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Körperöl oder Bodylotion: Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt

Eine Bodylotion ist eine Emulsion aus viel Wasser und etwas Öl, ein Körperöl besteht nur aus Öl und enthält kein Wasser. Die Lotion bringt Wasser und Fett in einem Schritt auf die Haut. Das Öl legt einen dünnen Film über das Wasser, das schon in oder auf der Haut ist. Deshalb gehört ein Körperöl auf feuchte Haut oder über ein wässriges Produkt. Welche Form besser passt, hängt von Hautgefühl, Zeit und Jahreszeit ab.

Was in einer Bodylotion steckt – und was in einem Körperöl

Eine Bodylotion ist in der Regel eine Öl-in-Wasser-Emulsion. Eine Übersichtsarbeit nennt als übliche Zusammensetzung 75 bis 85 Prozent Wasser, 10 bis 15 Prozent Öl und 5 bis 10 Prozent Feuchthaltemittel wie Glycerin (Barnes et al. 2021). Damit Wasser und Öl zusammenbleiben, braucht die Lotion einen Emulgator. Und weil Wasser enthalten ist, wird sie konserviert, damit sich darin keine Keime vermehren (Sethi et al. 2016).

Auf der Haut ist eine Lotion dünn, lässt sich leicht verteilen und hinterlässt wenig Film. Ein Teil des Wassers verdunstet beim Verreiben; das fühlt sich frisch an, und die Lotion wirkt schnell eingezogen (Barnes et al. 2021).

Ein Körperöl ist nur die Fettphase: ein oder mehrere Pflanzenöle, manchmal mit ätherischem Öl für den Duft. Es gibt keine zweite Phase, also braucht es keinen Emulgator. Fettreiche Zubereitungen mit wenig oder ohne Wasser brauchen außerdem weniger Konservierung (Barnes et al. 2021). Dafür kann ein Öl mit der Zeit ranzig werden. Mehr dazu: Emulgatoren in Kosmetik: wozu sie dienen und Konservierung und Wasser in Kosmetik.

Bodylotion, Körperöl und feste Körperbutter im Vergleich

Die Tabelle beschreibt die Produktarten allgemein; maßgeblich ist die Inhaltsstoffliste des einzelnen Produkts.

Merkmal Bodylotion Körperöl Feste Körperbutter
Wasser ja, meist der größte Bestandteil nein nein
Emulgator ja nein nein
Konservierung in der Regel ja meist keine; kann ranzig werden meist keine; kann ranzig werden
Was sie mitbringt Wasser, Feuchthaltemittel und Fett Fett Fett und Wachs
Auftragen auf trockene oder feuchte Haut auf feuchte Haut oder über ein wässriges Produkt auf warme, noch leicht feuchte Haut
Film auf der Haut gering leicht spürbar, bleibt länger
In der Inhaltsstoffliste „Aqua“ ganz vorn kein „Aqua“; Namen auf „Oil“ kein „Aqua“; „Butter“, Wachs und Öl

Den Vergleich von Öl und Butter nach Körperstelle, Tageszeit und Jahreszeit findest du unter Körperöl oder Körperbutter – was passt wann?

Woran du Lotion und Öl in der Inhaltsstoffliste erkennst

Die Inhaltsstoffliste (INCI) nennt die Bestandteile in abnehmender Reihenfolge ihres Gewichts. Was weniger als ein Prozent ausmacht, darf danach in beliebiger Reihenfolge stehen (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Art. 19).

  • Bodylotion: „Aqua“ steht ganz vorn. Danach folgen Öle, Emulgatoren und Feuchthaltemittel wie „Glycerin“, weiter hinten die Konservierungsstoffe.
  • Körperöl: „Aqua“ fehlt. Die Namen enden auf „Oil“; bei ätherischem Öl folgen einzeln genannte Duftstoff-Bestandteile wie „Citral“.
  • Körperbutter: Eine „Body Butter“ aus dem Tiegel ist oft eine dicke Emulsion mit Wasser; dann steht „Aqua“ in der Liste. Eine feste Körperbutter aus Pflanzenbutter, Öl und Wachs enthält keines.

Mehr zu den Begriffen: Salbe, Balsam, Butter, feste Creme: der Unterschied. Wie du eine Liste liest, erklärt INCI-Liste lesen: So verstehst du Inhaltsstoffe.

