Nach dem Schwimmbad, nach Wochen in warmen Winterstiefeln oder nach einem Sommer in offenen Schuhen sieht man genauer hin: Die Fersen sind hart und gelblich, die Sohle schuppt, zwischen den kleinen Zehen ist die Haut weiß und juckt. Ist das noch trockene Haut, schon Hornhaut, ein Riss oder ein Pilz? Die Antwort entscheidet darüber, ob Pflege reicht oder ob jemand die Füße ansehen sollte.
Vier Dinge, die oft verwechselt werden
Trockene Haut an den Füßen hat zu wenig Wasser und Fett in der Hornschicht. Kälte, Heizungsluft, heißes Duschen und der Wechsel zwischen feuchten Schuhen und trockener Luft tragen dazu bei (Trockene Füße im Winter: Woran liegt es, was hilft?). Hornhaut ist eine verdickte Schutzschicht dort, wo Druck und Reibung wirken; sie wächst nach, solange der Druck bleibt (Hornhaut kommt immer wieder). Schrunden sind Risse in dieser trockenen, verdickten Haut, typisch am Fersenrand (Schrunden: was das Wort meint und was in Schrundensalbe steckt).
Alle drei hängen zusammen. In einer Untersuchung an 93 Personen hatten Hornhaut, Hühneraugen, trockene Fersenhaut und eingerissene Fersen deutlich weniger Feuchtigkeit, waren weniger elastisch und rauer als unauffällige Haut (Hashmi et al. 2015). Warum die Ferse dabei einreißt, erklärt Warum Fersenhaut so dick wird und einreißt.
Fußpilz ist etwas anderes: eine Infektion der Haut mit Hautpilzen, meist Dermatophyten. Sie dringen über kleine Risse in die Oberhaut ein und werden über direkten Hautkontakt oder Hautschuppen übertragen, etwa in Gemeinschaftsduschen (IQWiG 2025). Der häufigste Erreger ist Trichophyton rubrum (Ilkit & Durdu 2015).
| Merkmal | Trockene Haut | Hornhaut und Schrunden | Fußpilz zwischen den Zehen | Fußpilz, Mokassin-Form |
|---|---|---|---|---|
| Wo | Fersen, Ballen, Fußrücken, Schienbein | Druckstellen: Fersenrand, Ballen, Zehen | Zehenzwischenräume, oft zwischen 4. und 5. Zehe | Sohle und Fußränder |
| Aussehen | matt, fein schuppig | gelblich verdickt; Risse am Rand | weißlich aufgeweicht, schuppig, gerötet, eingerissen | feine Schuppung, oft wie trockene Haut |
| Juckreiz | gering | kaum; tiefe Risse schmerzen | häufig | wechselnd |
| Verteilung | meist beide Füße ähnlich | wo der Druck sitzt | oft nur ein Fuß oder ungleich | oft ungleich, kann einseitig sein |
| Mit Pflege | in ein bis zwei Wochen weicher | bleibt weicher, wächst aber nach | bleibt oder kommt wieder | bleibt oder kommt wieder |
| Wer klärt | du selbst | du selbst; tiefe Risse Podologie oder Arztpraxis | Arztpraxis, Hautprobe | Arztpraxis, Hautprobe |
Quellen der Tabelle: DermNet: Tinea pedis, NHS 2024, IQWiG 2025, Hashmi et al. 2015. Die Zeitangaben in der Zeile „Mit Pflege“ sind Erfahrungswerte. Die Bilder überschneiden sich: Auch Fußpilz kann die Haut einreißen lassen (NHS 2024), und eine Hornhaut schließt einen Pilz nicht aus.
Die Formen von Fußpilz und warum eine davon täuscht
Fachquellen unterscheiden vier Bilder (DermNet: Tinea pedis):
- Zwischen den Zehen: juckende, aufgeweichte oder schuppende Stellen, besonders zwischen der vierten und fünften Zehe. Fußpilz tritt vor allem hier auf (IQWiG 2025); oft fallen zuerst weiße, juckende Flecken auf (NHS 2024).
- Mokassin-Form: Schuppen bedecken Sohle und Seiten des Fußes wie ein Hausschuh. Diese Form kann mit Neurodermitis verwechselt werden (IQWiG 2025) und ebenso mit trockener, schuppiger Haut.
- Mit Bläschen: kleine bis mittelgroße Bläschen, meist an der Innenseite des Fußes.
