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Trockene, rissige Haut an den Zehen: großer Zeh, Zehenoberseite und Knöchel

Kurz gesagt

Trockene, rissige Haut an den Zehen entsteht im Herbst und Winter meist durch Druck und Reibung in Winterschuhen und dicken Socken, durch den Wechsel zwischen feucht-warmem Schuh und trockener Heizungsluft und durch Nagelpflege, bei der die Haut am Nagelrand verletzt wird. Die Lösung in drei Schritten: Schuhe mit genug Platz für dicke Socken tragen und Socken täglich wechseln; die Füße lauwarm waschen und vor allem zwischen den Zehen gründlich abtrocknen; abends eine fetthaltige Fußcreme auf großen Zeh, Zehenoberseiten, Zehenkuppen und Knöchel geben, aber nicht zwischen die Zehen. Bei Diabetes, Gefühls- oder Durchblutungsstörungen, bei weißer, eingerissener Haut zwischen den Zehen, bei schmerzenden Hühneraugen oder rot-violetten Schwellungen nach Kälte gehören die Füße in podologische oder ärztliche Hände.

Das Problem: trockene, rissige Haut an Zehen und Knöchel

Am großen Zeh wird die Haut an der Innenseite und an der Kuppe hart und reißt ein, am Nagelrand stehen Hautfetzen ab. Der kleine Zeh hat an der Außenseite eine raue, verdickte Stelle, manchmal mit einem schmerzenden Hühnerauge. Auf der Oberseite der Zehen, dort wo die Gelenke gegen das Oberleder drücken, wird die Haut rau und rot. Am Knöchel, wo Stiefelschaft und Sockenbündchen reiben, schuppt sie fein. Typisch ist das ab Herbst: Die Winterstiefel kommen aus dem Keller, dicke Socken machen die Schuhe enger, die Füße schwitzen im Schuh und trocknen in der Heizungsluft wieder aus.

Ein Sonderfall ist die Haut zwischen den Zehen. Ist sie weiß, aufgeweicht, schuppig oder eingerissen, steckt oft keine trockene Haut dahinter, sondern ein Fußpilz; mehr dazu weiter unten und unter Trockene Füße oder Fußpilz? Merkmale und wann zum Arzt.

Warum die Zehen im Winter rissig werden

Druck und Reibung im Schuh. Hornhaut ist eine normale Reaktion der Haut auf anhaltenden Druck oder Reibung; Hühneraugen und Schwielen entstehen vor allem durch schlecht sitzende Schuhe, Fehlstellungen des Fußes und viel Bewegung (Freeman 2002). Dazu zählen unbequeme Schuhe, Schuhe in der falschen Größe, hohe Absätze und Schuhe ohne Socken (NHS: Corns and calluses). Im Winter kommt dazu, dass steife Stiefel und dicke Socken den Platz im Schuh verringern; das ist eine Beobachtung aus der Praxis. Am großen Zeh drückt das Abrollen beim Gehen, am kleinen Zeh die Seitenwand des Schuhs. Warum verdickte Hornhaut reißt, statt sich zu dehnen, erklärt Warum Fersenhaut so dick wird und einreißt; an den Zehen gilt dasselbe Prinzip.

Erst feucht, dann trocken. In geschlossenen Winterschuhen schwitzen die Füße, abends trocknen sie in der Heizungsluft aus. Bei einer Hautveränderung, die vor allem Kinder betrifft und auch „atopische Winterfüße“ genannt wird, beschreibt eine dermatologische Fachquelle genau diesen Ablauf: Schweiß in verschlossenen, oft synthetischen Schuhen, danach schnelles Austrocknen, das zu Rissen führt, besonders am Ballen der großen Zehe und am Vorfuß (DermNet: Juvenile plantar dermatosis). Wie das Schuhklima im Winter allgemein auf die Füße wirkt, steht unter Trockene Füße im Winter: Woran liegt es, was hilft?

