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Handcreme-Tests: Was Corneometer und Tewameter messen

Kurz gesagt

Stiftung Warentest misst die Pflegewirkung von Handcremes mit zwei Geräten am Unterarm: Das Corneometer erfasst den Wassergehalt der obersten Hautschicht, das Tewameter den Wasserverlust durch die Haut, jeweils 12 bis 16 Stunden nach der letzten Anwendung. Öko-Test prüft dagegen vor allem die Inhaltsstoffe im Labor. Beide Ansätze beantworten unterschiedliche Fragen. Was die Messungen über eine wasserfreie, feste Handcreme aussagen und was nicht, erklärt diese Seite. Testurteile zu einzelnen Produkten geben wir bewusst nicht wieder.

Zwei Tester, zwei Fragen

Im Handcreme-Test vom 17. Januar 2025 hat die Stiftung Warentest 17 Handcremes geprüft, die laut Verpackung für trockene, strapazierte Haut gedacht sind: 13 klassische Cremes auf Wasserbasis, 2 Konzentrate und 2 feste Handpflegeprodukte im Stück. Die festen Produkte beschreibt der Test als Rezepturen aus Fetten, Ölen und Wachsen statt Wasser (Stiftung Warentest 2025). Das Gesamturteil setzt sich aus mehreren gewichteten Prüfpunkten zusammen:

Prüfpunkt (Stiftung Warentest) Anteil Wie geprüft
Pflegeeigenschaften 40 % Corneometer und Tewameter am Unterarm von rund 20 Probandinnen
Hautgefühl 20 % Rund 20 Testpersonen beurteilen Glätte, Geschmeidigkeit, Trockenheit, Spannungsgefühl
Anwendung und Alltagstauglichkeit 15 % Entnehmen, Verteilen, Einziehen, Klebrigkeit, Smartphone bedienen, Flasche öffnen
Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung 10 % Öffnen, Schließen, Restmenge
Deklaration und Werbeaussagen 10 % Kennzeichnung nach Kosmetikverordnung, Lesbarkeit
Umweltkritische Stoffe 5 % Auswertung der Inhaltsstoffliste

Öko-Test geht anders vor. Für den Handcreme-Test vom 22. Oktober 2025 mit 47 Produkten ließ die Redaktion die Cremes im Labor unter anderem auf Formaldehyd und Formaldehydabspalter, bestimmte Moschusverbindungen und Duftstoffe untersuchen. Standen Paraffine in der Inhaltsstoffliste, wurde auf aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) geprüft. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe; weitere Mängel wie bestimmte Kunststoffverbindungen oder Verpackungsfragen können es verschlechtern (Öko-Test 2025). Eine Messung der Pflegewirkung an Testpersonen beschreibt die veröffentlichte Methode nicht. Mehr zur Mineralöl-Frage steht unter Handcreme ohne Mineralöl.

Was Corneometer und Tewameter messen

Das Corneometer misst elektrisch. Es nutzt die Tatsache, dass Wasser die elektrischen Eigenschaften der Hornschicht verändert: Je feuchter die obersten Hautschichten, desto höher der Messwert. Die Europäische Arbeitsgruppe für Wirksamkeitsmessungen an Kosmetik (EEMCO) hält solche elektrischen Methoden weiterhin für die bevorzugte Technik, betont aber, dass es keinen allgemeinen Validierungsstandard gibt (Berardesca et al. 2018). Der Wert ist indirekt: Er zeigt keinen Wassergehalt in Prozent, sondern eine Geräteeinheit. In einem Gerätevergleich reagierte das Corneometer zudem auf Salz in der aufgetragenen Rezeptur, ein anderes kapazitives Gerät nicht (Alanen et al. 2004). Was auf der Haut liegt, kann die Anzeige also mit beeinflussen.

Das Tewameter misst den transepidermalen Wasserverlust (TEWL): die Menge Wasser, die pro Zeit und Fläche durch die Hornschicht an die Oberfläche wandert und verdunstet. Eine Sonde erfasst dazu die Wasserdampfdichte über der Haut. Der Wert reagiert empfindlich auf Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftbewegung, unterscheidet sich deutlich je nach Körperstelle und hängt auch von Schweißdrüsen und Hauttemperatur ab (Alexander et al. 2018). Die EEMCO-Leitlinie nennt eine große Zahl von Einflussgrößen und verlangt streng standardisierte Bedingungen (Rogiers 2001). Grundlagen dazu erklärt Okklusion und TEWL.

