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Sonnencreme im Winter: wann sie im Alltag sinnvoll ist

Kurz gesagt

Im Winteralltag im deutschen Flachland ist Sonnencreme meist nicht nötig: Von November bis Februar liegt der typische UV-Index laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bei 0 bis 1, Schutzmaßnahmen empfiehlt das Amt ab einem Wert von 3. Sinnvoll ist Sonnencreme im Winter auf Schnee und in den Bergen, im Urlaub in sonnigen Regionen und ab dem Frühjahr, wenn du an klaren Tagen lange draußen bist. Fensterglas hält die UVB-Strahlung zurück, lässt aber einen Teil der UVA-Strahlung durch. Für Vitamin D spielt Sonnencreme im Winter kaum eine Rolle: Von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland nach Angaben von BfS, BfR und DGE ohnehin nicht für eine ausreichende Bildung in der Haut.

Ein klarer Tag im Januar: Die Sonne steht flach, scheint durchs Bürofenster und blendet auf dem Heimweg. Die Sonnencreme aus dem Sommer liegt noch im Bad. Gehört sie jetzt jeden Morgen ins Gesicht, oder bremst sie das Vitamin D, das im Winter ohnehin knapp wird? Berge und Skifahren behandelt eine eigene Seite: Sonnenschutz in den Bergen und auf Schnee.

Wie stark die UV-Strahlung im Winter in Deutschland ist

Der UV-Index ist ein international einheitliches Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung. Er hängt vor allem vom Sonnenstand ab und ändert sich deshalb am stärksten mit Jahreszeit, Tageszeit und geografischer Breite. Bei 1 und 2 sind laut BfS normalerweise keine Schutzmaßnahmen nötig, von 3 bis 7 ist Schutz erforderlich, ab 8 unbedingt notwendig (BfS, UV-Index).

Für Berlin hat das BfS typische Werte für den 21. jedes Monats berechnet, außerdem für Paris auf 49 Grad Nord, etwa der Breite von Karlsruhe oder Regensburg (BfS, UV-Index weltweit):

Monat Berlin (52° Nord) Paris (49° Nord) Bereich nach BfS
Januar 1 1 niedrig
Februar 1 1 niedrig
März 2 3 niedrig bis mittel
April 4 4 mittel
Mai 5 6 mittel bis hoch
Juni 7 7 hoch
Juli 7 7 hoch
August 5 6 mittel bis hoch
September 3 4 mittel
Oktober 1 2 niedrig
November 1 1 niedrig
Dezember 0 0 niedrig

Das sind Orientierungswerte für typisches Wetter; einzelne Tage können höher liegen. Im Sommer erreicht der UV-Index in Deutschland 8 bis 9, in den Hochlagen der süddeutschen Gebirge bis 11. Schnee, Wasser und helle Flächen werfen UV-Strahlung zurück, die Belastung kann dann höher sein als angegeben (BfS, UV-Index). Die Temperatur sagt nichts: Ein kühler, klarer Apriltag hat nach der Tabelle einen höheren UV-Index als ein milder Tag Ende Oktober.

Wann Sonnencreme im Winter sinnvoll ist

  • Alltag im Flachland, November bis Februar: Bei einem UV-Index von 0 bis 1 ist Sonnencreme nach dem Schema des BfS normalerweise nicht nötig. Die Haut braucht eher Pflege gegen Kälte und Heizungsluft, siehe Trockene Haut im Winter: Was bei Kälte und Heizluft hilft.
  • Klare Tage ab Ende März: Auf der Breite Süddeutschlands erreicht der UV-Index dann typischerweise 3, ab April auch im Norden. Bist du länger draußen, etwa auf dem Rad oder im Garten, gehören Gesicht, Ohren, Nacken und Handrücken eingecremt.
  • Schnee im Flachland: Bei einem UV-Index von 0 oder 1 im Dezember bleibt die Belastung trotz Reflexion gering. Gegen Ende des Winters, wenn die Sonne höher steht, lohnt sich bei langen Aufenthalten Sonnencreme im Gesicht. Das ist eine Einordnung aus den BfS-Werten, keine eigene Messung.
  • Berge und Wintersport: Höhe und Schnee erhöhen die Strahlung deutlich, siehe Sonnenschutz in den Bergen und auf Schnee.
  • Winterurlaub im Süden: Für Januar nennt das BfS typische Werte von 2 auf Mallorca, 3 auf Kreta, 6 in Havanna, 8 in Bangkok und 9 in Kapstadt (BfS, UV-Index weltweit). Ab einem Wert von 3 gilt dort Schutz wie im Sommer. Zur Sicherheitskontrolle: Zählt Creme im Handgepäck als Flüssigkeit?