Kälte und Heizungsluft. Niedrige Temperaturen und niedrige Luftfeuchte verringern nach einer Übersichtsarbeit die Barrierefunktion der Haut und machen sie anfälliger für mechanische Belastung (Engebretsen et al. 2016), also auch für den Druck im Schuh.

Dünne Haut auf Zehen und Knöchel. Anders als an Ferse und Ballen ist die Haut auf den Zehenoberseiten, auf dem Fußrücken und am Knöchel dünn und ähnelt der Haut auf dem Handrücken; mehr dazu unter Handcreme für die Füße, Fußcreme für die Hände: Geht das? Am Knöchel reiben Stiefelschaft, Sockenbündchen und bei manchen Kompressionsstrümpfe; zu Letzteren gibt es Trockene Haut unter Kompressionsstrümpfen: Ursachen und was hilft.

Nagelpflege. Wer die Haut am Nagelrand des großen Zehs schneidet, die Nägel rund oder sehr kurz schneidet oder abstehende Hautfetzen abzieht, verletzt die Haut dort leicht. Die internationale Arbeitsgruppe zum diabetischen Fuß rät, Zehennägel gerade zu schneiden (Schaper et al. 2024); das ist auch ohne Diabetes eine gute Regel.

Die Lösung Schritt für Schritt

Schritt Was du tust Warum
Sofort Die Druckstelle suchen: Schuh, Naht, Socke; drückt der Winterstiefel, ihn mit dünneren Socken tragen oder wechseln Hornhaut und Risse kommen wieder, solange der Druck bleibt
Sofort Hornhaut, Hühneraugen und Hautfetzen nicht schneiden oder abreißen Klingen und Scheren verletzen leicht die lebende Haut darunter
Jeden Tag Füße lauwarm waschen und gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen Gründliches Trocknen zwischen den Zehen gehört zu den ersten Vorbeugemaßnahmen bei Fußpilz
Jeden Tag Socken täglich wechseln, Schuhe abwechselnd tragen und zwischendurch vollständig trocknen lassen Dauerhaft feuchte, verschlossene Schuhe belasten die Haut
Jeden Abend Eine fetthaltige Fußcreme auf großen Zeh, Zehenoberseiten, Zehenkuppen, Fußrücken und Knöchel geben, nicht zwischen die Zehen; lockere Baumwollsocken darüber Der Fettfilm hält die Haut geschmeidig; zwischen den Zehen soll die Haut trocken bleiben
Vorbeugen Winterschuhe mit Socken anprobieren, Zehennägel gerade schneiden, harte Stellen höchstens vorsichtig mit einer Feile glätten Genug Platz verringert den Druck; gerade geschnittene Nägel lassen den Nagelrand in Ruhe
Vorbeugen Bei Druckstellen weiche Polster oder Einlagen aus der Apotheke, bei Fehlstellungen eine podologische Beratung Polster verteilen den Druck

Quellen der Tabelle: Freeman 2002, NHS: Corns and calluses, DermNet: Tinea pedis, Schaper et al. 2024; die Reihenfolge ist übliche Praxis. Wie du Hornhaut ohne Klinge glättest, steht unter Bimsstein nass oder trocken? Hornhaut richtig entfernen, warum Socken über Nacht sinnvoll sind, unter Fußcreme über Nacht mit Socken: Was bringt das?

Für die Zehen nimmst du dieselbe Pflege wie für den Rest des Fußes, nur in kleiner Menge. Die Feste Fußcreme – Rosmarin & Salbei ist laut Produktseite für trockene, raue Füße und Fersen mit oberflächlichen Rissen gedacht. Sie besteht aus Sonnenblumen- und Olivenöl, Bienenwachs und Sheabutter, dazu Johanniskraut- und Aloe-Extrakt und ätherischen Ölen aus Rosmarin, Eukalyptus und Muskatellersalbei. An den Zehen wärmst du das Stück kurz in der Hand an und streichst die Creme mit den Fingern auf, statt über die Haut zu reiben. Die Produktseite nennt drei Hinweise: nicht auf verletzte Haut, nicht für Kinder unter 7 Jahren, weil die Creme Eucalyptol und Kampfer enthält, und bei Diabetes oder vermindertem Gefühl in den Füßen Hautveränderungen frühzeitig fachlich abklären lassen. Wer an den Füßen keine ätherischen Öle möchte, nimmt die Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera, laut Produktseite für trockene oder beanspruchte Hautstellen; mehr dazu unter Kann ich Körperbutter für Hände, Füße und Gesicht nehmen?

