Was an Ellenbogen und Knie anders ist
Über beiden Gelenken liegt die Haut mit wenig Polster über dem Knochen. Drei Dinge kommen zusammen.
Dehnung: Beugst du Arm oder Bein, spannt sich die Haut über dem Gelenk. Beim Strecken schiebt sie sich zusammen. Wie stark sich die Haut am Knie beim Hinhocken dehnt, wurde mit Bewegungskameras vermessen (Wessendorf & Newman 2012). Eine geschmeidige Hornschicht macht das mit, eine ausgetrocknete wird spröde und rau. An den Fingern gilt dasselbe Prinzip, siehe Trockene Fingerknöchel: warum gerade dort?
Druck und Reibung: Ellenbogen liegen auf Schreibtisch und Armlehne, Knie tragen dich im Garten oder auf der Yogamatte, Ärmel und Hosenbeine reiben. Eine verdickte Hornschicht ist die normale Antwort der Haut auf dauerhaften Druck oder Reibung (Freeman 2002). Es ist derselbe Vorgang wie bei Hornhaut an den Füßen; mehr dazu unter Hornhaut kommt immer wieder: Warum, und was hilft.
Wenig eigenes Fett: In einer Messreihe an 50 gesunden Personen lag der Talgwert auf der Stirn im Mittel bei 95,65 Mikrogramm pro Quadratzentimeter, am Unterarm bei 18,45 und am Bein bei 2,88 (Firooz et al. 2012). Ellenbogen und Knie selbst wurden dabei nicht gemessen.
Zur Hornschicht gibt es eine Zählung an 301 Personen: An Armen und Beinen bestand sie im Mittel aus 15 Zelllagen, am Rumpf aus 13 und im Gesicht aus 9 (Ya-Xian et al. 1999). Eigene Werte für Ellenbogenspitze und Kniescheibe nennt die Zusammenfassung der Studie nicht; verlässliche Messreihen für genau diese Stellen haben wir nicht gefunden.
Ursachen und was du tun kannst
Zu Dehnung, Druck und wenig Talg kommen Winterluft, heißes Duschen, Schrubben und reibende Kleidung. Niedrige Luftfeuchte und niedrige Temperaturen verringern die Barrierefunktion der Haut und machen sie anfälliger für mechanische Belastung (Engebretsen et al. 2016); mehr dazu unter Trockene Haut im Winter: Was bei Kälte und Heizluft hilft. Was heißes Wasser und Seife bewirken, steht unter Warum sind die Schienbeine im Winter trocken und schuppig?
| Ursache | Was dahintersteckt | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Beugen und Strecken | Die Haut wird gedehnt und zusammengeschoben; eine trockene Hornschicht wird dabei rau | Mit gebeugtem Gelenk eincremen |
| Aufstützen, Knien | Druck und Reibung; die Haut bildet mehr Hornschicht | Weiche Unterlage, Kniekissen, Haltung wechseln |
| Wenig Talg | Kaum eigener Fettfilm | Fetthaltige Pflege nach dem Duschen |
| Kalte, trockene Luft | Die Barrierefunktion sinkt | Im Winter öfter und reichhaltiger pflegen |
| Schrubben mit Bürste, Bimsstein, grobem Peeling | Zusätzliche Reibung, also der Reiz für mehr Hornschicht | Mit wenig Druck glätten, höchstens ein- bis zweimal pro Woche |
| Raue Stoffe, enge Ärmel und Hosen | Scheuern | Weiche, etwas weitere Kleidung |
| Eincremen am gestreckten Arm oder Bein | Die Haut über dem Gelenk ist zusammengeschoben, in die Rillen kommt wenig | Die Stellen gezielt mitnehmen |
Routine: glätten, eincremen, entlasten
- Nach dem lauwarmen Duschen mit wenig Druck glätten. Die Hornschicht ist dann aufgeweicht. Kreise mit einem weichen Waschlappen oder einem nassen Luffa Duschschwamm - Reinigung & Peeling kurz über die Stelle, ohne zu scheuern. Ein- bis zweimal pro Woche genügt; das ist ein Erfahrungswert. Klingen und Hornhauthobel gehören nicht an Ellenbogen und Knie. Zum Schwamm: Luffa-Schwamm: wie reinigen, wie oft wechseln?
- Abtupfen und direkt eincremen. Fette und Wachse legen einen wasserabweisenden Film auf die Haut und bremsen die Verdunstung, am deutlichsten auf leicht feuchter Haut (Sethi et al. 2016). Den Mechanismus erklärt Okklusion und TEWL: Wie ein Wachsfilm die Haut schützt.
- Mit gebeugtem Gelenk eincremen. So ist die Haut gespannt, und die Pflege kommt überall hin. Eine feste Creme streichst du direkt über die Stelle und verreibst sie mit den Fingern, siehe Wie trage ich eine feste Creme richtig auf?
- Abends etwas mehr. Tagsüber dünn, damit nichts an der Kleidung bleibt. Je nach Trockenheit nennt die Literatur ein- bis dreimal täglich, besonders nach dem Baden (Sethi et al. 2016).
- Entlasten. Eine weiche Unterlage am Schreibtisch und ein Kniekissen bei der Gartenarbeit nehmen Druck weg.
Welche Pflege passt an Ellenbogen und Knie?
