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Wie viel feste Sonnencreme brauche ich?

Kurz gesagt

Der Lichtschutzfaktor auf der Packung gilt nur, wenn 2 Milligramm Sonnencreme auf jedem Quadratzentimeter Haut liegen – für den ganzen Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen sind das nach Angabe der EU-Kommission etwa 36 Gramm. Das gilt für feste Sonnencreme genauso wie für Lotion. Mit einem Stick wird aber leicht zu wenig aufgetragen: In einer Studie war es im Mittel weniger als ein Fünftel der Testmenge. Deshalb gilt beim Stick: jede Stelle mehrmals überstreichen, verreiben und kurz darauf eine zweite Schicht auftragen.

Was 2 Milligramm pro Quadratzentimeter bedeuten

Der Lichtschutzfaktor (LSF) wird im Labor mit einer festgelegten Menge gemessen: 2 mg Sonnencreme je Quadratzentimeter Haut. Nur mit dieser Menge erreicht ein Produkt den Wert, der auf der Packung steht (Empfehlung 2006/647/EG; BfS). Was der LSF sonst aussagt, erklärt die Seite LSF, UVA-Schutz und wasserfest: Was die Angaben bedeuten.

Umgerechnet heißt das: Auf eine Fläche von 10 mal 10 Zentimetern gehören 0,2 Gramm. Für den ganzen Körper nennen die amtlichen Stellen diese Mengen:

Angabe Menge Quelle
Testmenge bei der LSF-Messung 2 mg je cm² EU-Kommission, BfS
Ganzer Körper, durchschnittlicher Erwachsener sechs Teelöffel, etwa 36 g EU-Kommission
Dieselbe Menge in Esslöffeln vier gehäufte Esslöffel BfS
Eine 200-ml-Flasche Sonnencreme leer nach etwa fünfmal Eincremen des ganzen Körpers BfS

Die Menge ist also deutlich größer, als die meisten erwarten. Weniger Creme senkt den Schutz überproportional: Wird nur die Hälfte aufgetragen, kann die Schutzwirkung laut EU-Kommission um zwei Drittel sinken (Empfehlung 2006/647/EG).

Warum mit dem Stick oft zu wenig auf der Haut landet

Im Alltag tragen Menschen laut einer Übersichtsarbeit nur etwa 0,39 bis 1,0 mg je cm² auf (Petersen & Wulf 2014). Für Sticks gibt es weniger Daten. In einer Studie trugen 52 Personen Lotion, Spray und Stick auf. Im geometrischen Mittel waren es bei der Lotion 1,1 mg, beim Spray 1,6 mg und beim Stick 0,35 mg je cm² (Novick et al. 2015). Der Stick lag damit am weitesten unter der Testmenge.

Naheliegend ist: Ein fester Stift gibt je Strich nur einen dünnen Film ab, und du siehst keine Portion in der Hand, an der du die Menge abschätzen kannst. Das ist unsere Einordnung, kein Messergebnis.

So kommst du mit einem Stick auf die Menge

  1. Früh genug: Das BfS rät, 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne einzucremen (BfS).
  2. Wenig herausschieben, oft streichen: Schieb die Creme nur ein kleines Stück aus der Hülse. In Bewertungen steht, dass sie sich schlecht zurückschieben lässt, wenn sie zu weit herausragt.
  3. Vier Züge je Stelle: Die amerikanische Fachgesellschaft der Hautärztinnen und Hautärzte (AAD) empfiehlt bei Sticks, jede Hautstelle viermal hin und zurück zu überstreichen und die Creme danach zu verreiben (AAD 2025). Das ist eine Faustregel, kein Messwert; wie viel ein Zug abgibt, hängt von Temperatur, Druck und Rezeptur ab.
  4. Verreiben: Verteil die Creme mit den Fingern, bis der Film gleichmäßig ist, siehe Wie trage ich eine feste Creme richtig auf?
  5. Zweite Schicht: Wiederhol das Ganze kurz darauf. In einem Versuch cremten sich 31 Personen in Badekleidung zweimal im Abstand von 20 Minuten ein. Nach dem ersten Auftrag lagen im Median 0,60 mg je cm² auf der Haut, nach dem zweiten 1,10 mg; die 2 mg erreichte auch dann nur etwa jede fünfte Person (Heerfordt et al. 2018). Die Übersichtsarbeit rät ähnlich: vor der Sonne auftragen und in der ersten Stunde einmal nachlegen (Petersen & Wulf 2014).
  6. Einmal nachwiegen: Wieg den Stick einmal vor und nach dem Eincremen auf einer Küchenwaage. So bekommst du ein Gefühl für deine Menge. Das ist ein Praxistipp; auch im Versuch wurde die Menge über das Gewicht bestimmt.

