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Rissige Hände im Winter: Hausmittel, Ursachen und was hilft

Kurz gesagt

Rissige Hände entstehen in der kalten Jahreszeit, wenn Kälte, trockene Heizungsluft und häufiges Waschen der Hornschicht mehr Wasser und Fett entziehen, als sie nachbilden kann, bis sie bei Bewegung aufbricht. Die Lösung in drei Schritten: lauwarm und kurz waschen, auf die noch leicht feuchten Hände einen Film aus Wachs und Öl, Melkfett oder Vaseline geben und abends eine dickere Schicht unter Baumwollhandschuhen tragen. Von den Hausmitteln taugen vor allem die, die einen solchen Film hinterlassen; Öle machen geschmeidig, haften aber kurz, Honig und Quark bilden keinen Film, und Zitrone, Essig und Zuckerpeelings belasten eingerissene Haut. Offene, blutende oder gerötete Risse gehören ärztlich angesehen.

Das Problem: rissige Hände in der kalten Jahreszeit

Erst spannt die Haut nach dem Händewaschen, dann wird sie rau und matt, und irgendwann reißen feine Linien an den Knöcheln, an den Fingerkuppen und neben den Nägeln auf; beim Faustmachen brennt es. Typisch ist das ab dem Herbst, wenn draußen kalter Wind weht und drinnen geheizt wird, nach Tagen mit viel Spülen, Putzen oder Arbeit im Freien und in Berufen mit ständigem Händewaschen. Im Küchenschrank stehen Olivenöl, Honig und Zitronen, im Bad eine alte Dose Melkfett. Diese Seite ordnet ein, was davon hilft und was nicht. Für spröde Lippen gibt es eine eigene Seite: Honig, Öl, Quark: Was taugen Hausmittel für spröde Lippen?; für eingerissene Fingerkuppen Rissige, eingerissene Fingerkuppen: Ursachen und was hilft.

Warum Hände im Herbst und Winter einreißen

Risse entstehen, wenn die Hornschicht so trocken und unelastisch wird, dass sie bei Bewegung aufbricht; je stärker die Trockenheit, desto eher reißt die Haut ein (DermNet: Dry skin). Niedrige Luftfeuchte und niedrige Temperaturen verringern nach einer Übersichtsarbeit die Barrierefunktion der Haut und machen sie anfälliger für mechanische Belastung (Engebretsen et al. 2016). Kalte Außenluft enthält wenig Wasserdampf, und wenn sie drinnen aufgeheizt wird, sinkt ihre relative Feuchte weiter; das erklärt Luftfeuchtigkeit und Haut: was trockene Heizungsluft bewirkt und was hilft.

Dazu kommt das Waschen. Tenside in Seife und Spülmittel greifen auch Eiweiße und Fette der Hornschicht an; die Haut spannt, und ein hoher pH-Wert lässt die Hornschicht zusätzlich aufquellen (Ananthapadmanabhan et al. 2004). Heißes Wasser macht es schlimmer; dermatologische Empfehlungen raten zu lauwarmem Wasser (DermNet: Dry skin). Mehr dazu unter Trockene, rissige Hände: Ursachen und was hilft.

Pflege kann dagegen drei Dinge tun (Sethi et al. 2016): Feuchthaltemittel ziehen Wasser an, aus tieferen Hautschichten und nur bei feuchter Luft auch aus der Umgebung. Emollienzien, vor allem Öle und Fette, machen die raue Oberfläche weich und biegsam. Okklusiva legen eine wasserabweisende Schicht auf und bremsen die Verdunstung. Wie unterschiedlich dicht diese Schichten sind, zeigen Zahlen aus derselben Übersicht: Vaseline senkt den Wasserverlust der Haut schon ab 5 Prozent Anteil um mehr als 98 Prozent, Lanolin, Mineralöl und Silikone um 20 bis 30 Prozent, und ihr Widerstand gegen Wasserdampf liegt etwa 170-mal höher als der von Olivenöl. Für rissige Hände heißt das: Öl macht geschmeidig, das Wasser halten vor allem Wachse und dichte Fette. Ausführlich: Feuchthaltemittel, Okklusiva, Emollienzien.