- Nässend: selten, mit nässenden, offenen Stellen zwischen den Zehen.
Ein Hinweis auf Pilz ist die Verteilung: Fußpilz ist oft ungleich verteilt und kann nur einen Fuß betreffen (DermNet: Tinea pedis). Trockene Haut dagegen zeigt sich meist an beiden Füßen ähnlich. Ein sicheres Zeichen ist das nicht.
Wie häufig Fußpilz ist, hängt davon ab, wen man fragt. Das Gesundheitsportal des IQWiG nennt 3 bis 15 Prozent der Bevölkerung; Männer und ältere Menschen sind häufiger betroffen (IQWiG 2025). In einer europäischen Erhebung an über 70.000 Menschen, die eine Haus- oder Hautarztpraxis aufsuchten, hatten 34,9 Prozent eine Pilzerkrankung an den Füßen, Nagelpilz eingerechnet (Burzykowski et al. 2003). Das ist keine Zahl für die Allgemeinbevölkerung, zeigt aber, wie oft Fachleute beim genauen Hinsehen fündig werden.
Als Risikofaktoren gelten enge, wenig luftige Schuhe, starkes Schwitzen, häufiges Barfußgehen in Schwimmbädern und Saunen, Diabetes und Durchblutungsstörungen sowie ein geschwächtes Immunsystem (IQWiG 2025), (DermNet: Tinea pedis). Dieselben Pilze können auf die Zehennägel übergehen (IQWiG 2025); auch dort wird die Diagnose an einer Probe gestellt, mit Mikroskop, Kultur oder molekularem Test (Nenoff et al. 2023).
Wie sich Pilz und trockene Haut sicher unterscheiden lassen
Mit bloßem Auge gelingt das oft nicht. Eine Übersichtsarbeit empfiehlt, die Diagnose Fußpilz mikrobiologisch zu sichern (Ilkit & Durdu 2015). In der Praxis werden dazu Hautschuppen abgeschabt und unter dem Mikroskop auf Pilzfäden untersucht; das Ergebnis liegt oft nach etwa einem Tag vor. Eine Pilzkultur, die den Erreger bestimmt, dauert etwa drei Wochen (IQWiG 2025).
Auch andere Erkrankungen sehen an den Füßen ähnlich aus und werden in der Praxis abgegrenzt: Ekzeme an den Füßen, eine Kontaktallergie auf Bestandteile von Schuhen, Schuppenflechte an der Sohle und angeborene oder erworbene Verhornungsstörungen (DermNet: Tinea pedis). Wer zugleich raue, schuppige Hände hat, findet die Abgrenzung dort unter Trockene Hände oder Handekzem?
Für dich zu Hause heißt das: Juckt es zwischen den Zehen, ist die Haut dort weiß, aufgeweicht oder eingerissen, schuppt nur ein Fuß oder kommt es trotz Pflege immer wieder, gehört es in die Praxis. Raue Fersen ohne Juckreiz, die mit Pflege weicher werden, sind sehr wahrscheinlich trockene Haut oder Hornhaut.
Pflege für trockene Füße, die zur Fußhygiene passt
Fürs Eincremen und für die Fußhygiene gelten dieselben Grundregeln. Füße nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Täglich frische Socken, am besten aus Baumwolle. Luftige, nicht zu enge Schuhe tragen und sie möglichst täglich wechseln, damit sie austrocknen können. In Gemeinschaftsduschen und Umkleiden Badeschuhe tragen. Handtücher, Socken und Schuhe nicht mit anderen teilen und Socken und Handtücher bei mindestens 60 Grad waschen (IQWiG 2025), (NHS 2024). Ehrlich gesagt: Wie gut diese Maßnahmen Fußpilz verhindern, ist nicht gut untersucht (IQWiG 2025); sie sind trotzdem die übliche Empfehlung.
Beim Eincremen gilt eine Regel aus der Fußpflege bei Diabetes, die sich für alle bewährt hat: trockene Haut mit einer fetthaltigen Pflege geschmeidig halten, aber nicht zwischen den Zehen (Schaper et al. 2024). Dort ist es ohnehin feucht und warm. Die Pflege gehört auf Fersen, Ballen, Sohle und Fußrücken, am besten auf leicht feuchte Haut nach dem Waschen. Ein kurzes Fußbad weicht harte Hornhaut auf (Fußbad vor dem Eincremen: Wie lange, wie warm, wann sinnvoll?); Baumwollsocken über Nacht halten die Creme am Fuß (Fußcreme über Nacht mit Socken: Was bringt das?).
