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Pickel im Winter: wenn die Haut trocken und unrein zugleich ist

Kurz gesagt

Im Winter ist die Gesichtshaut bei vielen gleichzeitig trocken und unrein: Kälte und Heizungsluft schwächen die Hautbarriere, und wer dann kräftig reinigt, peelt und austrocknende Mittel aufträgt oder zu einer sehr reichhaltigen Creme greift, macht beides oft schlimmer. Die Lösung in drei Schritten: morgens und abends behutsam und lauwarm mit den Fingerspitzen reinigen, ohne zu rubbeln; danach, wenn die Haut spannt, eine leichte Pflege mit wenig Fett auftragen, etwa ein wässriges Serum und abends ein bis zwei Tropfen Öl; Pickel nicht ausdrücken und Schals, die auf Kinn und Wangen reiben, sauber halten. Viele, tiefe oder schmerzhafte Pickel, Narben oder Pickel, die trotz guter Pflege bleiben, gehören in die Hautarztpraxis.

Das Problem: trocken und unrein zugleich

Nach dem Waschen spannt die Haut, an den Wangen schuppt es fein, und trotzdem tauchen an Stirn und Kinn Mitesser und Pickel auf. Wer mit Peeling und Gesichtswasser vorgeht, hat nach ein paar Tagen rote, brennende Stellen. Wer dagegen eine dicke Wintercreme nimmt, hat das Gefühl, dass die Poren zugehen. Typisch ist auch die Zone, in der der Schal sitzt: Kinn, Kiefer und Mundpartie, wo Wolle reibt und der warme Atem den Stoff feucht macht.

Ob Akne im Winter tatsächlich häufiger wird, ist nicht eindeutig. In einer Hautklinik in Teheran kamen Menschen mit Akne im Winter häufiger in die Sprechstunde als in anderen Jahreszeiten (Khodaei et al. 2021). In einer Studie in Delhi, also in tropischem Klima, berichteten dagegen 40 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung im Sommer und nur gut 6 Prozent im Winter (Narang et al. 2019). Die Richtung hängt offenbar vom Klima ab; für Mitteleuropa haben wir keine belastbaren Zahlen gefunden. Häufig ist im Winter aber die Mischung aus Trockenheit und Unreinheit.

Warum das im Herbst und Winter passiert

Kälte und trockene Luft schwächen die Barriere. Eine Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass niedrige Luftfeuchte und niedrige Temperaturen die Barrierefunktion der Haut allgemein verringern, sie anfälliger für mechanische Belastung machen und auf Reizstoffe stärker reagieren lassen (Engebretsen et al. 2016). Was trockene Heizungsluft mit der Hornschicht macht, steht unter Luftfeuchtigkeit und Haut: was trockene Heizungsluft bewirkt und was hilft.

Bei Pickeln wird oft zu viel getan. Die amerikanische Fachgesellschaft der Hautärzte rät, das Gesicht höchstens zweimal täglich und nach dem Schwitzen behutsam mit den Fingerspitzen zu waschen, weil Waschlappen, Schwämme und Bürsten die Haut reizen können, und reizende Produkte wie adstringierende Gesichtswasser, Toner und Peelings zu meiden (AAD 2022). Viele Mittel gegen Akne trocknen und reizen die Haut zusätzlich; gerade dann kann eine tägliche Pflege helfen, sie besser zu vertragen (AAD: Moisturizer). Wie wenig über die Hautbarriere bei Akne und unter Aknemitteln bekannt ist, beschreibt eine Übersichtsarbeit; sie hält eine geeignete Hautpflege dennoch für einen Bestandteil der Behandlung (Thiboutot & Del Rosso 2013).

Schal und Mütze reiben und halten Wärme. Wenn Druck, Reibung, Wärme und abgeschlossene Feuchtigkeit Pickel auslösen oder verstärken, spricht man von Acne mechanica. Während der Pandemie wurde das als „Maskne“ unter Gesichtsmasken beschrieben: Reibung und Druck des Stoffs und ein warmes, feuchtes Klima unter dem Gewebe spielen zusammen, und die Dauer des Tragens zählt (Teo 2021). Ein Schal ist keine Maske; die Mechanik aus Reibung, Wärme und feuchtem Atem ist aber ähnlich. Das ist unsere Einordnung, keine gemessene Aussage.

