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Körperöl als Badeöl: Geht das ohne Emulgator?

Kurz gesagt

Ja, ein Körperöl kannst du auch ohne Emulgator ins Badewasser geben; es mischt sich dann nicht mit dem Wasser, sondern schwimmt als dünner Film obenauf. Beim Aussteigen legt sich ein Teil davon auf die Haut. Mit einem Emulgator verteilt sich das Öl dagegen in feinen Tröpfchen, und das Wasser wird milchig. In beiden Fällen wird die Wanne rutschig. Und wenn du das Öl erst nach dem Bad auf die noch feuchte Haut gibst, bleibt nichts davon in der Wanne.

Warum sich Öl und Wasser nicht mischen

Öl ist leichter als Wasser und löst sich nicht darin. In der Wanne breitet es sich an der Oberfläche aus; Fachleute sagen, es spreitet. Ein solches Bad heißt deshalb Spreitbad oder Spreitungsbad. Ein Teil des Öls sammelt sich am Wannenrand, ein Teil legt sich auf die Haut, wenn du dich bewegst und aussteigst.

Ein Emulgator ändert das. Seine Moleküle haben eine wasserliebende und eine fettliebende Seite und halten Öltröpfchen im Wasser in der Schwebe. Das Wasser wird milchig; so ein Bad heißt Emulsionsbad. Badeöle aus dem Handel gibt es in beiden Bauarten. Mehr dazu: Emulgatoren in Kosmetik: wozu sie dienen.

Ein Körperöl aus Pflanzenölen enthält keinen Emulgator. Im Badewasser ergibt es also ein Spreitbad.

Drei Wege im Vergleich

Weg Was im Wasser passiert Was auf der Haut bleibt Worauf du achtest
Öl pur ins Wasser (Spreitbad) Das Öl schwimmt als Film auf der Oberfläche. Ein Ölfilm, vor allem vom Aussteigen. Wie viel, lässt sich nicht steuern. Wanne und Haut sind rutschig; am Rand bleibt Öl.
Öl mit Emulgator (Emulsionsbad) Das Öl verteilt sich in feinen Tröpfchen, das Wasser wird milchig. Fein verteiltes Öl; dazu können Reste des Emulgators bleiben. Emulgatoren sind Tenside; Produkte fallen verschieden aus.
Öl erst nach dem Bad Nichts, das Wasser bleibt klar. Der ganze Film, dort, wo du ihn aufträgst. Haut nur abtupfen, Öl auf die noch feuchte Haut.

Die Tabelle ist unsere Einordnung, keine Messung.

Was Messungen zu Ölbädern zeigen

Die wenigen Studien betreffen fertige Badeöle, nicht Körperöle.

  • Der Film bleibt, die Feuchtigkeit nicht. In einem Versuch an gesunder Haut war die Hornschicht nach einem Bad mit Badeöl und nach einem Bad in Leitungswasser etwa 20 Minuten lang feuchter; an der Hautoberfläche zeigte sich kein klarer Unterschied. Die Fette auf der Haut waren nach dem Ölbad dagegen mindestens drei Stunden lang erhöht, ähnlich wie nach einer Lotion. Ob das Bad 5 oder 20 Minuten dauerte, änderte nichts (Stender et al. 1990).
  • Regelmäßig angewendet, messbar. 60 Freiwillige mit leicht bis mäßig trockener Haut nahmen vier Wochen lang jeden zweiten Tag entweder ein handelsübliches Badeöl oder weiter ihr gewohntes Reinigungsprodukt ohne Öl. Am Ende war der Wasserverlust über die Haut in der Badeöl-Gruppe geringer und die Hornschicht feuchter; Rauheit und pH-Wert unterschieden sich nicht (Kottner et al. 2017).
  • Nicht jedes Badeöl ist mild. In einem Vergleich von acht Bade- und Duschölen reizten manche die Haut gesunder Freiwilliger nicht stärker als Wasser, andere deutlich. Gesucht wurde nach Tensidresten; nach dem Abspülen fanden sich Rückstände, die die Hautbarriere beeinträchtigten (Lodén et al. 2004). Ein reines Pflanzenöl enthält keine Tenside.

Für ein Körperöl im Badewasser heißt das: Ein Film auf der Haut ist plausibel, gemessen hat ihn dafür niemand. Das Wasser selbst macht die Haut nur kurz feuchter. Warum sie danach sogar spannen kann, steht unter Warum spannt die Haut nach dem Duschen?