Für solche Tage reicht ein kleiner Stift in der Jackentasche. Die Feste Sonnencreme LSF50 Reiseformat wiegt 20 g, schützt mit den mineralischen Filtern Zinkoxid und Titandioxid und enthält kein Wasser. In der Kälte wird sie fester; nah am Körper getragen und kurz zwischen den Fingern angewärmt, lässt sie sich verteilen. Zur Menge: Wie viel feste Sonnencreme brauche ich?

Schutz Zusammensetzung Form Im Winter
Feste Sonnencreme LSF50 (40 g) oder Reiseformat (20 g) Sheabutter, pflanzliches Fettsäuregemisch, Bienenwachs, Kieselsäure, Zinkoxid, Titandioxid; ohne Wasser fester Stift in der Papierhülse wird in der Kälte fester; ein heller Film auf der Haut ist möglich
Feste Sonnencreme LSF50 Mini - Farbe LIGHT SAND wie oben, dazu Eisenoxide beige getönter Stift, 20 g für das Gesicht; die Tönung gleicht den hellen Film aus
Sonnencreme als Lotion meist Emulsion aus Wasser, Ölen und Emulgatoren mit organischen oder mineralischen Filtern flüssig, aus Tube oder Flasche für große Flächen; zählt im Handgepäck als Flüssigkeit
Tagescreme mit LSF Pflegecreme mit UV-Filtern Creme für kurze Wege; der Schutz gilt nur bei ausreichender Menge, siehe LSF, UVA-Schutz und wasserfest: Was die Angaben bedeuten
Lippenpflege - LSF15 Mandel & Vanille Bienenwachs, Pflanzenöle, Sheabutter, Zinkoxid, Titandioxid, Vanilleextrakt Stift, 5 g für die Lippen an sonnigen Tagen und auf Schnee; mehr unter Brauche ich Lippenpflege mit Lichtschutzfaktor?
Mütze, Schal, Handschuhe Textil Kleidung decken das meiste ab; frei bleiben das Gesicht und oft die Hände

Hinter Glas: Fenster, Büro und Auto

Gewöhnliches Fensterglas filtert UVB-Strahlung heraus, lässt aber UVA-Strahlung und sichtbares Licht durch. Wie viel UVA ankommt, hängt von Glasart, Färbung, Zwischenschichten und Beschichtungen ab; es gibt auch Glas, das breit vor UV schützt (Tuchinda et al. 2006). Ansehen kannst du das einem Fenster nicht.

Im Auto hält jede Scheibe UVB ab, die Windschutzscheibe zusätzlich UVA; die Seitenscheiben lassen UVA mehr oder weniger gut durch. Schutz hält das BfS für empfehlenswert, wenn an sommerlich sonnigen Tagen auf langen Fahrten die Sonne lange durch eine Scheibe scheint, besonders bei Kindern, und nennt dafür Sonnenblenden, Rollos und UV-Schutzfolien (BfS, UV-Schutz im Auto). Messungen an Seitenscheiben stehen unter Sonnenschutz für die Handrücken: warum und wie.

Für den Winter heißt das: Hinter Glas kommt kein UVB an, und draußen ist der UV-Index niedrig. Am Schreibtisch am Fenster ist Sonnencreme im Hochwinter nach diesen Angaben nicht nötig.