Die Lösung Schritt für Schritt

Wann Was du tust Warum
Sofort Offene, blutende oder gerötete Risse nicht selbst versorgen, sondern ansehen lassen Kosmetik und Hausmittel sind für geschlossene Haut gedacht
Sofort Lauwarm und kurz waschen, wenig Seife, gut abspülen, abtupfen statt rubbeln Wärme und Tenside lösen Fette und Eiweiße der Hornschicht
Jeden Tag Nach jedem Waschen eine kleine Menge Salbe, feste Creme, Melkfett oder Vaseline auf die noch leicht feuchte Haut Der Film bremst die Verdunstung des Wassers aus der Hornschicht
Jeden Abend Eine dickere Schicht und Baumwollhandschuhe darüber Nachts bleibt der Film stundenlang ungestört liegen
Vorbeugen Beim Spülen und Putzen Handschuhe, draußen bei Kälte ebenfalls Spülmittel, heißes Wasser, Kälte und trockene Luft schwächen die Barriere
Vorbeugen Ein neues Mittel zuerst an einer kleinen Stelle ausprobieren Reaktionen fallen auf, bevor die ganze Hand betroffen ist

Quellen der Tabelle: Sethi et al. 2016, Ananthapadmanabhan et al. 2004, DermNet, Engebretsen et al. 2016; die Reihenfolge selbst ist übliche Praxis. Wie die Nacht-Variante geht, steht unter Handmaske über Nacht: Was sie bringt und wie sie geht, wie du eine neue Pflege testest, unter Neue Pflege ausprobieren: Wie teste ich an einer kleinen Stelle?

Für den Film eignet sich jede Salbe oder feste Creme aus Wachs und Öl. Die Feste Handcreme – Bienenwachs besteht laut Inhaltsstoffliste aus Bienenwachs, Oliven- und Sonnenblumenöl sowie Johanniskraut- und Aloe-Extrakt, ohne Wasser und ätherische Öle. Die vegane Feste Handcreme – Bergamotte enthält ätherische Öle von Zitrone und Bergamotte; was Zitrusöle in der Sonne bedeuten, erklärt Fototoxische Öle: Bergamotte, Zitrusöle und Johanniskraut in der Sonne. Für einzelne raue Stellen am Abend ist die Bienensalbe – Lärche & Mandarine im Glastiegel gedacht, mit Lärchenharz, Propolis und ätherischen Ölen; laut Produktseite gehört sie nicht auf offene oder verletzte Haut, und wer auf Harz, Propolis oder Duftstoffe reagiert, liest vorher Kolophonium-Allergie, Propolis, Bienenwachs: Symptome und Hinweise.

Was hilft – und was eher nicht

Studien, die diese Hausmittel gezielt an rissigen Händen verglichen haben, kennen wir nicht. Die Einordnung beruht auf dem Wirkprinzip und auf Messungen an anderer Haut.

Hausmittel Prinzip Was es kann Der Haken Auf eingerissener Haut
Melkfett Okklusiv dichter Film aus Vaseline und Paraffin glänzt und fettet, je nach Sorte mit Duft dünn, nur auf geschlossener Haut
Vaseline Okklusiv der dichteste Film unter den Hausmitteln fettig, färbt auf Papier und Stoff ab dünn, nur auf geschlossener Haut
Hirschtalg Fett fester Film tierisches Fett, je nach Produkt mit Eigengeruch dünn, nur auf geschlossener Haut
Olivenöl Emolliens macht sofort geschmeidig haftet ohne Wachs nur kurz; pur schwächte es in einem Versuch die Hornschicht dünn, nur auf geschlossener Haut
Sonnenblumen-, Mandelöl Emolliens macht geschmeidig, lässt sich dünn verteilen haftet ohne Wachs nur kurz dünn, nur auf geschlossener Haut
Kokosöl Emolliens schmilzt auf der Haut; bei trockener Haut in einer Studie ähnlich wie Mineralöl geschmolzen so kurzlebig wie ein Öl dünn, nur auf geschlossener Haut
Honig Feuchthaltemittel bindet Wasser klebt, bildet keinen Film, muss abgewaschen werden nicht auf offene Risse
Quark, Joghurt bringt Wasser fühlt sich kühl an das Wasser verdunstet, danach wird wieder gewaschen nicht auf offene Risse
Zucker mit Öl Reibung löst lose Schüppchen raut eingerissene Haut weiter auf nein
Zitronensaft, Essig Säure für rissige Haut nichts stark sauer, brennt; Zitrone mit Sonnenlicht zusätzlich riskant nein

Die letzte Spalte ist unsere Einordnung, keine Messung. Die Belege zu den einzelnen Mitteln:

Melkfett, Vaseline, Talg. Klassisches Melkfett aus Vaseline und Paraffinen legt einen dichten, wasserabweisenden Film auf; was in einer bestimmten Dose steckt, zeigt deren Inhaltsstoffliste. Ausführlich: Was ist Melkfett? Woraus es besteht und wofür es gut ist. Vaseline schließt nach den Messungen oben am dichtesten ab (Sethi et al. 2016); den Vergleich mit Wachs und Pflanzenöl zieht Vaseline oder Bienenwachs-Salbe: der Unterschied, zu Talg siehe Hirschtalg: was drin ist und welche Alternativen es gibt.