Messgröße Was sie zeigt Was sie nicht zeigt
Corneometer-Wert Wie feucht die obersten Schichten der Hornschicht sind Glätte, Risse, Fettgefühl, Wirkung an der Hand selbst
TEWL (Tewameter) Wie viel Wasser durch die Haut verdunstet Wie sich die Haut anfühlt; Werte schwanken mit dem Raumklima
Hautgefühl (Testpersonen) Subjektive Glätte, Geschmeidigkeit, Spannung Messwerte; Vorlieben sind verschieden
Laboranalyse (Öko-Test) Ob kritisch bewertete Stoffe enthalten sind Wie gut eine Creme pflegt

Was das für eine wasserfreie, feste Creme bedeutet

Wie viel Wasser die Hornschicht hält, hängt von mehreren Faktoren ab: von den Lipiden zwischen den Hornzellen, vom langen, gewundenen Weg, den Wasser durch die Schichten nehmen muss, und vom natürlichen Feuchthaltefaktor in den Zellen (Rawlings und Harding 2004). Cremes können auf zwei Wegen eingreifen. Wasserhaltige Cremes mit Feuchthaltemitteln wie Glycerin bringen Wasser mit und binden es. Eine wasserfreie Creme bringt selbst kein Wasser mit; sie legt einen Film auf, der die Verdunstung verringert, sodass die Haut ihr eigenes Wasser besser hält. Die Unterschiede erklärt Feuchthaltemittel, Okklusiva, Emollienzien.

Daraus folgt für das Lesen eines Tests:

  • Der Zeitpunkt zählt. Gemessen wurde 12 bis 16 Stunden nach der letzten Anwendung, nach zwei Wochen mit zweimal täglichem Eincremen und einer Standard-Waschlösung, die die Haut strapazieren sollte. Die Messung beantwortet also: Wie viel Wasser hält die Hornschicht am nächsten Tag? Wie sich die Hände direkt nach dem Auftragen oder bei häufigerem Nachcremen verhalten, bildet sie nicht ab.
  • Die Messstelle ist der Unterarm. Das macht Ergebnisse vergleichbar. Weil sich der Wasserverlust aber zwischen Körperstellen deutlich unterscheidet, lassen sich Werte vom Unterarm nur ungefähr auf Handrücken und Handflächen übertragen. Warum Hände anders sind, steht unter Warum Hände schneller austrocknen.
  • Beide Messwerte hängen am Verhältnis zur Vergleichsfläche. Die Stiftung Warentest verglich mit einer Referenzcreme, die die Haut gut mit Feuchtigkeit anreichert, und mit einer unbehandelten Hautfläche. Ein Ergebnis ist also immer relativ, nicht absolut.
  • Die Produktgruppe ist klein. Zwei feste Produkte unter 17 reichen nicht für allgemeine Aussagen über „feste Handcremes“. Ein Testergebnis gilt für die geprüften Produkte zum Zeitpunkt des Tests.

So liest du Handcreme-Tests für dich

  1. Prüfe, wer was gemessen hat. Pflegewirkung an Testpersonen und Inhaltsstoffe im Labor sind zwei verschiedene Fragen.
  2. Schau auf die Gewichtung. Verpackung, Kennzeichnung oder Umweltkriterien können ein Urteil verschieben, obwohl die Pflege ähnlich ist, und umgekehrt.
  3. Achte auf Datum und Rezeptur. Hersteller ändern Rezepturen. Vergleiche die Inhaltsstoffliste im Test mit der auf deiner Packung. Wie das geht, erklärt INCI-Liste lesen.
  4. Übersetze auf deinen Alltag. Wäschst du oft die Hände, zählt, wie leicht du nachcremen kannst. Im Büro zählt, ob Papier und Tastatur sauber bleiben, siehe Handpflege im Büro.
  5. Nimm dein eigenes Hautgefühl ernst. Ob dir ein Film angenehm ist oder zu fettig vorkommt, ist individuell. Tipps dazu stehen unter Fettig oder gepflegt?.