Gesucht ist eine Pflege, die einen Film bildet und nicht gleich am Ärmel bleibt. Wovon das abhängt, erklärt Wie lange bleibt ein Pflegefilm auf der Haut?
Feuchthaltemittel arbeiten anders. Urea bindet in niedriger Konzentration, etwa 10 Prozent, Wasser in der Hornschicht; in höherer, 20 bis 30 Prozent, wirkt es hornlösend (Sethi et al. 2016). Wie sich das mit einer wasserfreien Creme ergänzt, steht unter Urea oder wasserfreie Creme? Raue Fersen und trockene Hände.
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Wann ärztlichen Rat holen?
Raue Ellenbogen und Knie sind häufig. Kosmetik pflegt die Haut, sie behandelt keine Erkrankungen. Lass die Stellen ärztlich ansehen, wenn
- sie scharf begrenzt, gerötet und von silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind,
- sie stark jucken, nässen oder sich Bläschen bilden,
- Risse bluten oder schmerzen,
- ähnliche Stellen auch an der Kopfhaut oder an anderen Körperstellen auftreten, sich die Nägel verändern oder Gelenke schmerzen,
- sich trotz einiger Wochen regelmäßiger Pflege nichts ändert.
Solche Zeichen können auf eine Hauterkrankung wie Schuppenflechte oder ein Ekzem hindeuten. Das gehört in die hautärztliche Praxis. Auf offene oder gereizte Haut trägst du keine Pflegeprodukte auf.
Das sagen Kund:innen
Auswahl aus verifizierten Bewertungen in unserem Shop (gesammelt über Judge.me), wörtlich zitiert und teils gekürzt.
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Häufige Fragen
Warum sind meine Ellenbogen rau, obwohl ich mich eincreme?
Oft kommt an den Gelenken wenig Pflege an, oder sie bleibt am Ärmel. Creme die Stellen gezielt ein, mit gebeugtem Gelenk und direkt nach dem Duschen. Bleiben Druck und Reibung, bleibt auch die dickere Hornschicht.
Soll ich raue Ellenbogen und Knie peelen?
Behutsam ja, kräftig nein. Ein weicher Waschlappen oder ein nasser Luffa-Schwamm mit wenig Druck genügt, höchstens ein- bis zweimal pro Woche. Auf kräftiges Schrubben antwortet die Haut mit mehr Hornschicht.
Wie lange dauert es, bis die Stellen glatter werden?
Rechne mit Wochen, nicht mit Tagen. Die Hornschicht hat sich über lange Zeit aufgebaut. Solange Druck und Reibung bleiben, bildet die Haut sie weiter nach.
Riecht die feste Körperbutter?
Der Duft wird in Bewertungen oft angesprochen. Die Körperbutter enthält laut INCI keinen zugesetzten Duft. Sie riecht nach ihren Rohstoffen: Wo Bewertungen den Duft näher beschreiben, nennen sie meist Bienenwachs, vereinzelt einen zarten Honigduft. Alle Produkte ohne Duftzusatz: Ohne Duft und ätherische Öle: Inhaltsstoffe im Überblick.
Die feste Körperbutter ist hart. Wie bekomme ich sie auf die Haut?
Sie ist bei Raumtemperatur fest und wird durch Körperwärme weich. So beschreiben es mehrere Bewertungen; eine einzelne nennt sie ohne Anwärmen sehr hart. Streich das Stück nach dem Duschen über die warme Haut oder wärme es kurz zwischen den Händen an. Ist die Dose leer, setzt du den Refiller ein.
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Wende die Produkte nicht auf verletzter oder gereizter Haut an.
Mehr dazu: Warum sind die Schienbeine im Winter trocken und schuppig? · Körperöl oder Körperbutter – was passt wann? · Salbe, Balsam, Butter, feste Creme: der Unterschied
Aus dem Blog: Bienensalbe: Bienenwachs & Propolis für trockene, beanspruchte Haut
Quellen
- Wessendorf AM, Newman DJ (2012): Dynamic understanding of human-skin movement and strain-field analysis. IEEE Trans Biomed Eng 59(12): 3432–3438. https://doi.org/10.1109/TBME.2012.2215859
- Freeman DB (2002): Corns and calluses resulting from mechanical hyperkeratosis. Am Fam Physician 65(11): 2277–2280. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12074526/
- Firooz A, Sadr B, Babakoohi S, Sarraf-Yazdy M, Fanian F, Kazerouni-Timsar A et al. (2012): Variation of biophysical parameters of the skin with age, gender, and body region. ScientificWorldJournal 2012: 386936. https://doi.org/10.1100/2012/386936
- Ya-Xian Z, Suetake T, Tagami H (1999): Number of cell layers of the stratum corneum in normal skin – relationship to the anatomical location on the body, age, sex and physical parameters. Arch Dermatol Res 291(10): 555–559. https://doi.org/10.1007/s004030050453
- Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP (2016): The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 30(2): 223–249. https://doi.org/10.1111/jdv.13301
- Sethi A, Kaur T, Malhotra SK, Gambhir ML (2016): Moisturizers: The Slippery Road. Indian J Dermatol 61(3): 279–287. https://doi.org/10.4103/0019-5154.182427





















