einmassieren, bei Bedarf Baumwollsocken darüber.
  • Die Hornhaut kommt immer wieder: Hornhaut ist ein Schutz gegen Druck. Solange Schuhe, Barfußlaufen oder langes Stehen die Fersen belasten, bildet sie sich neu. Regelmäßige Pflege hält sie weich, entfernt die Ursache aber nicht.

Trockene Hände vom vielen Waschen

Seife und warmes Wasser lösen die hauteigenen Fette. Wer oft wäscht, braucht deshalb vor allem Schutz: Eine wasserfreie Handcreme nach dem Waschen auf die noch leicht feuchten Hände geben und einmassieren. Eine kleine Menge reicht; zu viel fühlt sich fettig an. Urea-Handcremes sind eine Alternative, wenn die Haut an den Händen verdickt und hart ist, zum Beispiel an den Fingerkuppen.

Wann du ärztlichen Rat holen solltest

Kosmetik pflegt trockene Haut, sie behandelt keine Erkrankungen. Bei tiefen, blutenden oder entzündeten Rissen, bei Rissen, die trotz Pflege nicht besser werden, und bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen gehören die Füße in ärztliche oder podologische Betreuung.

Häufige Fragen

Kann ich Urea und eine wasserfreie Creme kombinieren?
Ja. Zum Beispiel morgens eine Urea-Creme und abends eine wasserfreie Creme, oder zuerst die Urea-Creme einziehen lassen und danach dünn die wasserfreie Creme auftragen.

Enthalten die forpeople-Cremes Urea?
Nein. Die festen Hand- und Fußcremes sind wasserfrei und bestehen aus Pflanzenölen, Pflanzenbuttern und Wachsen.

Warum fühlt sich eine wasserfreie Creme anfangs fester an?
Weil Wachse bei Zimmertemperatur fest sind. Einige Sekunden zwischen den Händen oder direkt auf der Haut anwärmen, dann lässt sich die Creme verteilen.

Wie oft sollte ich die Fersen eincremen?
Bei sehr trockenen Fersen täglich, am besten abends. Wenn die Haut wieder geschmeidig ist, reichen zwei- bis dreimal pro Woche.

Wasserfreie Pflege von forpeople

Mehr dazu: Rissige Fersen – was hilft? · Wasserfreie Kosmetik