Öle. Mit Öl fühlt sich raue Haut sofort glatter an, beim Waschen und Greifen ist es aber schnell wieder abgetragen. Öl ist auch nicht gleich Öl: In einem Versuch trugen Erwachsene vier Wochen lang zweimal täglich sechs Tropfen Olivenöl auf einen Unterarm und Sonnenblumenöl auf den anderen auf. Reines Olivenöl verringerte den Zusammenhalt der Hornschicht und führte zu leichter Rötung, Sonnenblumenöl tat das nicht und verbesserte die Hautfeuchte (Danby et al. 2013). Die Studie ist klein und prüfte nur das reine Öl, nicht Olivenöl als einen von mehreren Bestandteilen einer Salbe; als Dauerlösung taugt pures Olivenöl trotzdem nicht. Natives Kokosöl verbesserte in einer Studie mit 34 Menschen mit trockener Haut an den Beinen die Hautfeuchte nach zwei Wochen ähnlich wie Mineralöl (Agero & Verallo-Rowell 2004). Wer mit Öl arbeiten will, nimmt wenige Tropfen auf die feuchten Hände und legt etwas Dichteres darüber, etwa mit dem Mandelöl – kaltgepresst, laut Produktseite für Haut, Haare und Lippen. Warum sich Öle unterscheiden: Linolsäure oder Ölsäure? Fettsäuren in Pflanzenölen erklärt.

Honig und Quark. Honig ist eine übersättigte Lösung vor allem aus Frucht- und Traubenzucker; in Kosmetik dient er als Feuchthaltemittel, meist mit 1 bis 10 Prozent Anteil an einer Rezeptur (Burlando & Cornara 2013). Pur klebt er, und mit dem Abwaschen geht das gebundene Wasser wieder. In der Wundversorgung wird eigens aufbereiteter medizinischer Honig eingesetzt (Burlando & Cornara 2013); das ist ein anderes Produkt als Honig aus dem Glas, und darüber entscheidet die Arztpraxis. Quark und Joghurt bestehen größtenteils aus Wasser, kühlen, trocknen ab und müssen ebenfalls abgewaschen werden. Angerührtes bewahrst du nicht auf: Selbstgemachte Creme: Wie lange hält sie, und wie wird sie haltbarer?

Typische Fehler

Wann ärztlichen Rat holen?

Hausmittel und Kosmetik sind für trockene, geschlossene Haut gedacht. Lass deine Hände in einer Hausarzt- oder Hautarztpraxis ansehen, wenn

  • Risse tief sind, bluten, nässen oder nach zwei bis drei Wochen Pflege nicht zugehen,
  • die Haut um einen Riss rot, warm, geschwollen oder schmerzhaft wird oder eitert; durch Risse können Bakterien und Viren in die Haut gelangen (DermNet: Dry skin),
  • die Hände stark jucken, Bläschen bilden oder die Beschwerden immer wiederkommen; dahinter kann ein Handekzem stecken, siehe Trockene Hände oder Handekzem? Woran du es erkennst,
  • die Haut nach einem Hausmittel rot wird, brennt oder Blasen wirft, etwa nach Zitronensaft und Sonne,
  • die Beschwerden mit deiner Arbeit zusammenhängen; dann ist auch der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin eine Anlaufstelle.

Bis dahin kommt auf offene Stellen weder ein Hausmittel noch Kosmetik.

Häufige Fragen

Hilft Olivenöl bei rissigen Händen?
Für den Moment macht es die Haut geschmeidig. Es haftet ohne Wachs aber nur kurz, und in einem Versuch schwächte reines Olivenöl die Hornschicht am Unterarm, Sonnenblumenöl dagegen nicht. Als Dauerlösung taugt pures Olivenöl deshalb wenig; länger hält ein Film aus Wachs und Öl darüber.

Ist Melkfett gut für rissige Hände?
Für trockene, geschlossene Haut ja: Klassisches Melkfett aus Vaseline und Paraffin legt einen dichten Film auf, der das Wasser in der Haut hält. Es bringt selbst kein Wasser mit und glänzt. Auf offene Risse gehört es nicht.

Hilft Honig bei rissigen Händen?
Honig bindet Wasser, bildet aber keinen Film und muss wieder abgewaschen werden. Für rissige Hände bringt er deshalb wenig. Auf offene Risse gehört Honig aus dem Glas nicht.

Darf ich Zitrone auf rissige Hände geben?
Nein. Zitronensaft hat einen pH-Wert von 2,0 bis 2,6 und brennt auf eingerissener Haut. Zusammen mit Sonnenlicht können Bestandteile der Zitrone außerdem eine Hautreaktion mit Rötung und Blasen auslösen.

