Keine Talgdrüsen in der Handfläche
Talgdrüsen geben ein fettiges Sekret, den Talg, auf die Hautoberfläche ab. Er bildet dort zusammen mit Schweiß einen dünnen Film. Talgdrüsen kommen fast überall am Körper vor, nur nicht an den Handflächen und Fußsohlen (Smith & Thiboutot 2008). Die Handinnenseite hat also keinen eigenen Fettnachschub. Sie hat dafür eine dicke Hornschicht, die sie vor Druck und Reibung schützt.
Am Handrücken sieht es anders aus: Die Haut ist dort dünn und liegt direkt über Sehnen und Knöcheln. Es gibt zwar Talgdrüsen, aber deutlich weniger als etwa im Gesicht oder auf dem Rücken. Gerade an den Knöcheln wird die Haut beim Faustmachen stark gedehnt. Wenn sie trocken und wenig elastisch ist, entstehen dort als Erstes feine Risse.
Dass sich Hautstellen stark unterscheiden, zeigen auch Messungen: In einer Studie mit 125 Personen wurden an 16 Körperstellen, darunter Handrücken und Handinnenfläche, unter anderem Wasserverlust, Hautfeuchtigkeit und pH-Wert gemessen. Die Werte unterschieden sich je nach Körperstelle (Kleesz et al. 2012).
Waschen und Tenside
Kein anderer Körperteil wird so oft gewaschen wie die Hände. Wer im Gesundheitswesen, in der Küche, in der Kinderbetreuung oder in der Reinigung arbeitet, wäscht sie oft dutzendfach am Tag. Dazu kommen Desinfektion, Spülwasser und Putzmittel.
Tenside in Seifen und Waschgelen lösen Fett und Schmutz. Sie lösen dabei aber auch Lipide aus der Hornschicht, und manche greifen die Eiweiße der Hornzellen an. Das kann zu Spannungsgefühl, Trockenheit und Rauheit nach dem Waschen führen. Auch alkalische Waschlösungen lassen die Hornschicht aufquellen (Ananthapadmanabhan et al. 2004). Schon Leitungswasser mit einem pH-Wert um 8 hebt den pH-Wert der Haut für einige Stunden an (Lambers et al. 2006).
Nach dem Waschen verdunstet das Wasser auf der Haut, und mit ihm ein Teil des Wassers aus der obersten Hautschicht. Wer die Hände dann nicht eincremt, lässt sie jedes Mal ein Stück weiter austrocknen. Mehr dazu unter Rissige Hände vom vielen Waschen.
Kälte, Heizungsluft und Reibung
Im Winter trocknen Hände besonders schnell aus. Kalte Luft enthält wenig Feuchtigkeit, drinnen senkt die Heizung die Luftfeuchtigkeit zusätzlich. Niedrige Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen verringern die Barrierefunktion der Haut und machen sie anfälliger für mechanische Belastung (Engebretsen et al. 2016). Hände sind dabei meist unbedeckt, anders als der Rest des Körpers. Tipps für die kalte Jahreszeit findest du unter Trockene Haut im Winter.
Dazu kommt Reibung: Werkzeuge, Lenkrad, Kinderwagen, Papier, Gartenerde. Und stundenlanges Tragen von Handschuhen weicht die Haut auf. Wenn sie danach an der Luft trocknet, fühlt sie sich besonders rau an.
Warum Hände trocken werden: die Ursachen im Überblick
| Ursache | Was in der Haut passiert | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| keine Talgdrüsen in der Handfläche, wenige am Handrücken | kaum eigener Fettfilm auf der Oberfläche | regelmäßig eincremen, besonders Handrücken und Knöchel |
| häufiges Waschen mit Tensiden | Lipide werden aus der Hornschicht gelöst | lauwarm waschen, gut abspülen, danach eincremen |
| heißes Wasser | löst Fette leichter als lauwarmes | lauwarmes Wasser verwenden |
| Kälte und trockene Luft | Wasser verdunstet schneller, die Haut wird spröder | vor dem Rausgehen eincremen, Handschuhe tragen |
| Reibung, Arbeit mit Wasser | Hornschicht wird mechanisch und durch Aufweichen belastet | Arbeitshandschuhe, danach Pflege |
Eine Pflegeroutine für die Hände
Hände brauchen keine komplizierte Routine, aber eine regelmäßige. Entscheidend ist der Zeitpunkt.
- Nach dem Waschen: Hände lauwarm waschen, gut abspülen und sanft abtupfen. Solange die Haut noch leicht feucht ist, eine kleine Menge Handcreme einmassieren. Der Film aus Wachsen und Ölen bremst dann die Verdunstung. Wie das funktioniert, erklären wir unter Okklusion und transepidermaler Wasserverlust.