Sahne oder Milch als Emulgator

Viele Rezepte verrühren das Öl vorher mit einem Becher Sahne oder Milch. Dahinter steckt Chemie: Milch ist selbst eine Emulsion aus Fetttröpfchen in Wasser. Ihre Eiweiße, Kasein und Molkenproteine, lagern sich an die Grenze zwischen Öl und Wasser an und können Öl-in-Wasser-Emulsionen stabilisieren (Dickinson 2001). Kräftig mit Sahne verrührt, verteilt sich ein Teil des Öls feiner im Wasser als pur.

Wie gut das in einer vollen Wanne gelingt, hat niemand gemessen. Rechne damit, dass trotzdem Öl obenauf schwimmt. Milchprodukte verderben schnell: Misch nur die Portion für ein Bad und spül die Wanne danach aus.

So gehst du vor

  1. Wasser einlassen: angenehm warm, nicht heiß. In einem Versuch mit 50 Personen stieg der Wasserverlust über die Haut nach zehn Minuten in rund 41 °C heißem Wasser deutlich stärker als in kaltem (Herrero-Fernandez et al. 2022). Gemessen wurde an den Händen, nicht in der Wanne.
  2. Öl dazugeben: ein bis zwei Esslöffel auf ein Vollbad, zum Schluss ins Wasser. Die Menge ist verbreitete Praxis, kein Messwert.
  3. Baden: Üblich sind zehn bis fünfzehn Minuten. Seife und Duschgel lösen den Ölfilm wieder ab; wasch dich deshalb vorher.
  4. Aussteigen: langsam, mit festem Griff, auf eine rutschfeste Matte.
  5. Abtupfen statt rubbeln: So bleibt der Film auf der Haut.
  6. Wanne sofort reinigen: Nimm den Ölrand mit Küchenpapier auf, statt ihn in den Abfluss zu spülen, und wisch mit warmem Wasser und etwas Spülmittel nach. Sonst rutscht die nächste Person aus.

Ohne Rutschen geht es so: in klarem Wasser baden, abtupfen und das Öl auf der noch feuchten Haut verteilen. Okklusive Stoffe wirken laut einer Übersichtsarbeit am deutlichsten auf leicht feuchter Haut (Sethi et al. 2016). Mehr dazu: Wie schnell nach dem Duschen eincremen? Die 3-Minuten-Regel.

Ätherische Öle im Bad

Ätherische Öle lösen sich ebenso wenig in Wasser wie fette Öle. Pur in die Wanne getropft, schwimmen sie unverdünnt an der Oberfläche und treffen so auf die Haut. Deshalb gilt in der Praxis: nie pur ins Badewasser, sondern vorher in einem fetten Öl verdünnen. Übliche Mengen stehen unter Massageöl selber mischen: Wie viel ätherisches Öl auf 100 ml?

In einem fertigen Körperöl sind die ätherischen Öle bereits verdünnt. Trotzdem ist ein Vollbad etwas anderes als das Einölen: Die ganze Haut hat länger Kontakt, auch an Stellen, die du sonst aussparst. Probier ein duftendes Öl deshalb zuerst mit einer kleinen Menge aus und halte Gesicht und Augen aus dem Wasser. Reagierst du auf einen Duftstoff, nimm ein Öl ohne Duftzusatz. Hintergrund: Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene.

Für das Körperöl - Lemongrass nennt die Produktseite die Verwendung als Badeöl. Für das Körperöl - Zimt & Nelken nennt sie keine Verwendung im Bad.

Wann ärztlichen Rat holen?

Hol ärztlichen Rat, wenn deine Haut nach dem Baden wiederholt brennt, sich rötet oder Quaddeln bildet, wenn eine Reaktion nach ein bis zwei Tagen nicht abklingt oder wenn die Haut trotz Pflege über Wochen trocken und rissig bleibt. Mit einer bekannten Hauterkrankung oder offenen Stellen fragst du vor einem Ölbad nach. Wer unsicher auf den Beinen ist, verzichtet auf Öl im Badewasser und ölt sich danach im Sitzen ein.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Ölbad einen Emulgator?
Nein. Ohne Emulgator schwimmt das Öl obenauf und legt sich beim Aussteigen auf die Haut. Mit Emulgator verteilt es sich im Wasser.