Was hilft über Nacht bei rissigen Händen?
Eine dickere Schicht Salbe, feste Creme, Melkfett oder Vaseline auf die leicht feuchten Hände und Baumwollhandschuhe darüber. So bleibt der Film mehrere Stunden ungestört liegen.

Warum werden meine Hände gerade im Winter rissig?
Kalte Außenluft und Heizungsluft sind trocken, und niedrige Luftfeuchte und Kälte schwächen nach Studienlage die Barrierefunktion der Haut. Dazu wird im Winter oft heißer gewaschen. Handschuhe draußen, lauwarmes Wasser und ein Film aus Wachs und Öl nach dem Waschen setzen genau dort an.

Wie schnell werden rissige Hände wieder glatt?
Mit Handschuhen und regelmäßiger Pflege merken viele nach einigen Tagen einen Unterschied; das ist ein Erfahrungswert. Tut sich nach zwei bis drei Wochen nichts, lass die Hände ärztlich ansehen.

Bei forpeople

Unsere Handpflege ist wasserfrei: Wachs und Öl als Film, der liegen bleibt. Auf offene oder gereizte Haut gehört sie nicht.

Feste Handcreme – Bienenwachs, 30 g, 9,90 €: Bienenwachs, Oliven- und Sonnenblumenöl, Johanniskraut- und Aloe-Extrakt, ohne ätherische Öle.

Feste Handcreme – Bergamotte, 30 g, 9,90 €: vegan, mit Candelillawachs, Jojobaöl und Sheabutter, Duft aus ätherischen Ölen von Zitrone und Bergamotte.

Bienensalbe – Lärche & Mandarine im Glastiegel, 50 g, 12,90 €: für einzelne trockene, raue Stellen, mit Lärchenharz und Propolis.

Handpflege-Set – gegen raue, rissige Hände (2× feste Handcreme), 60 g, 16,90 €: eine Dose und ein Refiller der Bienenwachs-Creme, etwa für Küche und Arbeitsplatz.

Mehr dazu: Trockene Hände trotz Eincremen: Woran es liegt und was hilft · Kälteschutzcreme: wasserfrei, aber kein Frostschutz

Aus dem Blog: Hände und Füße durch den Winter: Routine für morgens und abends · Bienensalbe mit Bienenwachs und Propolis für trockene Haut

Quellen

  1. Sethi A, Kaur T, Malhotra SK, Gambhir ML (2016): Moisturizers: The Slippery Road. Indian J Dermatol 61(3): 279–287. https://doi.org/10.4103/0019-5154.182427
  2. Danby SG, AlEnezi T, Sultan A, Lavender T, Chittock J, Brown K et al. (2013): Effect of olive and sunflower seed oil on the adult skin barrier: implications for neonatal skin care. Pediatr Dermatol 30(1): 42–50. https://doi.org/10.1111/j.1525-1470.2012.01865.x
  3. Agero AL, Verallo-Rowell VM (2004): A randomized double-blind controlled trial comparing extra virgin coconut oil with mineral oil as a moisturizer for mild to moderate xerosis. Dermatitis 15(3): 109–116. https://doi.org/10.2310/6620.2004.04006
  4. Burlando B, Cornara L (2013): Honey in dermatology and skin care: a review. J Cosmet Dermatol 12(4): 306–313. https://doi.org/10.1111/jocd.12058
  5. Lambers H, Piessens S, Bloem A, Pronk H, Finkel P (2006): Natural skin surface pH is on average below 5, which is beneficial for its resident flora. Int J Cosmet Sci 28(5): 359–370. https://doi.org/10.1111/j.1467-2494.2006.00344.x
  6. Clemson Cooperative Extension: pH Values of Common Foods and Ingredients. Tabelle (PDF), abgerufen am 29.10.2026. https://www.clemson.edu/extension/food/_files/ph-of-common-foods-table.pdf
  7. Grosu Dumitrescu C, Jîjie AR, Manea HC, Moacă EA, Iftode A, Minda D et al. (2024): New Insights Concerning Phytophotodermatitis Induced by Phototoxic Plants. Life (Basel) 14(8): 1019. https://doi.org/10.3390/life14081019
  8. Ananthapadmanabhan KP, Moore DJ, Subramanyan K, Misra M, Meyer F (2004): Cleansing without compromise: the impact of cleansers on the skin barrier and the technology of mild cleansing. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 16–25. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1002.x
  9. DermNet: Dry skin. Oakley A (1997), aktualisiert März 2022, abgerufen am 29.10.2026. https://dermnetnz.org/topics/dry-skin
  10. Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP (2016): The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 30(2): 223–249. https://doi.org/10.1111/jdv.13301