Sonnencreme und Vitamin D im Winter

Vitamin D entsteht in der Haut nur unter UVB-Strahlung. Ist sie zu schwach, kommt die Bildung zum Erliegen, und das ist in Deutschland im Winter der Fall (BfS, Vitamin D). BfR und DGE nennen dafür die Monate Oktober bis März. Der Körper greift dann auf Speicher in Fett- und Muskelgewebe zurück, die er im Sommer angelegt hat (BfR 2025), (DGE 2025).

Sonnencreme ändert daran im Winter wenig: Wo kaum Vitamin D gebildet wird, kann sie auch kaum etwas bremsen. Grundsätzlich vermindern Sonnenschutzmittel die Bildung in der Haut, schreiben BfR und DGE. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt das Ausmaß: In Versuchen mit künstlicher UV-Strahlung senkte Sonnencreme die Vitamin-D-Bildung deutlich. In zwei randomisierten Feldstudien mit täglicher Anwendung eines Mittels mit etwa LSF 16 zeigte sich kein Effekt, und die meisten Beobachtungsstudien fanden keinen Zusammenhang. Für die heute empfohlenen hohen Lichtschutzfaktoren fehlen solche Studien (Neale et al. 2019).

Für die sonnigeren Monate empfiehlt das BfS mit anderen Fachstellen: Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Hälfte der Zeit aussetzen, in der du sonst einen Sonnenbrand bekommen würdest. Bei Hauttyp II und UV-Index 7 sind das rechnerisch etwa 12 Minuten; länger bringt laut BfS nicht mehr Vitamin D (BfS, Vitamin D). Bist du länger draußen, rät das BfR zu Sonnenschutzmitteln und bedeckender Kleidung (BfR 2025).

Ob du Vitamin D einnehmen solltest, klärst du ärztlich. Die DGE nennt als Schätzwert 20 Mikrogramm am Tag, wenn der Körper selbst kein Vitamin D bildet, und empfiehlt Präparate nur, wenn sich die Versorgung weder über die Ernährung noch über die Sonne verbessern lässt, vor allem bei Risikogruppen (DGE 2025).

Wann ärztlichen Rat holen?

Sonnencreme ist Kosmetik. Lass dich ärztlich beraten, wenn:

  • ein Fleck oder Muttermal neu ist oder sich verändert. Das gehört hautärztlich angeschaut, im Winter wie im Sommer.
  • deine Haut schon auf wenig Sonne reagiert, etwa seit du ein neues Medikament nimmst. Manche Arzneimittel machen die Haut lichtempfindlicher; frag in Praxis oder Apotheke. Wurde dir ärztlich zu konsequentem Lichtschutz geraten, gilt das auch im Winter.
  • die Haut nach einer Sonnencreme rot wird, brennt oder Bläschen bildet und das nach dem Abwaschen nicht zurückgeht.
  • du einen Vitamin-D-Mangel vermutest oder zu einer Risikogruppe gehörst. Das BfS nennt unter anderem Menschen mit chronischen Erkrankungen von Leber, Niere oder Verdauungstrakt, ältere Menschen, die kaum nach draußen kommen, und Menschen mit dunkler Haut. Einen Mangel stellt nur eine Ärztin oder ein Arzt fest; ihn mit Sonne oder Solarium auszugleichen, davon rät das BfS dringend ab (BfS, Vitamin D).
  • es um ein Baby geht. Säuglinge sollen laut BfS nicht direkt in die Sonne; für sie werden Vitamin-D-Tabletten bis zum zweiten erlebten Frühsommer empfohlen. Das besprichst du in der Kinderarztpraxis.

Häufige Fragen

Muss ich im Winter jeden Tag Sonnencreme tragen?
Im deutschen Flachland von November bis Februar normalerweise nicht, weil der UV-Index bei 0 bis 1 liegt. Anders ist es auf Schnee, in den Bergen, im Urlaub im Süden und an klaren Tagen ab Ende März.

Brauche ich am Bürofenster Sonnencreme?
Im Winter nicht. Fensterglas hält UVB zurück, UVA kommt je nach Glas teilweise durch, und draußen ist die Strahlung gering. Sitzt du im Sommer lange in der Sonne am Fenster, helfen Rollo, Jalousie oder Sonnencreme.