Was hilft – und was eher nicht

Maßnahme oder Annahme Einordnung
Fetthaltige Fußcreme abends, Socken darüber hilft trockener, rauer Haut an Zehen und Knöchel
Creme zwischen die Zehen nein; dort soll die Haut trocken bleiben
Hornhaut am Zeh mit Klinge, Hobel oder Schere entfernen nein; Verletzungsgefahr, besonders bei Diabetes
Hühneraugenpflaster oder Lösungen mit Säure bei Diabetes, Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen nicht; sonst vorher in der Apotheke beraten lassen
Langes, heißes Fußbad eher nicht; weicht die Haut auf; bei Diabetes Wasser immer unter 37 °C
Wärmflasche oder Heizkissen an kalte Füße bei Diabetes oder vermindertem Gefühl nicht, weil Verbrennungen unbemerkt bleiben können
Fußpuder bei schwitzenden Füßen kann helfen, die Zehenzwischenräume trocken zu halten

Quellen: NHS: Corns and calluses, DermNet: Tinea pedis, Schaper et al. 2024. Die übrigen Einträge sind unsere Einordnung. Was ein Fußbad vor dem Eincremen bringt, steht unter Fußbad vor dem Eincremen: Wie lange, wie warm, wann sinnvoll?

Typische Fehler

  • Zwischen den Zehen eincremen. Die Haut dort bleibt feucht und weich; Pflege gehört auf Zehenoberseiten, Kuppen und Knöchel.
  • Hornhaut am großen oder kleinen Zeh abschneiden. Sie kommt wieder, solange der Druck bleibt, und die Klinge trifft leicht lebende Haut.
  • Die Nägel rund und sehr kurz schneiden. Der Nagelrand wird gereizt, und Nägel können einwachsen.
  • Die Winterstiefel vom Vorjahr mit dickeren Socken tragen. Der Schuh wird zu eng, und die Zehen reiben.
  • Nasse Socken nach Schnee und Regen anbehalten. Feuchte und anschließendes Austrocknen setzen der Haut zu.
  • Weiße, eingerissene Haut zwischen den Zehen für trockene Haut halten. Das ist ein typisches Bild für Fußpilz.

Wann ärztlichen Rat holen?

Eine Fußcreme pflegt trockene, raue Haut; sie behandelt weder Pilz noch Hühneraugen noch Wunden. Lass deine Füße podologisch oder ärztlich ansehen, wenn

Häufige Fragen

Warum ist die Haut an meinem großen Zeh trocken und rissig?
Beim Gehen rollst du über den großen Zeh ab, und im Schuh drückt und reibt es dort. Die Haut bildet Hornhaut, die weniger elastisch ist und einreißt. Mehr Platz im Schuh, abends eincremen und die Hornhaut nicht schneiden hilft.

Warum ist die Haut auf der Oberseite der Zehen trocken?
Die Haut ist dort dünn, und die Zehengelenke reiben am Oberleder. In engen Winterschuhen mit dicken Socken nimmt die Reibung zu.

Was hilft gegen trockene Haut am Knöchel?
Stiefelschaft und Sockenbündchen prüfen, abends dünn eine fetthaltige Creme auftragen und bei Bedarf weichere Socken ohne enges Bündchen tragen.

Darf ich zwischen den Zehen eincremen?
Nein. Dort soll die Haut trocken bleiben. Zwischen den Zehen gründlich abtrocknen genügt; Fachleute raten ausdrücklich, Pflege nicht zwischen die Zehen zu geben.