Die Feste Fußcreme – Rosmarin & Salbei ist für trockene, raue Füße und Fersen gedacht. Sie besteht aus Sonnenblumen- und Olivenöl, Bienenwachs und Sheabutter, enthält kein Wasser und wird deshalb am besten auf leicht feuchte Haut aufgetragen. Ätherische Öle aus Rosmarin, Eukalyptus und Muskatellersalbei geben ihr den Duft; ein Mittel gegen Fußpilz ist sie nicht. Laut Produktseite ist sie nicht für Kinder unter 7 Jahren geeignet und enthält Eucalyptol und Kampfer. Für einzelne raue Stellen am Fersenrand legt die SOS Pechsalbe – Lärchenharz im Glastiegel einen zähen Film; wer auf Baumharze oder Kolophonium reagiert, nimmt sie nicht.
| Mittel | Grundlage | Wasser | Wofür gedacht | Was es nicht ist |
|---|---|---|---|---|
| Feste Fußcreme – Rosmarin & Salbei | Sonnenblumen-, Olivenöl, Bienenwachs, Sheabutter, ätherische Öle | nein | trockene, raue Füße und Fersen | kein Mittel gegen Pilz; nicht zwischen die Zehen |
| SOS Pechsalbe – Lärchenharz | Olivenöl, Lärchenharz, Bienenwachs | nein | einzelne raue, verhornte Stellen | nichts für offene Risse; nicht bei Harzallergie |
| Fußcreme mit Urea | Wasser, Urea, Öle, Emulgatoren | ja | dicke, verhornte Haut; in höherer Konzentration hornhautlösend | kein Mittel gegen Pilz; kann auf Rissen brennen |
| Mittel gegen Fußpilz aus der Apotheke | pilzhemmender Arzneistoff | je nach Produkt | nachgewiesene oder ärztlich vermutete Pilzinfektion, nach Beratung | keine Pflege für trockene Haut |
Die Tabelle beschreibt, wofür die Mittel gedacht sind, keine Rangfolge. Zu Urea siehe Urea oder wasserfreie Creme? Raue Fersen und trockene Hände; zu ätherischen Ölen Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene. Greif nur mit sauberen, trockenen Fingern in die Dose und teile sie nicht, solange ein Pilz nicht ausgeschlossen ist; mehr unter Hygiene bei wasserfreier Kosmetik: worauf achten?
Wann ärztlichen Rat holen?
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis (IQWiG 2025). Lass deine Füße ansehen, wenn
- es zwischen den Zehen juckt, die Haut dort weiß aufgeweicht, gerötet oder eingerissen ist oder nässt,
- sich Bläschen bilden oder nur ein Fuß schuppt,
- sich Zehennägel verfärben, verdicken oder bröckeln,
- Mittel aus der Apotheke nach einigen Wochen nicht geholfen haben oder es sich auf die Hände ausbreitet,
- Fuß oder Bein heiß, rot und schmerzhaft werden; das kann auf eine ernstere Infektion hinweisen und braucht rasch ärztliche Hilfe (NHS 2024),
- Risse in der Hornhaut tief sind, bluten oder schmerzen (Rissige Fersen: Wann zur Podologie oder zum Arzt?).
Bei Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem gehst du schon bei kleinen Veränderungen in die Praxis (NHS 2024). Die internationale Leitlinie zum diabetischen Fuß rät, beide Füße täglich ganz anzusehen, auch zwischen den Zehen, Hornhaut nicht selbst mit chemischen Mitteln oder Pflastern zu entfernen und Pilzinfektionen behandeln zu lassen (Schaper et al. 2024).
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob meine Füße nur trocken sind oder Fußpilz haben?
Trockene Füße schuppen fein an Fersen und Ballen, meist an beiden Füßen ähnlich, und werden mit Pflege weicher. Juckreiz und weiße, aufgeweichte oder eingerissene Haut zwischen den Zehen sprechen eher für Pilz. Sicher zeigt es nur eine Hautprobe.
Kann eine trockene, schuppige Fußsohle Fußpilz sein?
Ja. Die Mokassin-Form lässt Sohle und Fußränder fein schuppen und sieht aus wie trockene Haut. Bleibt die Schuppung trotz Pflege oder betrifft sie nur einen Fuß, lass es untersuchen.
