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Haut an den Fingern pellt sich: Ursachen

Kurz gesagt

Wenn sich die Haut an den Fingern schält, lösen sich meist oberste Hornzellen früher und in größeren Schuppen ab als normal, weil die Haut durch Kälte, häufiges Waschen, Nässe unter Handschuhen, Reibung oder viel Sonne ausgetrocknet oder aufgeweicht ist. Das ist harmlos, wenn es einen erkennbaren Auslöser gibt, die Haut darunter ruhig aussieht und es mit Pflege innerhalb von ein bis zwei Wochen besser wird. Schält sich die Haut ohne erkennbaren Grund, kommt immer wieder, juckt stark, bildet Bläschen oder ist gerötet, gehört das ärztlich abgeklärt.

Warum sich Haut überhaupt schält

Die Hornschicht erneuert sich ständig. Unten entstehen neue Zellen, oben lösen sich die ältesten einzeln und unsichtbar ab. Dafür müssen Eiweißverbindungen zwischen den Zellen, die Korneodesmosomen, gezielt abgebaut werden. Dieser Abbau hängt vom Wassergehalt der Hornschicht ab. Wird er durch Umwelteinflüsse gestört, lösen sich die Zellen nicht mehr einzeln, sondern in Schuppen und Fetzen, und die Haut wirkt trocken und schuppig (Rawlings & Harding 2004). Eine Übersichtsarbeit beschreibt die Hornschicht als Schutzschicht, die auf Umweltreize und Belastung reagiert. Trockene, schuppige Haut reicht dort vom kosmetischen Problem der Winterhaut bis zu ernsten Hauterkrankungen (Harding 2004). Die meisten schälenden Finger im Alltag gehören zur ersten Gruppe.

Wo sich die Schicht löst, haben Materialforscher an isolierter Hornschicht untersucht. Beim Auseinanderziehen trennten sich die Zellen entlang der Zwischenräume, ohne dass die Zellen selbst zerrissen. Wie viel Kraft dafür nötig war, hing von Temperatur und Feuchtigkeit ab, und nach Entfernen der Hautfette veränderte sich das Verhalten deutlich (Wu et al. 2006). Vereinfacht: Hornschicht schält sich zwischen den Zellschichten, und wie leicht das passiert, hängt von Wasser und Fetten ab. Die Grundlagen stehen in Die Hautbarriere einfach erklärt.

Die häufigsten Alltagsursachen

Auslöser Was mit der Haut passiert Was du änderst
Kälte und Heizungsluft Trockene Luft und Kälte verringern die Barrierefunktion (Engebretsen et al. 2016) Handschuhe draußen, abends reichhaltiger pflegen
Häufiges Waschen, Desinfizieren Tenside lösen Fette und reagieren mit Eiweißen der Hornschicht (Ananthapadmanabhan et al. 2004) Lauwarm waschen, nach jedem Waschen nachcremen
Lange Nässe, Handschuhe, Spülen Hornschicht quillt auf, bei Befeuchtung bis auf das Doppelte ihrer Dicke (Egawa et al. 2007), und trocknet danach wieder aus Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen, danach eincremen
Reibung: Gitarre, Klettern, Hanteln, Werkzeug Die Haut verdickt sich an Druckstellen; die Ränder lösen sich ab Hornhaut glatt halten, Ränder feilen statt abziehen
Viel Sonne ohne Schutz Die oberen Schichten trocknen aus und schälen sich Tage später ab Handrücken im Sommer mit schützen
Reiniger, Lösungsmittel, Nagellackentferner Fette werden aus der Hornschicht gelöst Handschuhe, danach Pflege

Mehr zu den einzelnen Auslösern: Rissige Hände vom Waschen, Raue Hände vom Spülen, Handcreme unter Handschuhen und Sonnenschutz für die Handrücken.

Fingerkuppen, die sich schälen

An den Kuppen ist die Hornschicht besonders dick. Löst sie sich, kommen oft größere, weiße Fetzen oder ganze Ränder ab, vor allem bei Menschen, die viel greifen, spielen oder klettern. Das ist meist die Folge von Druck und Reibung. Wer Gitarre spielt, findet mehr in Fingerkuppen beim Gitarrespielen pflegen, wer klettert, in Hornhaut an den Fingerkuppen beim Klettern und Chalk beim Klettern. Reißen die Kuppen im Winter ein, hilft Rissige Fingerkuppen im Winter.

Was du tun kannst

  1. Nicht abziehen: Lose Hautfetzen nicht abreißen, sonst reißt oft gesunde Haut mit. Stehen Ränder ab, schneide sie mit einer sauberen kleinen Schere knapp ab.
  2. Kein Rubbeln: Peelings und Bimsstein auf schälender Haut lassen. Die Haut ist dort schon zu dünn geworden.
  3. Waschen reduzieren, wo es geht: Lauwarm, kurz, gut abspülen, abtupfen.
  4. Feuchte und Film: Nach dem Waschen auf die leicht feuchte Haut eine fett- oder wachshaltige Pflege. Wer möchte, gibt vorher ein wasserhaltiges Serum auf und cremt darüber; wie das geht, steht in Aloe-Vera-Serum mit fester Creme kombinieren.
  5. Abends mehr: Eine reichhaltigere Schicht auftragen, damit der Film über Nacht liegen bleibt.
  6. Neues Produkt als Auslöser? Hat das Schälen nach einem neuen Spülmittel, einer neuen Seife oder Creme begonnen, lass das Produkt weg und beobachte, ob es besser wird.

Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist

Schälende Fingerhaut ist oft harmlos. Lass sie ärztlich anschauen, wenn:

  • sie sich ohne erkennbaren Auslöser schält oder immer wiederkommt,
  • es stark juckt, brennt oder sich kleine Bläschen bilden,
  • die Haut gerötet ist, nässt oder Risse bekommt, die nicht zugehen,
  • sich auch die Fußsohlen, die Nägel oder andere Körperstellen verändern,
  • du dich zusätzlich krank fühlst, etwa mit Fieber,
  • es trotz konsequenter Pflege nach zwei bis drei Wochen nicht besser wird.

Hinter solchen Zeichen können verschiedene Hauterkrankungen stecken. Die Unterscheidung gehört in ärztliche Hände; eine Pflegecreme ersetzt sie nicht.

Häufige Fragen

Warum schält sich die Haut an meinen Fingerkuppen?
Meist sind Druck, Reibung, häufiges Waschen oder Kälte die Ursache. Die dicke Hornschicht der Kuppen trocknet aus oder verdickt sich und löst sich dann in Fetzen. Schält sie sich ohne erkennbaren Grund, lass es abklären.

Ist es harmlos, wenn sich die Haut an den Fingern pellt?
Meist ja, wenn es einen klaren Auslöser gibt, die Haut darunter ruhig aussieht und es mit Pflege besser wird. Rötung, starkes Jucken, Bläschen oder häufige Wiederkehr sind Gründe für einen Arztbesuch.

Soll ich die lose Haut abziehen?
Nein. Dabei reißt leicht gesunde Haut mit. Schneide abstehende Ränder vorsichtig ab und pflege die Stelle danach.

Warum pellen sich meine Finger nach dem Spülen?
Lange Nässe lässt die Hornschicht aufquellen, danach trocknet sie aus. Zusammen mit den Tensiden aus dem Spülmittel löst sich die oberste Schicht schneller. Handschuhe und Pflege danach helfen.

Hilft Handcreme gegen schälende Finger?
Sie hält die Hornschicht geschmeidig und bremst die Verdunstung. Das hilft, wenn Trockenheit die Ursache ist. Steckt eine Hauterkrankung dahinter, ersetzt sie den Arztbesuch nicht.

Bei forpeople

Unsere Handpflege ist wasserfrei und bildet einen Film. Die Feste Handcreme – Bienenwachs (30 g, 9,90 €) enthält laut INCI keinen zugesetzten Duft und keine ätherischen Öle; wenn du ein neues Produkt als Auslöser ausschließen willst, ist eine kurze INCI-Liste hilfreich. Die vegane Feste Handcreme – Bergamotte (30 g, 9,90 €) enthält Zitronen- und Bergamotteöl; ihre Dose füllst du mit dem Feste Handcreme Refiller – Bergamotte (7,90 €) nach. Als wasserhaltige Schicht darunter passt das Aloe Vera Serum 99,6% (50 ml, 9,90 €) aus Aloe-Saft, Zitronensäure, Kaliumsorbat und Natriumbenzoat. Für die Nacht gibt es die Bienensalbe – Lärche & Mandarine im Glastiegel (50 g, 12,90 €); sie enthält Lärchenharz, Propolis und ätherische Öle, deshalb vorher die Allergie-Hinweise lesen. Mehr dazu: Trockene Hände trotz Eincremen · Trockene Nagelhaut · Trockene Fingerknöchel · Ohne Duft und ätherische Öle

Quellen

  1. Rawlings AV, Harding CR (2004): Moisturization and skin barrier function. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 43–48. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1005.x
  2. Harding CR (2004): The stratum corneum: structure and function in health and disease. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 6–15. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1001.x
  3. Wu KS, van Osdol WW, Dauskardt RH (2006): Mechanical properties of human stratum corneum: effects of temperature, hydration, and chemical treatment. Biomaterials 27(5): 785–795. https://doi.org/10.1016/j.biomaterials.2005.06.019
  4. Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP (2016): The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 30(2): 223–249. https://doi.org/10.1111/jdv.13301
  5. Ananthapadmanabhan KP, Moore DJ, Subramanyan K, Misra M, Meyer F (2004): Cleansing without compromise: the impact of cleansers on the skin barrier and the technology of mild cleansing. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 16–25. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1002.x
  6. Egawa M, Hirao T, Takahashi M (2007): In vivo estimation of stratum corneum thickness from water concentration profiles obtained with Raman spectroscopy. Acta Derm Venereol 87(1): 4–8. https://doi.org/10.2340/00015555-0183