Was „spendet Feuchtigkeit“ bei einem Öl bedeuten kann

Feuchtigkeit meint in der Hautpflege Wasser in der Hornschicht. Gehalten wird es dort von den Fetten zwischen den Hornzellen und von wasserbindenden Stoffen in den Zellen (Rawlings & Harding 2004).

Eine Lotion erhöht den Wassergehalt der Hornschicht auf zwei Wegen: Sie gibt Wasser aus ihrer Wasserphase ab, und ihr Fettanteil bremst die Verdunstung (Barnes et al. 2021). Ein Öl kann nur das Zweite. In einer Untersuchung an sechs Freiwilligen blieben vier Pflanzenöle und Paraffinöl in den obersten Lagen der Hornschicht. Bis auf Jojobaöl verringerten sie den Wasserverlust über die Haut in ähnlichem Maß; die Autorinnen und Autoren sprechen von einer Halbokklusion (Patzelt et al. 2012).

Genau genommen spendet ein Öl also keine Feuchtigkeit, es hält sie und macht die Haut geschmeidig. Filmbildende Öle wirken deshalb am stärksten auf leicht angefeuchteter Haut, etwa wenn du dich nach dem Baden oder Duschen nur abgetupft hast (Sethi et al. 2016). Wie Wasserbinder und Filmbildner zusammenspielen, erklärt Feuchthaltemittel, Okklusiva, Emollienzien.

Öl und Wasser selbst kombinieren: drei Schritte

Mit einem Körperöl stellst du die beiden Teile einer Lotion nacheinander selbst zusammen: erst das Wasser, dann das Fett. Die Schritte sind übliche Praxis, keine Messwerte.

  1. Haut feucht lassen: Nach dem Duschen nur abtupfen. Oder ein wässriges Produkt auftragen, zum Beispiel ein Aloe-Vera-Serum, und kurz warten, bis es nicht mehr läuft.
  2. Wenig Öl nehmen: Einige Tropfen in den Handflächen verreiben. Taste dich von wenig nach oben.
  3. Einmassieren und warten: Das Öl verteilen und einige Minuten einziehen lassen, bevor du dich anziehst. Glänzt die Haut danach noch deutlich, war es zu viel.

Du kannst Serum und Öl auch in der Handfläche verreiben und zusammen auftragen. Eine stabile Emulsion entsteht dabei nicht: Ohne Emulgator mischen sich die beiden nur kurz und trennen sich wieder. Für den sofortigen Gebrauch genügt das; misch nichts auf Vorrat. Mehr dazu: Aloe-Vera-Serum mit Öl oder fester Creme kombinieren und Wie schnell nach dem Duschen eincremen? Die 3-Minuten-Regel.

Wann passt die Lotion, wann das Öl?

Eine Rangfolge gibt es nicht. Die folgenden Punkte sind Erfahrungswerte:

  • Wenig Zeit: Die Lotion ist ein einziger Schritt und funktioniert auch auf trockener Haut. Das Öl braucht die feuchte Haut direkt nach dem Duschen.
  • Hautgefühl: Wer keinen Film mag, kommt mit einer Lotion meist besser zurecht. Wer das Gefühl von Öl schätzt oder die Haut dabei massieren möchte, nimmt das Öl.
  • Sommer und Winter: Bei Wärme reicht vielen eine leichte Lotion oder wenig Öl auf nasser Haut. Bei Kälte und Heizungsluft darf der Film kräftiger sein, an sehr trockenen Stellen mit einer Körperbutter.
  • Behaarte Haut: Was sich an Brust, Armen und Beinen gut verteilen lässt, steht unter Körperpflege bei behaarter Haut: Öl, Lotion oder Butter?

Wann ärztlichen Rat holen?

Bleibt die Haut trotz regelmäßiger Pflege über Wochen sehr trocken, schuppt sie stark, reißt sie ein, nässt sie oder ist sie gerötet, lass das ärztlich abklären. Reagiert deine Haut auf ein Produkt mit Rötung oder Brennen, beende die Anwendung und nimm das Produkt oder seine Inhaltsstoffliste mit. Auf verletzte oder gereizte Haut gehört weder Lotion noch Öl, solange das nicht ärztlich abgesprochen ist.

