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Massageöl selber mischen: Wie viel ätherisches Öl auf 100 ml?

Kurz gesagt

Auf 100 ml Basisöl kommen höchstens etwa 20 Tropfen ätherisches Öl; das ist rund 1 Prozent, und mit 10 Tropfen bist du auf der vorsichtigen Seite. Die Rechnung gilt für Tropfen von etwa 0,05 ml. Eine amtliche Obergrenze für selbst gemischtes Massageöl gibt es nicht; die Zahl orientiert sich an dem, was in fertiger Kosmetik üblich ist. Für manche Öle gilt deutlich weniger, etwa für gepresstes Bergamotteöl, Nelkenöl und Zimtrindenöl. Ein Massageöl braucht keinen Duft: Das pure Basisöl gleitet genauso.

Prozent in Tropfen umrechnen

  1. Prozent in Milliliter: Menge des Basisöls mal Prozentzahl, geteilt durch 100. 1 Prozent von 100 ml ist 1 ml.
  2. Milliliter in Tropfen: In der Pharmazie gilt als Faustregel, dass 20 Tropfen 1 ml ergeben; ein Tropfen hat dann etwa 0,05 ml (Pharmazeutische Zeitung 2026). 1 ml sind also 20 Tropfen.
Basisöl 0,5 Prozent 1 Prozent
30 ml 3 Tropfen (0,15 ml) 6 Tropfen (0,3 ml)
50 ml 5 Tropfen (0,25 ml) 10 Tropfen (0,5 ml)
100 ml 10 Tropfen (0,5 ml) 20 Tropfen (1 ml)

Die Prozente beziehen sich auf das Basisöl. Die Tropfenzahl ist die ungenaueste Stelle: Je nach Tropfeinsatz, Pipette oder Flasche sind Tropfen unterschiedlich groß (Pharmazeutische Zeitung 2026). Aus den Tropfeinsätzen kleiner Fläschchen kommen oft kleinere Tropfen als 0,05 ml; das ist ein Erfahrungswert. Dann enthält deine Mischung weniger ätherisches Öl als berechnet. Das ist die sichere Richtung, und deshalb rechnen wir mit 20 Tropfen je Milliliter.

Warum nicht mehr?

  • Stark verdünnen: Nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung sollten nahezu alle ätherischen Öle nur stark verdünnt angewendet werden, sonst drohen unter anderem Hautreizungen; auch allergische Reaktionen sind möglich (BfR 2026). Nach Schätzung des wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit der EU haben 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung in Europa eine Kontaktallergie gegen Duftstoffe (SCCS 2012).
  • Üblich in Kosmetik: Außerhalb von Parfüm, Deodorant und Rasierwasser enthalten kosmetische Mittel nach demselben Ausschuss 0,1 bis 1 Prozent Duftmischung (SCCS 2012). Die Kommission für Kosmetische Mittel des BfR empfiehlt für Produkte, die auf der Haut bleiben, höchstens 1 Prozent Eukalyptusöl, Kampfer, Menthol oder Methylsalicylat (BfR 2026).

Das sind übliche Mengen und Richtwerte für Produkte, deren Sicherheit einzeln bewertet wird, keine Grenzwerte für die eigene Mischung. Mit 0,5 bis 1 Prozent bleibst du in diesem Rahmen; 100 Tropfen auf 100 ml wären rund 5 Prozent. Dazu kommt, und das ist unsere Einordnung: Ein Massageöl liegt großflächig auf der Haut und bleibt dort.

Öle mit eigenen Grenzen

Für einzelne ätherische Öle und Duftstoffe hat der internationale Riechstoffverband IFRA Höchstwerte festgelegt. Sie richten sich an Hersteller und gelten für das fertige Produkt; Körpercremes, Körperöle und Lotionen gehören dort zur selben Kategorie (IFRA 2020, 2023). Zu Hause sind sie nicht verbindlich, zeigen aber, wo 1 Prozent zu viel wäre.

Ätherisches Öl Höchstwert der IFRA Auf 100 ml Basisöl Anlass laut IFRA
Bergamotteöl, gepresst 0,4 Prozent 0,4 ml, etwa 8 Tropfen phototoxische Wirkung
Zitronenöl, kaltgepresst 2 Prozent mit 1 Prozent liegst du darunter phototoxische Wirkung
Nelkenöl 0,64 Prozent Eugenol, also rund 0,7 Prozent Nelkenöl 0,7 ml, etwa 14 Tropfen unter anderem Sensibilisierung der Haut
Zimtrindenöl 0,064 Prozent Zimtaldehyd, also rund 0,1 Prozent Zimtrindenöl 0,1 ml, etwa 2 Tropfen unter anderem Sensibilisierung der Haut

Nelken- und Zimtrindenöl haben wir umgerechnet: Nelkenöl besteht zu 80 bis 95 Prozent aus Eugenol, Zimtrindenöl enthält vor allem Zimtaldehyd, zum Beispiel 50 bis 60 Prozent (SCCS 2012). Gerechnet ist mit dem jeweils höheren Gehalt.

Zur Sonne: Bestimmte ätherische Öle, etwa von Zitrusfrüchten, können auf der Haut nach Sonnenbestrahlung phototoxische Reaktionen auslösen; Sonne ist dann zu meiden (BfR 2026). Mehrere solcher Öle in einer Mischung zählen zusammen (IFRA 2020, 2023). Ein Massageöl mit gepresstem Zitrusöl kommt nicht auf Haut, die danach in die Sonne oder ins Solarium geht. Mehr dazu: Zitrusöle in Kosmetik und Sonne: Was heißt phototoxisch?