Zur Orientierung: Im Flächenmodell dieses Versuchs macht das Gesicht 3,5 % der Körperoberfläche aus, beide Arme zusammen 14 %. Bezogen auf die 36 g der EU-Kommission wären das rechnerisch gut 1 g für das Gesicht und etwa 5 g für die Arme. Das ist unsere Umrechnung, keine amtliche Angabe.

Stellen, die oft vergessen werden

Im selben Versuch zeigte Schwarzlicht, welche Stellen ohne Creme blieben. Die Teilnehmenden cremten sich mit einer bereitgestellten Sonnencreme ein wie am Strand; verschiedene Darreichungsformen wurden dabei nicht verglichen (Heerfordt et al. 2018):

Körperstelle ohne Creme nach einem Auftrag nach zwei Aufträgen
Ohren (Frauen) 80 % 44 %
Rücken 26 % 15 %
Arme 25 % 4 %
Fußrücken 24 % 10 %
Oberschenkel 22 % 7 %
Handrücken 8 % 1 %
Gesicht 3 % 1 %
Erreichbare Haut insgesamt 20 % 9 %

Angegeben ist der Median der Fläche, die frei blieb. Am Rücken hilft eine zweite Person. Zu den Händen gibt es eine eigene Seite: Sonnenschutz für die Handrücken: warum und wie. Auf Schnee kommen Nasenunterseite und Kinn dazu, siehe Sonnenschutz in den Bergen und auf Schnee. Für die Lippen gibt es eigene Stifte wie die Lippenpflege - LSF15 Mandel & Vanille; mehr dazu unter Brauche ich Lippenpflege mit Lichtschutzfaktor?

Nachcremen und was sonst zählt

Das BfS empfiehlt, mindestens alle zwei Stunden nachzucremen, vor allem nach dem Baden und Abtrocknen. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht (BfS). Das gilt auch für wasserfeste Produkte.

Sonnencreme ist nur ein Teil des Schutzes. Kein Sonnenschutzmittel kann die gesamte UV-Strahlung filtern (Empfehlung 2006/647/EG). Starke Sonne meiden, Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille kommen zuerst; die Creme ist für die Haut gedacht, die dann noch frei bleibt (BfS). Je mehr die Kleidung bedeckt, desto weniger Creme brauchst du. Für Kinder gelten eigene Regeln, siehe Mineralische Sonnencreme für Kinder: worauf achten.

Wann ärztlichen Rat holen?

Hol dir ärztlichen Rat bei einem Sonnenbrand mit Blasen, Fieber, Schüttelfrost oder Kreislaufbeschwerden und bei jedem Sonnenbrand bei Säuglingen und Kleinkindern. Reagiert deine Haut auf eine Sonnencreme mit Rötung, Quaddeln oder Juckreiz, beende die Anwendung und lass die Ursache abklären. Hautflecken, die neu sind oder sich verändern, gehören in die hautärztliche Praxis. Nimmst du Medikamente, frag nach, ob sie die Haut lichtempfindlicher machen.

Häufige Fragen

Reicht es, einmal mit dem Stick über die Haut zu fahren?
In der Regel nicht. In einer Studie lag die mit Sticks aufgetragene Menge im Mittel bei 0,35 mg je cm², die Testmenge beträgt 2 mg. Besser sind vier Züge hin und zurück je Stelle, verreiben und eine zweite Schicht.