Blockiert Sonnencreme die Vitamin-D-Bildung?
Im Labor deutlich, im Alltag zeigte sich in Studien meist kein Effekt; für sehr hohe Lichtschutzfaktoren fehlen Daten. Im Winter bildet die Haut in Deutschland ohnehin kaum Vitamin D.

Wie komme ich im Winter zu Vitamin D?
Vor allem über die Speicher aus dem Sommer, die laut BfR auch Bewegung anzapft. Die DGE rät, oft an die frische Luft zu gehen und ein- bis zweimal pro Woche fetten Fisch zu essen. Ob du ein Präparat brauchst, klärst du ärztlich.

Kann ich die Sonnencreme vom Sommer bis zum Frühjahr aufheben?
Ja, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht erreicht ist und sie kühl und trocken lag. Unsere festen Sonnencremes sind 30 Monate ab Herstellung mindestens haltbar; maßgeblich ist das Datum auf der Hülse. Mehr unter Kann ich die Sonnencreme vom letzten Jahr noch benutzen?

Wird feste Sonnencreme in der Kälte zu hart?
Sie wird fester; in einer Innentasche nah am Körper bleibt sie streichfähig. Mehr unter Feste Kosmetik lagern: Hitze, Sommer und Winter.

Brauchen Kinder im Winter Sonnencreme?
Es gelten dieselben UV-Werte: im Winteralltag im Flachland meist nicht, auf Schnee, in den Bergen und im Urlaub im Süden schon. Mehr unter Mineralische Sonnencreme für Kinder: worauf achten.

Bei forpeople

Unsere festen Sonnencremes haben LSF 50, schützen mit Zinkoxid und Titandioxid, laut Produktangabe non-nano, sind wasserfest getestet und stecken in einer Papierhülse ohne Kunststoffbeschichtung. Die Grundrezeptur ist laut INCI ohne Wasser und ohne Duftstoffe.

Laut Produktseite gilt für alle vier: Kontakt mit den Augen vermeiden, nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden, bei Hautreizungen die Anwendung beenden. Gegen Kälte hilft Pflege, kein Lichtschutz, siehe Kälteschutzcreme: wasserfrei, aber kein Frostschutz.

Mehr dazu: LSF, UVA-Schutz und wasserfest: Was die Angaben bedeuten · Kann ich die Sonnencreme vom letzten Jahr noch benutzen? · Sonnencreme ohne Duftstoffe: woran du sie erkennst

Aus dem Blog: Pflege für Tage im Schnee: Hände, Lippen, Gesicht · Gesicht und Lippen durch den Winter: Routine für jeden Tag

Quellen

  1. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Was ist der UV-Index? Stand 4. August 2026. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/einfuehrung/einfuehrung_node.html
  2. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): UV-Index weltweit. Typische UV-Index-Werte verschiedener Städte für den 21. des jeweiligen Monats. Stand 4. August 2026. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/weltweit/weltweit_node.html
  3. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): UV-Schutz im Auto? Stand 4. August 2026. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/auto/auto_node.html
  4. Tuchinda C, Srivannaboon S, Lim HW (2006): Photoprotection by window glass, automobile glass, and sunglasses. Journal of the American Academy of Dermatology 54(5): 845–854. https://doi.org/10.1016/j.jaad.2005.11.1082
  5. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Bildung des körpereigenen Vitamin D. Stand 4. August 2026. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/vitamin-d.html
  6. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2025): Vitamin D – Sonne und Bewegung fördern eine gute Versorgung. FAQ vom 30. Dezember 2025. https://www.bfr.bund.de/cm/343/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-vitamin-d.pdf
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (2025): FAQ Vitamin D. Letzte Änderung 30. September 2025. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d/
  8. Neale RE, Khan SR, Lucas RM, Waterhouse M, Whiteman DC, Olsen CM (2019): The effect of sunscreen on vitamin D: a review. British Journal of Dermatology 181(5): 907–915. https://doi.org/10.1111/bjd.17980