- Vor dem Rausgehen: Bei Kälte und Wind eincremen, bevor du rausgehst, und Handschuhe tragen.
- Vor der Arbeitsschicht: Wer viel mit Wasser arbeitet, cremt vor Beginn ein und in den Pausen nach.
- Abends: etwas mehr Creme auftragen, gern mit Baumwollhandschuhen über Nacht. Das ist besonders für raue Knöchel und Fingerkuppen hilfreich.
- Nagelhaut nicht vergessen: Einen Rest Creme in Nagelhaut und Nagelfalz einmassieren.
Eine feste Handcreme mit Bienenwachs reibst du direkt über die Handfläche. Die Körperwärme schmilzt eine dünne Schicht an, die du verteilst. Weil sie kein Wasser enthält, reicht wenig. Die vegane Alternative ist die Feste Handcreme – Bergamotte mit Candelillawachs. Wer zu Hause und am Arbeitsplatz eine Dose haben möchte, nimmt das Handpflege-Set mit zwei festen Handcremes. Leere Dosen füllst du mit dem Refiller Bienenwachs oder dem Refiller Bergamotte wieder auf, mehr dazu unter Nachfüllen mit Refiller. Welche Form dir liegt, klärt Feste Creme oder Tube?
Wenn die Haut trotz Pflege über Wochen rissig bleibt, blutet, schmerzt oder sich stark verändert, lass sie ärztlich ansehen. Handcreme pflegt, sie behandelt keine Hauterkrankungen.
Häufige Fragen
Warum sind meine Handrücken trockener als die Handflächen?
Die Haut am Handrücken ist dünner, ist Wind und Kälte direkt ausgesetzt und wird an den Knöcheln stark gedehnt. Die Handfläche hat zwar keine Talgdrüsen, aber eine viel dickere Hornschicht.
Wie oft sollte ich meine Hände eincremen?
Am besten nach jedem Waschen, wenn das im Alltag machbar ist. Mindestens aber morgens, abends und vor dem Rausgehen bei Kälte.
Macht Desinfektionsmittel die Hände trockener als Seife?
Beides belastet die Haut auf unterschiedliche Weise. Unabhängig davon hilft es, die Hände danach einzucremen, sobald das Mittel getrocknet ist.
Hilft es, Handschuhe zu tragen?
Ja, bei Kälte und bei der Arbeit mit Wasser oder Putzmitteln. Bei langen Tragezeiten sind Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen angenehmer, weil die Haut sonst aufweicht.
Fettet eine feste Handcreme stark nach?
Wenn du wenig nimmst, nicht. Eine kleine Menge reicht, weil kein Wasser enthalten ist. Glänzt die Haut nach einigen Minuten noch, war es zu viel.
Bei forpeople
- Feste Handcreme – Bienenwachs, 30 g, 9,90 €: wasserfrei, aus Bienenwachs, Olivenöl und Sonnenblumenöl, ohne ätherische Öle.
- Feste Handcreme – Bergamotte, 30 g, 9,90 €: vegan, mit Candelillawachs, Jojobaöl und Sheabutter, Duft aus ätherischen Ölen von Zitrone und Bergamotte.
- Handpflege-Set – gegen raue, rissige Hände (2× feste Handcreme), 16,90 €.
- Feste Handcreme Refiller – Bienenwachs, 7,90 €: nachfüllbar, die Dose behältst du.
Quellen
- Smith KR, Thiboutot DM (2008): Thematic review series: skin lipids. Sebaceous gland lipids: friend or foe? J Lipid Res 49(2): 271–281. https://doi.org/10.1194/jlr.R700015-JLR200
- Kleesz P, Darlenski R, Fluhr JW (2012): Full-body skin mapping for six biophysical parameters: baseline values at 16 anatomical sites in 125 human subjects. Skin Pharmacol Physiol 25(1): 25–33. https://doi.org/10.1159/000330721
- Ananthapadmanabhan KP, Moore DJ, Subramanyan K, Misra M, Meyer F (2004): Cleansing without compromise: the impact of cleansers on the skin barrier and the technology of mild cleansing. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 16–25. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1002.x
- Lambers H, Piessens S, Bloem A, Pronk H, Finkel P (2006): Natural skin surface pH is on average below 5, which is beneficial for its resident flora. Int J Cosmet Sci 28(5): 359–370. https://doi.org/10.1111/j.1467-2494.2006.00344.x
- Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP (2016): The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 30(2): 223–249. https://doi.org/10.1111/jdv.13301



