Ist Hornhaut ein Zeichen für Fußpilz?
Nein. Hornhaut ist eine Schutzreaktion auf Druck und Reibung. Ein Pilz kann aber zusätzlich vorliegen, deshalb gehört eine schuppige, juckende Sohle ebenso in die Praxis.
Darf ich bei Fußpilz eine Fußcreme benutzen?
Zwischen die Zehen gehört keine Creme. Gerötete, nässende oder eingerissene Stellen behandelt die Praxis; unsere Cremes sind laut Produkthinweis nicht für gereizte oder verletzte Haut. Für die übrige, trockene Fußhaut sprich die Pflege mit der Praxis ab.
Hilft die Fußcreme mit Rosmarin und Eukalyptus gegen Pilze?
Nein. Die ätherischen Öle geben ihr den Duft. Sie ist eine Pflege für trockene, raue Füße und kein Mittel gegen Fußpilz.
Wie schütze ich mich im Schwimmbad und in der Sauna?
Badeschuhe tragen, Füße danach gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen, und Handtücher nicht teilen. Wie gut das vorbeugt, ist nicht gut untersucht. Wann du dort eincremst, steht unter Eincremen vor oder nach der Sauna?
Warum soll man nicht zwischen den Zehen eincremen?
Dort ist die Haut ohnehin warm und feucht, und eine Fettschicht hält die Feuchtigkeit fest. Die Leitlinie zum diabetischen Fuß rät ausdrücklich, Pflege nicht zwischen die Zehen zu geben.
Bei forpeople
Unsere Fußpflege ist für trockene, raue Füße und Fersen gedacht. Sie ist kein Mittel gegen Fußpilz und gehört nicht auf gereizte oder verletzte Haut und nicht zwischen die Zehen.
Feste Fußcreme – Rosmarin & Salbei, 40 g, 9,90 €: wasserfrei, mit ätherischen Ölen aus Rosmarin, Eukalyptus und Muskatellersalbei.
Feste Fußcreme Refiller – Rosmarin & Salbei, 40 g, 7,90 €: dieselbe Creme zum Nachfüllen der Dose.
Fußpflege-Set XL – für trockene Füße, 160 g, 29,90 €: eine Dose und drei Refiller der Fußcreme.
SOS Pechsalbe – Lärchenharz im Glastiegel, 50 g, 16,90 €: Olivenöl, Lärchenharz und Bienenwachs für einzelne raue Stellen.
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2025): Fußpilz. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 09.07.2025, abgerufen am 28.10.2026. https://www.gesundheitsinformation.de/fusspilz.html
- DermNet: Tinea pedis. Erstellt 2003, aktualisiert von Stewart T mit Oakley A (April 2018), abgerufen am 28.10.2026. https://dermnetnz.org/topics/tinea-pedis
- NHS (2024): Athlete's foot. Zuletzt geprüft am 29.04.2024, abgerufen am 28.10.2026. https://www.nhs.uk/conditions/athletes-foot/
- Ilkit M, Durdu M (2015): Tinea pedis: the etiology and global epidemiology of a common fungal infection. Crit Rev Microbiol 41(3): 374–388. https://doi.org/10.3109/1040841X.2013.856853
- Burzykowski T, Molenberghs G, Abeck D, Haneke E, Hay R, Katsambas A et al. (2003): High prevalence of foot diseases in Europe: results of the Achilles Project. Mycoses 46(11–12): 496–505. https://doi.org/10.1046/j.0933-7407.2003.00933.x
- Nenoff P, Reinel D, Mayser P, Abeck D, Bezold G, Bosshard PP et al. (2023): S1 Guideline onychomycosis. J Dtsch Dermatol Ges 21(6): 678–692. https://doi.org/10.1111/ddg.14988
- Schaper NC, van Netten JJ, Apelqvist J, Bus SA, Fitridge R, Game F et al. (2024): Practical guidelines on the prevention and management of diabetes-related foot disease (IWGDF 2023 update). Diabetes Metab Res Rev 40(3): e3657; Appendix 3. https://doi.org/10.1002/dmrr.3657
- Hashmi F, Nester C, Wright C, Newton V, Lam S (2015): Characterising the biophysical properties of normal and hyperkeratotic foot skin. J Foot Ankle Res 8: 35. https://doi.org/10.1186/s13047-015-0092-7



