Die Lösung Schritt für Schritt

Schritt Was du tust Warum
Sofort Peelings, Bürsten, Waschlappen und alkoholische Gesichtswasser weglassen sie reizen eine Haut, deren Barriere im Winter ohnehin geschwächt ist
Morgens und abends mit lauwarmem Wasser und einem Reiniger ohne Schleifkörper mit den Fingerspitzen waschen, nach dem Sport zusätzlich; abends Make-up entfernen behutsames Waschen entfernt Talg und Schmutz, ohne zu reiben
Nach dem Waschen wenn die Haut spannt: zuerst etwas Wässriges, dann wenig Fett, zum Beispiel ein bis zwei Tropfen Öl am Abend Pflege nach dem Waschen hält Wasser in der Haut; wenig Fett belastet unreine Stellen weniger als eine dicke Schicht
Jeden Tag Pickel nicht ausdrücken, das Gesicht wenig anfassen, fettige Haare aus dem Gesicht halten Ausdrücken kann Narben und dunkle Flecken hinterlassen; Anfassen kann Akne verstärken
Vorbeugen Schal nicht eng über Kinn und Mund tragen, regelmäßig waschen, Mützenrand und Kissenbezug sauber halten weniger Reibung und feuchte Wärme auf der Haut

Quellen der Tabelle: AAD 2022, AAD: Moisturizer, NHS 2026, Teo 2021. Die Menge „ein bis zwei Tropfen“ und der Umgang mit Schal und Kissenbezug sind Praxis.

Für den wässrigen Schritt eignet sich das Aloe Vera Serum 99,6%: Es ist laut Produktseite eine leichte Pflege für Gesicht, Körper und Haare, zieht schnell ein und hinterlässt keinen Fettfilm; es enthält kein Parfum und keine ätherischen Öle, dafür Zitronensäure und zwei Konservierungsstoffe. Darüber kommt, wenn die Haut weiter spannt, wenig Fett: Das Jojobaöl – kaltgepresst ist laut Produktseite auch für das Gesicht gedacht, wenige Tropfen auf die noch leicht feuchte Haut. Wie man die beiden Schichten kombiniert, steht unter Aloe-Vera-Serum mit Öl oder fester Creme kombinieren. Ob ein Öl bei dir Mitesser begünstigt, lässt sich nicht sicher vorhersagen; was die bekannten Komedogenitäts-Listen taugen, erklärt Komedogene Öle: woher die Skala kommt und was sie taugt, und wie viel Öl auf fettiger Haut sinnvoll ist, Gesichtsöl bei fettiger Haut: geht das? Probier Neues zuerst an einer kleinen Stelle, siehe Neue Pflege ausprobieren: Wie teste ich an einer kleinen Stelle?

Was hilft, und was eher nicht

Maßnahme Einordnung
Behutsame Reinigung mit den Fingerspitzen, höchstens zweimal täglich passt: so raten es Fachgesellschaft und britischer Gesundheitsdienst
Peeling, Bürste, Rubbeln eher nicht: Schrubben reizt die Haut und kann Akne verschlimmern
Gesichtswasser mit Alkohol, Toner eher nicht: werden als reizende Produkte genannt; auf „alkoholfrei“ achten
Gar nicht mehr eincremen, damit nichts verstopft eher nicht: Hautärzte raten zu täglicher Pflege, wenn die Haut trocken ist, vor allem unter austrocknenden Aknemitteln
Sehr reichhaltige Creme im ganzen Gesicht vorsichtig: lieber wenig Fett und nur dort, wo es spannt; Produkte mit dem Hinweis „nicht komedogen“ sind eine Orientierung
Pickel ausdrücken eher nicht: kann Narben und dunkle Flecken hinterlassen
Sonne oder Solarium, um Pickel „auszutrocknen“ eher nicht: Hautärzte raten, Bräunen zu meiden
Zahnpasta oder Zitronensaft auf Pickel eher nicht: kein belegter Nutzen, beides kann die Haut reizen

Quellen: AAD 2022, AAD: Moisturizer, NHS 2026. Die Einordnung von Zahnpasta und Zitronensaft ist Praxis. Ob feste Seife im Gesicht zu deiner Haut passt, steht unter Kann ich feste Seife fürs Gesicht nehmen?