Wie viel Körperöl gebe ich ins Badewasser?
Üblich sind ein bis zwei Esslöffel auf ein Vollbad. Das ist Praxis, kein Messwert. Mehr Öl macht vor allem die Wanne rutschiger.

Muss ich nach dem Ölbad duschen?
Nein. Mit Duschgel oder Seife nimmst du den Film wieder ab. Tupf dich nur ab.

Macht das Öl Flecken auf Handtüchern?
Das kann passieren. Manche Öle sind zudem von Natur aus farbig, etwa durch Sanddornkernöl oder Kurkuma. Probier es an hellen Textilien erst an unauffälliger Stelle aus: Macht Körperöl Flecken? Kleidung, Bettwäsche, Handtücher

Ist ein Duschöl dasselbe wie ein Körperöl im Wasser?
Nein. Ein Duschöl ist ein Reinigungsprodukt mit Tensiden und wird abgespült. Den Unterschied erklärt Duschöl oder Körperöl: Was ist der Unterschied?

Bei forpeople

Ein eigenes Badeöl führen wir nicht. Diese vier Produkte passen zum Thema; Inhaltsstoffliste und Sicherheitshinweise stehen auf der Produktseite.

  • Mandelöl – kaltgepresst, 100 ml, 14,90 €: laut Inhaltsstoffliste reines Mandelöl, ohne Duftzusatz. Für die Wanne oder für danach.
  • Jojobaöl – kaltgepresst, 100 ml, 16,90 €: ebenfalls ohne Duftzusatz.
  • Körperöl - Lemongrass, 100 ml, 16,90 €: Sesam-, Distel-, Sanddornkern- und Sonnenblumenöl mit Kurkuma-Extrakt und ätherischem Lemongrassöl; die Liste nennt Citral, Geraniol und Citronellol. Das Öl ist von Natur aus farbig.
  • Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera, 40 g, 9,90 €: für die Pflege nach dem Bad statt Öl im Wasser. Laut Inhaltsstoffliste Kakaobutter, Olivenöl, Bienenwachs, Sonnenblumenöl, Sheabutter und Aloe-vera-Blattextrakt. Auf warmer, noch leicht feuchter Haut lässt sie sich am leichtesten verteilen.

Für alle gilt: nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden. Wenn du eine Hautreaktion bemerkst, beende die Anwendung.

Mehr dazu: Körperöl oder Körperbutter – was passt wann? · Jojobaöl: warum es ein flüssiges Wachs ist · Körperpeeling aus Öl und Zucker selber machen

Aus dem Blog: Pflegeöle für Gesicht & Körper: Welches Öl passt zu welchem Hauttyp?

Quellen

  1. Stender IM, Blichmann C, Serup J (1990): Effects of oil and water baths on the hydration state of the epidermis. Clinical and Experimental Dermatology 15(3): 206–209. https://doi.org/10.1111/j.1365-2230.1990.tb02073.x
  2. Kottner J, Kanti V, Dobos G, Hahnel E, Lichterfeld-Kottner A, Richter C et al. (2017): The effectiveness of using a bath oil to reduce signs of dry skin: A randomized controlled pragmatic study. International Journal of Nursing Studies 65: 17–24. https://doi.org/10.1016/j.ijnurstu.2016.10.010
  3. Lodén M, Buraczewska I, Edlund F (2004): Irritation potential of bath and shower oils before and after use: a double-blind randomized study. British Journal of Dermatology 150(6): 1142–1147. https://doi.org/10.1111/j.0007-0963.2004.05923.x
  4. Dickinson E (2001): Milk protein interfacial layers and the relationship to emulsion stability and rheology. Colloids and Surfaces B: Biointerfaces 20(3): 197–210. https://doi.org/10.1016/s0927-7765(00)00204-6
  5. Herrero-Fernandez M, Montero-Vilchez T, Diaz-Calvillo P, Romera-Vilchez M, Buendia-Eisman A, Arias-Santiago S (2022): Impact of Water Exposure and Temperature Changes on Skin Barrier Function. Journal of Clinical Medicine 11(2): 298. https://doi.org/10.3390/jcm11020298
  6. Sethi A, Kaur T, Malhotra SK, Gambhir ML (2016): Moisturizers: The Slippery Road. Indian Journal of Dermatology 61(3): 279–287. https://doi.org/10.4103/0019-5154.182427