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Luffa-Schwamm: wie reinigen, wie oft wechseln?

Kurz gesagt

Einen Luffa-Schwamm spülst du nach jedem Duschen gründlich aus, drückst ihn aus und hängst ihn an einen luftigen Platz außerhalb der Dusche; ersetzt wird er nach einigen Wochen und sofort, wenn er muffig riecht, dunkle Flecken bekommt oder zerfällt. Luffa ist das getrocknete Fasergerüst einer Kürbisfrucht. Nass und mit Hautschüppchen zwischen den Fasern bietet er Bakterien gute Bedingungen. Trocknen bremst das, entfernt die Keime aber nicht. Eine durch Studien belegte Frist für den Wechsel gibt es nicht; verbreitet ist die Faustregel von drei bis vier Wochen bei täglichem Gebrauch.

Was ein Luffa-Schwamm ist

Luffa ist kein Meeresschwamm, sondern das Fasergerüst einer Frucht aus der Familie der Kürbisgewächse; in der Fachliteratur heißt die Pflanze meist Luffa cylindrica. Die reifen Früchte werden mehrere Tage gewässert, bis sich Schale und Kerne lösen, danach wird das Gerüst getrocknet (Bottone et al. 1994). Die einzelne Faser besteht vor allem aus Cellulose, eingebettet in Lignin und Hemicellulose, und ist selbst porös (Chen et al. 2014).

Unter der Dusche wirkt der Schwamm als mechanisches Peeling: Die Fasern nehmen lose Hornzellen mit. Ein Teil davon bleibt im Schwamm hängen.

Warum ein nasser Naturschwamm Keimen gute Bedingungen bietet

Bakterien brauchen Wasser und Nährstoffe. Ein benutzter Luffa-Schwamm liefert beides. Untersucht hat das ein New Yorker Krankenhauslabor (Bottone et al. 1994):

  • Der Schwamm selbst genügt als Nährboden. In destilliertem Wasser, in dem nur ein steriles Stück Luffa lag, vermehrten sich mehrere Bakterienarten aus der Umwelt. Bei Pseudomonas aeruginosa stieg die Zahl bei 35 °C binnen 24 Stunden von 1.000 bis 10.000 auf 100 Millionen bis 1 Milliarde koloniebildende Einheiten pro Milliliter. Typische Hautbewohner wie Staphylococcus epidermidis vermehrten sich so nicht.
  • Hautschüppchen kommen dazu. Hornzellen im Fasernetz können das Wachstum nach Einschätzung der Forschenden zusätzlich fördern.

Bakterien gehören zu jeder Haut und zu jedem Bad. Die Befunde bedeuten nicht, dass ein Luffa-Schwamm krank macht; wie oft es durch Schwämme zu Hautproblemen kommt, ist nach Angaben derselben Arbeitsgruppe nicht bekannt (Bottone & Perez 1993). Sie zeigen aber, warum der Schwamm nicht dauerhaft nass bleiben soll.

Nach jedem Duschen: ausspülen, ausdrücken, aufhängen

  1. Ausspülen: unter fließendem Wasser, bis kein Schaum mehr kommt. Seifenreste und Hautschüppchen sollen heraus.
  2. Ausdrücken: kräftig zusammendrücken und ausschütteln.
  3. Aufhängen: an einen luftigen Platz außerhalb der Duschkabine, etwa an einen Haken neben dem Fenster. Bis zum nächsten Gebrauch soll der Schwamm ganz durchtrocknen; dazu gehört, das Bad zu lüften.
  4. Nicht teilen: Jede Person hat ihren eigenen Schwamm.

Warum der Platz zählt, zeigt der Einzelfall, der die Untersuchungen auslöste: Der Schwamm hing an der Armatur in der Duschkabine, die Kabine wurde mehrmals täglich benutzt, und zum Trocknen blieb zu wenig Zeit. Bei zehn trockenen Schwämmen aus dem privaten Gebrauch von Labormitarbeitenden fand sich Pseudomonas aeruginosa dagegen nicht (Bottone & Perez 1993).

Trocknen hat aber Grenzen. Im Versuch sank die Keimzahl getrockneter Schwämme nur langsam; bis zu einem deutlichen Rückgang vergingen mehr als zwei Wochen, und nach einer Nacht im Wasser war der alte Stand wieder erreicht (Bottone et al. 1994). Trocknen ist also die Grundlage, aber keine Entkeimung.

Gründlicher reinigen: was geprüft ist und was Hausbrauch ist

Methode Was dazu bekannt ist Einordnung
Verdünnte Chlorbleiche: ein Teil Bleiche auf neun Teile Wasser, eine Minute einlegen, gründlich ausspülen Im Versuch waren an den Schwammstücken danach keine Bakterien mehr nachweisbar. Die Forschenden empfehlen das in regelmäßigen Abständen (Bottone et al. 1994). die einzige am Luffa geprüfte Methode
Heißes Wasser, Auskochen, Waschmaschine, Essigwasser Für Luffa-Schwämme kennen wir keine Untersuchung. Hausbrauch
Ersetzen Neue, trockene Schwämme trugen im Versuch nur wenige Keime (Bottone et al. 1994). die verlässlichste Lösung

Chlorhaltige Reiniger sind nicht einheitlich konzentriert; das Mischverhältnis aus der US-Studie lässt sich deshalb nicht einfach übertragen. Wer Chlorbleiche verwendet, hält sich an das Etikett, trägt Handschuhe, lüftet und mischt sie nie mit Essig oder anderen Reinigern.