Trockene Haut zwischen den Zehen, aber kein Jucken: Kann das Pilz sein?
Mit bloßem Auge lässt sich das oft nicht sicher sagen. Bleibt die Haut zwischen den Zehen trotz gründlichem Abtrocknen schuppig, weiß oder eingerissen, lass eine Hautprobe nehmen.

Welche Creme ist gut für rissige Zehen?
Eine fetthaltige Fuß- oder Körperpflege, abends in kleiner Menge auf die trockenen Stellen. Tiefe, blutende oder schmerzende Risse gehören nicht unter Creme, sondern in podologische Hände.

Darf ich Hornhaut am kleinen Zeh abschneiden?
Nein. Glätte sie höchstens vorsichtig mit einer Feile und nimm den Druck weg. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen macht das die Podologie.

Ist die feste Fußcreme für Kinder geeignet?
Laut Produktseite nicht für Kinder unter 7 Jahren, weil sie Eucalyptol und Kampfer enthält. Rissige Kinderfüße gehören in die Kinderarztpraxis.

Bei forpeople

Für die Füße haben wir eine feste, wasserfreie Fußcreme in der nachfüllbaren Metalldose.

Feste Fußcreme – Rosmarin & Salbei, 40 g, 9,90 €: Sonnenblumen- und Olivenöl, Bienenwachs, Sheabutter und ätherische Öle; nicht für Kinder unter 7 Jahren.

Feste Fußcreme Refiller – Rosmarin & Salbei, 40 g, 7,90 €: dieselbe Rezeptur zum Nachfüllen der Dose.

Fußpflege-Set – gegen trockene, raue Füße (2× Rosmarin-Creme), zusammen 80 g, 16,90 €.

Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera, 40 g, 9,90 €: ohne ätherische Öle, für alle, die an den Füßen keinen Kräuterduft möchten.

Mehr dazu: Hornhaut kommt immer wieder: Warum sie nachwächst und was hilft · Schwitzen im Winter: Ursachen und was du tun kannst · Fußpflege vor und nach dem Wandern · Urea oder wasserfreie Creme? Raue Fersen und trockene Hände · Frostbeulen an Zehen und Fingern: erkennen, vorbeugen, was hilft · Hühnerauge, Hornhaut oder Dornwarze? So unterscheidest du sie · Haut zwischen den Zehen löst sich ab: Feuchtigkeit, Fußpilz oder Trockenheit? · Haut schält sich an den Füßen: Fußsohle, ohne Jucken, beim Kind – Ursachen und was hilft · Nagelbett entzündet: erkennen, was hilft und wann zum Arzt

Aus dem Blog: Was in der festen Fußcreme steckt – und warum

Quellen

  1. Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP (2016): The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 30(2): 223–249. https://doi.org/10.1111/jdv.13301
  2. Freeman DB (2002): Corns and calluses resulting from mechanical hyperkeratosis. Am Fam Physician 65(11): 2277–2280. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12074526/
  3. NHS: Corns and calluses. Zuletzt geprüft am 28.07.2026, abgerufen am 29.10.2026. https://www.nhs.uk/conditions/corns-and-calluses/
  4. DermNet: Juvenile plantar dermatosis. Oakley A (1997), aktualisiert von Eshraghi A und Oakley A, März 2018, überarbeitet September 2020, abgerufen am 29.10.2026. https://dermnetnz.org/topics/juvenile-plantar-dermatosis
  5. DermNet: Tinea pedis. Erstellt 2003, aktualisiert von Stewart T, April 2018, abgerufen am 29.10.2026. https://dermnetnz.org/topics/tinea-pedis
  6. Schaper NC, van Netten JJ, Apelqvist J, Bus SA, Fitridge R, Game F et al. (2024): Practical guidelines on the prevention and management of diabetes-related foot disease (IWGDF 2023 update). Diabetes Metab Res Rev 40(3): e3657. https://doi.org/10.1002/dmrr.3657
  7. DermNet: Chilblains. Oakley A (1999), aktualisiert von Tang GT und Nixon R, Februar 2021, abgerufen am 29.10.2026. https://dermnetnz.org/topics/chilblains