Typische Fehler

  • Trockenheit und Pickel gleichzeitig „bekämpfen“ mit Peeling, Gesichtswasser und Aknemittel an einem Abend. Die Barriere hat im Winter wenig Reserve.
  • Heißes Wasser im Gesicht. Lauwarm reicht; heißes Wasser entfettet stärker.
  • Dicke Schicht Wintercreme auf Stirn, Nase und Kinn, wo die Haut zu Mitessern neigt. Fett gehört eher an die Stellen, die spannen.
  • Neues Aknemittel und neue Pflege in derselben Woche. Dann weißt du nicht, was die Haut reizt. Gib einer Behandlung Zeit; die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass sie wirken muss, bevor man urteilt (AAD 2022).
  • Abends nicht abschminken. Make-up gehört am Ende des Tages entfernt (NHS 2026); wie das mit Öl geht, steht unter Abschminken mit Öl: Wie geht das, und welches Öl passt?

Wann ärztlichen Rat holen?

Unsere Produkte sind Pflege und keine Mittel gegen Akne; auf gereizte oder verletzte Haut gehören sie laut Sicherheitshinweis nicht. Hol dir ärztlichen Rat, wenn

  • sich die Pickel trotz Selbsthilfe nicht bessern, es viele sind oder sie tief, schmerzhaft oder knotig sind (NHS 2026),
  • Narben oder dunkle Flecken zurückbleiben (NHS 2026),
  • die Haut dich belastet; auch das ist laut britischem Gesundheitsdienst ein Grund für die Praxis (NHS 2026),
  • Zeichen einer Hautinfektion auftreten, etwa zunehmende Rötung, Wärme, Schwellung oder Eiter über einen einzelnen Pickel hinaus (NHS 2026),
  • sich um Mund, Nase oder Augen kleine rote Knötchen und Schuppung bilden, das Gesicht dauerhaft gerötet ist, brennt oder Äderchen sichtbar werden oder die Haut stark juckt und schuppt; dahinter können andere Hauterkrankungen stecken, die Pickeln ähneln und unter Reibung und Abdeckung schlimmer werden können (Teo 2021),
  • Akne als Erwachsener plötzlich und stark auftritt.

Welche Wirkstoffe gegen Akne infrage kommen, entscheidet die Hautarztpraxis. Wer bereits ein Aknemittel nutzt und dessen Austrocknung spürt, bespricht die Pflege dort.

Häufige Fragen

Warum habe ich im Winter trockene und unreine Haut zugleich?
Kälte und Heizungsluft schwächen die Hautbarriere, und häufig wird dann zu kräftig gereinigt oder zu viel aufgetragen. Die Haut spannt, und an Stirn und Kinn bilden sich trotzdem Mitesser und Pickel.

Bekommt man im Winter mehr Pickel?
Das ist nicht eindeutig belegt. In einer Klinik in Teheran kamen Akne-Patienten im Winter häufiger, in einer Studie im tropischen Delhi verschlechterte sich Akne eher im Sommer. Für Mitteleuropa fehlen belastbare Zahlen.

Welche Pflege passt bei trockener und unreiner Haut?
Behutsam reinigen, danach etwas Wässriges und nur wenig Fett, zum Beispiel ein bis zwei Tropfen Öl am Abend, und zwar dort, wo es spannt. Produkte mit dem Hinweis „nicht komedogen“ sind eine Orientierung, keine Garantie.

Soll ich bei Pickeln im Winter weniger eincremen?
Nicht ganz weglassen. Hautärzte raten zu täglicher Pflege, wenn die Haut trocken ist, besonders unter austrocknenden Aknemitteln. Weniger Fett und gezielter auftragen ist oft der bessere Weg.

Kann ein Schal Pickel verursachen?
Reibung, Wärme und Feuchtigkeit unter Stoff können Pickel begünstigen; bei Gesichtsmasken wurde das als „Maskne“ beschrieben. Schal locker tragen, nicht über Mund und Kinn ziehen und regelmäßig waschen.