Häufige Fragen

Schneiden feste Handcremes in Tests schlechter ab?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Im Test der Stiftung Warentest von 2025 waren 2 von 17 Produkten feste Handcremes. Das ist zu wenig für eine Aussage über die ganze Produktgruppe. Die Messung erfasst außerdem nur einen Zeitpunkt am nächsten Tag.

Was ist ein Corneometer?
Ein Messgerät, das über elektrische Eigenschaften der Haut abschätzt, wie viel Wasser die oberste Hautschicht enthält. Es liefert einen Vergleichswert in Geräteeinheiten, keinen Prozentwert.

Was bedeutet ein niedriger TEWL-Wert?
Es verdunstet weniger Wasser durch die Haut. Das spricht für eine intakte Hornschicht oder einen Film auf der Haut. Der Wert hängt stark von Raumklima und Messstelle ab und wird deshalb unter festen Bedingungen gemessen.

Warum misst man am Unterarm und nicht an der Hand?
Die Innenseite des Unterarms ist flach, gut zugänglich und wird im Alltag weniger beansprucht. Das erleichtert vergleichbare Messungen. Die Haut der Hände verhält sich aber anders.

Heißt ein gutes Testergebnis, dass die Creme für mich passt?
Nicht unbedingt. Duft, Hautgefühl, Einziehen und dein Alltag spielen eine große Rolle. Eine Checkliste steht unter Feste Handcreme: worauf achten.

Bei forpeople

Unsere festen Cremes sind wasserfrei und arbeiten mit einem Film aus Wachs und Ölen. Die Feste Handcreme – Bienenwachs (30 g, 9,90 €) enthält laut INCI Bienenwachs, Oliven- und Sonnenblumenöl sowie Johanniskraut- und Aloe-Extrakt. Die vegane Feste Handcreme – Bergamotte (30 g, 9,90 €) nutzt Candelillawachs, Jojoba-, Oliven- und Hanföl sowie Sheabutter. Für größere Flächen gibt es die Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera (40 g, 9,90 €). Wer Wasser und Film kombinieren möchte, trägt zuerst das wasserbasierte Aloe Vera Serum 99,6% (250 ml, 24,90 €) auf und danach die feste Creme; wie das geht, steht unter Aloe-Vera-Serum mit Öl oder fester Creme kombinieren. Zum Nachfüllen gibt es den Feste Handcreme Refiller – Bienenwachs (7,90 €). Mehr dazu: Trockene Hände trotz Eincremen · Feste Creme oder Tube · Urea oder wasserfreie Creme · Was bedeutet Bio bei Handcreme?

Quellen

  1. Stiftung Warentest (2025): Handcreme im Test: Rettung für raue Hände. test.de, 17.01.2025 (test 2/2025), Abschnitt „So haben wir getestet“. https://www.test.de/Handcremes-im-Test-5400915-0/
  2. Öko-Test (2025): Handcremes im Test: Bekannte Marken enttäuschen. oekotest.de, 22.10.2025 (Jahrbuch für 2026), Abschnitte „Testverfahren“ und „Bewertungslegende“. https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/handcremes-im-test-bekannte-marken-enttauschen_15126_1.html
  3. Berardesca E, Loden M, Serup J, Masson P, Rodrigues LM (2018): The revised EEMCO guidance for the in vivo measurement of water in the skin. Skin Res Technol 24(3): 351–358. https://doi.org/10.1111/srt.12599
  4. Alanen E, Nuutinen J, Nicklén K, Lahtinen T, Mönkkönen J (2004): Measurement of hydration in the stratum corneum with the MoistureMeter and comparison with the Corneometer. Skin Res Technol 10(1): 32–37. https://doi.org/10.1111/j.1600-0846.2004.00050.x
  5. Alexander H, Brown S, Danby S, Flohr C (2018): Research Techniques Made Simple: Transepidermal Water Loss Measurement as a Research Tool. J Invest Dermatol 138(11): 2295–2300.e1. https://doi.org/10.1016/j.jid.2018.09.001
  6. Rogiers V, EEMCO Group (2001): EEMCO guidance for the assessment of transepidermal water loss in cosmetic sciences. Skin Pharmacol Appl Skin Physiol 14(2): 117–128. https://doi.org/10.1159/000056341
  7. Rawlings AV, Harding CR (2004): Moisturization and skin barrier function. Dermatol Ther 17 Suppl 1: 43–48. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1005.x