In Bewertungen heißt es, feste Sonnencreme sei ergiebig und man solle sparsam auftragen. Stimmt das?
Für das Hautgefühl und den weißen Film ist das verständlich. Für den Lichtschutzfaktor zählt aber die Menge aus dem Test. Wer deutlich weniger nimmt, erreicht den Wert auf der Packung nicht. Mehr zur Ergiebigkeit fester Pflege unter Warum reicht feste Creme so lange?

Weißelt die Creme stärker, wenn ich mehr auftrage?
Ja. Zinkoxid und Titandioxid sind weiße Pigmente, und mehr Creme heißt mehr Pigment. Verreib die Creme gründlich, statt weniger zu nehmen. Getönte Varianten gleichen den hellen Schimmer mit Farbpigmenten aus.

Kann ich weniger nehmen, wenn der Lichtschutzfaktor höher ist?
Darauf solltest du dich nicht verlassen. Laut einer Übersichtsarbeit kann ein sehr hoher LSF eine zu geringe Menge nur teilweise ausgleichen (Petersen & Wulf 2014). Der Wert auf der Packung gilt für 2 mg je cm².

Gibt der Stick bei Kälte weniger ab?
Eine feste Sonnencreme besteht aus Butter, Öl und Wachs. Bei Kälte wird sie härter, bei Wärme weicher. Je härter sie ist, desto weniger löst sich je Strich; das ist Praxis, kein Messwert. Trag den Stick bei Kälte körpernah und streich öfter. Lagertipps stehen unter Feste Kosmetik lagern: Hitze, Sommer und Winter.

Bei forpeople

Die Feste Sonnencreme LSF50 (40 g, 17,90 €) hat Lichtschutzfaktor 50 und ist wasserfest getestet. Als UV-Filter enthält sie Zinkoxid und Titandioxid, laut Inhaltsstoffliste non-nano, dazu Sheabutter, ein pflanzliches Triglycerid, Bienenwachs und Kieselsäure. Sie ist wasserfrei und steckt in einer Papierhülse ohne Kunststoffbeschichtung. Für unterwegs gibt es die Feste Sonnencreme LSF50 Reiseformat (20 g, 9,90 €). Getönt sind die Feste Sonnencreme LSF50 Mini - Farbe LIGHT SAND (20 g, 9,90 €) mit Eisenoxiden und die Feste Sonnencreme LSF50 Mini - OCEAN BLUE (20 g, 9,90 €) mit Ultramarin; bei der blauen siehst du gut, wo schon Creme ist. Wie lange ein Stick reicht, hängt davon ab, wie viel Haut frei bleibt und wie großzügig du cremst. Bei einer Hautreaktion die Anwendung beenden.

Mehr dazu: LSF, UVA-Schutz und wasserfest: Was die Angaben bedeuten · Kann ich die Sonnencreme vom letzten Jahr noch benutzen? · Wie bekomme ich mineralische Sonnencreme wieder ab?

Aus dem Blog: Warum weißelt Sonnencreme?

Quellen

  1. Europäische Kommission (2006): Empfehlung 2006/647/EG vom 22. September 2006 über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben. ABl. L 265: 39–43. https://eur-lex.europa.eu/eli/reco/2006/647/oj
  2. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): UV-Schutz durch Sonnencreme (Stand 04.08.2026). https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/sonnencreme/sonnencreme_node.html
  3. Petersen B, Wulf HC (2014): Application of sunscreen – theory and reality. Photodermatol Photoimmunol Photomed 30(2–3): 96–101. https://doi.org/10.1111/phpp.12099
  4. Novick R, Anderson G, Miller E, Allgeier D, Unice K (2015): Factors that influence sunscreen application thickness and potential preservative exposure. Photodermatol Photoimmunol Photomed 31(4): 212–223. https://doi.org/10.1111/phpp.12171
  5. Heerfordt IM, Torsnes LR, Philipsen PA, Wulf HC (2018): Sunscreen use optimized by two consecutive applications. PLoS One 13(3): e0193916. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0193916
  6. American Academy of Dermatology Association (AAD): How to use stick and spray sunscreens (zuletzt aktualisiert am 15.08.2025). https://www.aad.org/public/everyday-care/sun-protection/shade-clothing-sunscreen/how-to-use-stick-spray-sunscreens