Hilft Gesichtsöl bei trockener, unreiner Haut?
Ein Öl bremst die Verdunstung und kann trockene Stellen geschmeidig halten; an den Pickeln ändert es nichts. Nimm wenig, am besten abends, und lass es an Stellen weg, die zu Mitessern neigen, wenn du merkst, dass es nicht passt.

Was kann ich bei Pickeln im Winter selbst tun?
Behutsam reinigen, nicht rubbeln, nicht ausdrücken, leicht pflegen, Schal und Kissenbezug sauber halten. Bessert es sich nicht oder sind die Pickel tief und schmerzhaft, geh zur Hautarztpraxis.

Bei forpeople

Wir haben keine Aknemittel. Für trockene Gesichtshaut im Winter passen unsere leichten Pflegeprodukte für das Gesicht, sparsam aufgetragen.

Aloe Vera Serum 99,6%, 50 ml, 9,90 €: Bio-Aloe-Vera-Saft mit Zitronensäure, Kaliumsorbat und Natriumbenzoat; ohne Parfum und ätherische Öle; leichte, wässrige Pflege für Gesicht, Körper und Haare.

Aloe Vera Serum 99,6% - Pumpflasche, 300 ml, 27,90 €: dasselbe Serum in der Pumpflasche.

Jojobaöl – kaltgepresst, 100 ml, 16,90 €: nur Jojobaöl; laut Produktseite für Gesicht, Haarspitzen und Nagelhaut, wenige Tropfen auf leicht feuchte Haut.

Mehr dazu: Gesichtshaut spannt im Winter: Ursachen und was hilft · Fett und Feuchtigkeit: was in welche Schicht der Hautbarriere gehört · Hautmikrobiom und Pflege: was die Forschung weiß · Make-up auf trockener Haut: wenn es schuppt, sich absetzt und spannt · Haut trocken nach Retinol, Säurepeeling oder Laser: was jetzt hilft · Trockene Haut vor der Periode oder nach Absetzen der Pille · Mitesser auf der Nase: warum sie wiederkommen und was hilft, ohne die Haut zu reizen

Quellen

  1. Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP (2016): The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 30(2): 223–249. https://doi.org/10.1111/jdv.13301
  2. Khodaei B, Seyedpour S, Gholami B, Garmarudi G, Nasimi M (2021): Seasonal and gender variation in skin disease: A cross-sectional study of 3120 patients at Razi hospital. Int J Womens Dermatol 7(5 Part B): 799–802. https://doi.org/10.1016/j.ijwd.2021.09.014
  3. Narang I, Sardana K, Bajpai R, Garg VK (2019): Seasonal aggravation of acne in summers and the effect of temperature and humidity in a study in a tropical setting. J Cosmet Dermatol 18(4): 1098–1104. https://doi.org/10.1111/jocd.12777
  4. Thiboutot D, Del Rosso JQ (2013): Acne Vulgaris and the Epidermal Barrier: Is Acne Vulgaris Associated with Inherent Epidermal Abnormalities that Cause Impairment of Barrier Functions? Do Any Topical Acne Therapies Alter the Structural and/or Functional Integrity of the Epidermal Barrier? J Clin Aesthet Dermatol 6(2): 18–24. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23441236/
  5. American Academy of Dermatology (AAD) (2022): Acne: Tips for managing. Zuletzt aktualisiert am 16.11.2022, abgerufen am 29.10.2026. https://www.aad.org/public/diseases/acne/skin-care/tips
  6. American Academy of Dermatology (AAD) (o. J.): Moisturizer: Why you may need it if you have acne. Abgerufen am 29.10.2026. https://www.aad.org/public/diseases/acne/skin-care/moisturizer
  7. Teo WL (2021): The „Maskne“ microbiome – pathophysiology and therapeutics. Int J Dermatol 60(7): 799–809. https://doi.org/10.1111/ijd.15425
  8. NHS (2026): Acne. Zuletzt geprüft am 22.09.2026, abgerufen am 29.10.2026. https://www.nhs.uk/conditions/acne/