Häufige Fragen

Spendet Körperöl Feuchtigkeit?
Nicht im wörtlichen Sinn. Ein Öl enthält kein Wasser. Es bremst die Verdunstung und hält so das Wasser, das schon in der Haut ist. Deshalb trägst du es auf feuchte Haut auf.

Kann Körperöl die Bodylotion ersetzen?
Ja, wenn das Wasser von woanders kommt: von der noch feuchten Haut nach dem Duschen oder von einem wässrigen Produkt darunter. Spannt die Haut trotz Öl, fehlt meist dieser Teil.

Kann ich Bodylotion und Körperöl zusammen verwenden?
Ja. Trag zuerst die Lotion auf und gib danach wenige Tropfen Öl darüber. Die Regel lautet: wässrig vor ölig.

Ist bei sehr trockener Haut Öl oder Lotion besser?
Ein allgemeines „besser“ gibt es nicht. Trockene Haut braucht Wasser und Fett. Die Lotion liefert beides in kleiner Menge, das Öl liefert mehr Fett und braucht das Wasser dazu. An sehr trockenen Stellen bleibt eine Körperbutter am längsten als Film liegen.

Duftet ein Körperöl immer?
Nein. Ein Körperöl mit ätherischem Öl duftet; die Liste nennt dann einzelne Duftstoff-Bestandteile. Ein pures Pflanzenöl wie Mandelöl hat laut Liste keinen zugesetzten Duft, nur seinen Eigengeruch.

Bei forpeople

Eine Bodylotion führen wir nicht. Unsere Körperpflege besteht aus wasserfreien Ölen und einer festen Körperbutter; das Wasser kommt von der feuchten Haut oder aus dem Aloe-Vera-Serum.

  • Körperöl - Lemongrass, 100 ml, 16,90 €: Sesamöl, Distelöl, Sanddornkernöl, Sonnenblumenöl, Kurkuma-Extrakt und ätherisches Lemongrassöl; laut Liste ohne Wasser und ohne Emulgator.
  • Mandelöl – kaltgepresst, 100 ml, 14,90 €: ein einzelnes Pflanzenöl, laut Inhaltsstoffliste ohne zugesetzten Duft.
  • Aloe Vera Serum 99,6% - Pumpflasche, 300 ml, 27,90 €: die wässrige Schicht unter dem Öl. Laut Liste enthält es Aloe-Saft, Zitronensäure, Kaliumsorbat und Natriumbenzoat; es ist also wasserhaltig und konserviert.
  • Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera, 40 g, 9,90 €: Kakaobutter, Olivenöl, Bienenwachs, Sonnenblumenöl, Sheabutter und Aloe-vera-Blattextrakt; laut Liste ohne Wasser und ohne zugesetzte ätherische Öle.

Für alle gilt: nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden. Wenn du eine Hautreaktion bemerkst, beende die Anwendung.

Mehr dazu: Duschöl oder Körperöl: Was ist der Unterschied? · Körperöl oder Körperbutter – was passt wann? · Aloe-Vera-Serum mit Öl oder fester Creme kombinieren

Aus dem Blog: Pflegeöle für Gesicht & Körper: Welches Öl passt zu welchem Hauttyp?

Quellen

  1. Barnes TM, Mijaljica D, Townley JP, Spada F, Harrison IP (2021): Vehicles for Drug Delivery and Cosmetic Moisturizers: Review and Comparison. Pharmaceutics 13(12): 2012. https://doi.org/10.3390/pharmaceutics13122012
  2. Sethi A, Kaur T, Malhotra SK, Gambhir ML (2016): Moisturizers: The Slippery Road. Indian Journal of Dermatology 61(3): 279–287. https://doi.org/10.4103/0019-5154.182427
  3. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, Art. 19 Abs. 1 Buchst. g. ABl. L 342 vom 22.12.2009, S. 59; konsolidierte Fassung vom 01.09.2025. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2009/1223/oj
  4. Rawlings AV, Harding CR (2004): Moisturization and skin barrier function. Dermatologic Therapy 17 Suppl 1: 43–48. https://doi.org/10.1111/j.1396-0296.2004.04s1005.x
  5. Patzelt A, Lademann J, Richter H, Darvin ME, Schanzer S, Thiede G et al. (2012): In vivo investigations on the penetration of various oils and their influence on the skin barrier. Skin Research and Technology 18(3): 364–369. https://doi.org/10.1111/j.1600-0846.2011.00578.x