Eine Untersuchung an Küchenschwämmen mahnt zur Vorsicht: Schwämme, die laut ihren Nutzer:innen regelmäßig gereinigt wurden, enthielten nicht weniger Bakterien als ungereinigte. Die Autor:innen raten deshalb zum regelmäßigen Ersetzen, dort etwa wöchentlich (Cardinale et al. 2017). Küchenschwämme sind aus anderem Material. Übertragen lässt sich nur die Richtung: Reinigen ersetzt den Wechsel nicht.

Wie oft wechseln, und woran du merkst, dass er weg muss

Eine in Studien geprüfte Frist gibt es nicht. Verbreitet ist die Faustregel, einen täglich benutzten Naturschwamm nach etwa drei bis vier Wochen zu ersetzen; bei seltenerem Gebrauch und guter Trocknung hält er länger. Früher fällig ist der Wechsel bei einem dieser Zeichen:

  • Der Schwamm riecht muffig oder modrig, auch nachdem er getrocknet ist.
  • Es zeigen sich dunkle Punkte oder Flecken, die sich nicht ausspülen lassen.
  • Die Oberfläche fühlt sich schmierig an.
  • Die Fasern brechen, der Schwamm verliert seine Form oder zerfällt.

Im Zweifel ersetzt du ihn. Ein ausgedienter Schwamm kommt in den Hausmüll; was in die Biotonne darf, regelt deine Kommune.

Auf welcher Haut du ihn nicht benutzt

Üblich ist ein Peeling ein- bis zweimal pro Woche mit wenig Druck auf nasser, eingeschäumter Haut, zum Beispiel mit dem Luffa Duschschwamm - Reinigung & Peeling und einem Stück Feste Seife – Lemongrass. Rötet sich die Haut, war es zu viel. Nach dem Abtrocknen cremst oder ölst du die Haut ein, etwa mit der Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera oder dem Körperöl - Lemongrass; den Vergleich findest du unter Körperöl oder Körperbutter – was passt wann?

Wann ärztlichen Rat holen?

Anlass der zitierten Untersuchungen war ein einzelner Fall: Bei einer Frau wurde eine Entzündung der Haarbälge durch Pseudomonas aeruginosa auf ihren stark besiedelten Luffa-Schwamm zurückgeführt (Bottone & Perez 1993). Zeigen sich nach dem Duschen oder Peelen rote, juckende oder eitrige Pusteln, vor allem an rasierten Stellen, entsorgst du den Schwamm und lässt die Haut ärztlich ansehen. Das gilt erst recht bei Fieber, geschwollenen Lymphknoten oder wenn sich die Stellen ausbreiten. Wer ein geschwächtes Immunsystem, Diabetes oder eine chronische Hauterkrankung hat, klärt vorher ärztlich, ob ein Peeling mit dem Schwamm passt.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich einen Luffa-Schwamm wechseln?
Eine in Studien geprüfte Frist gibt es nicht. Als Faustregel gelten drei bis vier Wochen bei täglichem Gebrauch. Riecht er muffig, bekommt er Flecken oder zerfällt er, ersetzt du ihn sofort.

Kann ich den Luffa-Schwamm auskochen oder in die Waschmaschine geben?
Beides ist verbreiteter Hausbrauch. Ob es die Keime im Luffa verlässlich verringert, ist unseres Wissens nicht untersucht. Den regelmäßigen Wechsel ersetzt es nicht.

Warum ist der neue Schwamm hart und flach?
Trockene Luffa-Fasern sind steif, und die Schwämme werden oft gepresst geliefert. Im Wasser quillt der Schwamm auf und wird weich.

Kann ich den Luffa-Schwamm mit fester Seife benutzen?
Ja. Reib die Seife kurz über den nassen Schwamm und schäume ihn auf. Danach trocknen beide getrennt. Auch das Sisal-Seifensäckchen wird nach dem Waschen ausgespült und zum Trocknen aufgehängt.

Gilt das alles auch für Kunststoffschwämme und Bimssteine?
Im Grundsatz ja. Die Forschenden schließen synthetische Schwämme und Bimssteine in ihre Empfehlung ein. Wie du einen Bimsstein pflegst, steht unter Bimsstein, Feile oder Hobel: Womit Hornhaut entfernen?

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Quellen

  1. Bottone EJ, Perez AA 2nd, Oeser JL (1994): Loofah sponges as reservoirs and vehicles in the transmission of potentially pathogenic bacterial species to human skin. J Clin Microbiol 32(2): 469–472. https://doi.org/10.1128/jcm.32.2.469-472.1994
  2. Bottone EJ, Perez AA 2nd (1993): Pseudomonas aeruginosa folliculitis acquired through use of a contaminated loofah sponge: an unrecognized potential public health problem. J Clin Microbiol 31(3): 480–483. https://doi.org/10.1128/jcm.31.3.480-483.1993
  3. Chen Q, Shi Q, Gorb SN, Li Z (2014): A multiscale study on the structural and mechanical properties of the luffa sponge from Luffa cylindrica plant. J Biomech 47(6): 1332–1339. https://doi.org/10.1016/j.jbiomech.2014.02.010
  4. Cardinale M, Kaiser D, Lueders T, Schnell S, Egert M (2017): Microbiome analysis and confocal microscopy of used kitchen sponges reveal massive colonization by Acinetobacter, Moraxella and Chryseobacterium species. Sci Rep 7(1): 5791. https://doi.org/10.1038/s41598-017-06055-9