So mischst du

  1. Flasche vorbereiten: sauber, vollständig trocken, aus dunklem Glas und nicht viel größer als die Menge.
  2. Basisöl prüfen und einfüllen: Riecht das Öl stechend oder muffig, nimm es nicht; siehe Ranziges Hautöl erkennen: Geruch, Ursachen, Lagerung.
  3. Tropfen zählen: Gib das ätherische Öl Tropfen für Tropfen dazu. Hast du dich verzählt, beginn neu, statt zu schätzen.
  4. Mischen und beschriften: Verschließ die Flasche und schwenk sie; ätherische Öle sind fettlöslich und verteilen sich im Basisöl. Schreib Öle, Tropfenzahl und Datum auf ein Etikett.
  5. Testen: Das BfR empfiehlt vor der Anwendung eine Kontaktprobe an einer kleinen Hautstelle (BfR 2026). Den Ablauf beschreibt Neue Pflege ausprobieren: Wie teste ich an einer kleinen Stelle?

Ätherische Öle gehören nicht unverdünnt auf die Haut und nicht in die Augen. Wasch dir nach dem Mischen die Hände, und bewahr die Fläschchen außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Basisöl und Haltbarkeit

Als Basis eignet sich ein pures Pflanzenöl ohne Duftzusatz. Mandelöl riecht leicht nussig. Jojobaöl ist ein flüssiges Wachs, riecht kaum und ist sehr beständig gegen Ranzigwerden (Gad et al. 2021). Zum Vergleich: Welches Öl eignet sich für die Massage zu Hause?

Wie lange die Mischung hält, bestimmt das Basisöl; maßgeblich ist die Flasche, die am längsten geöffnet ist. Verlass dich nicht darauf, dass ätherisches Öl sie haltbarer macht; es altert selbst. Viele Duftstoffe oxidieren an der Luft. Die Oxidationsprodukte von Limonene, Linalool und Linalylacetat lösen häufig allergische Reaktionen aus, die unveränderten Stoffe selten (SCCS 2012). Nimm deshalb frische ätherische Öle, verschließ alle Flaschen wieder und misch kleine Mengen. Lager die Mischung kühl und dunkel. Mehr dazu: Haltbarkeit von Kosmetik und PAO-Symbol.

Wer besser ohne Duft mischt

Das BfR rät, ätherische Öle bei Menschen mit allergischer Veranlagung, bei Schwangeren und Stillenden, bei Kindern und Säuglingen möglichst wenig und mit Vorsicht einzusetzen (BfR 2026).

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Misch ohne ätherisches Öl, oder besprich die Auswahl vorher mit Hebamme, Arztpraxis oder Apotheke.
  • Kinder: Säuglinge und Kleinkinder reagieren nach dem BfR viel empfindlicher als Erwachsene; Kampfer und Menthol sind für sie generell nicht geeignet. Für Kinder mischst du ohne ätherisches Öl.
  • Duftstoffallergie oder Unsicherheit: ohne Duft. Hintergrund: Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene.

Wann ärztlichen Rat holen?

Wird die Haut nach dem Öl rot, brennt sie oder bilden sich Quaddeln, wasch das Öl ab und verwende es nicht weiter. Hält die Reaktion an, breitet sie sich aus oder kommt sie wieder, lass sie ärztlich abklären. Hat ein Kind ätherisches Öl verschluckt, ruf ein Giftinformationszentrum an; bei Atemnot, Krämpfen oder Benommenheit sofort den Rettungsdienst (BfR 2026). Gelangt Öl ins Auge, spül es gründlich mit Wasser aus.

Häufige Fragen

Wie viele Tropfen ätherisches Öl kommen auf 100 ml Massageöl?
Höchstens etwa 20, wenn ein Tropfen 0,05 ml hat; das ist rund 1 Prozent. Mit 10 Tropfen liegst du bei 0,5 Prozent. Für gepresstes Bergamotteöl, Nelkenöl und Zimtrindenöl gilt weniger.

Wie viele Tropfen sind 1 ml?
Als Faustregel 20. Die Größe hängt vom Tropfer ab. Genau weißt du es, wenn du mit einer Messpipette auszählst, wie viele Tropfen aus deinem Fläschchen 1 ml ergeben.

Kann ich mehrere ätherische Öle mischen?
Ja. Dann zählt die Summe aller Tropfen, nicht jedes Öl für sich.

Macht ätherisches Öl das Massageöl länger haltbar?
Darauf solltest du dich nicht verlassen. Die Haltbarkeit hängt vom Basisöl und von der Lagerung ab. Riecht die Mischung deutlich anders als am ersten Tag, verwende sie nicht mehr.

Kann ich einem fertigen Körperöl ätherisches Öl zusetzen?
Besser nicht. Ein duftendes Körperöl enthält schon ätherisches Öl, und die Menge kennst du nicht.

Bei forpeople

Ätherische Öle verkaufen wir nicht einzeln. Die Basisöle gibt es bei uns als pure, kaltgepresste Öle; laut Inhaltsstoffliste besteht jedes nur aus dem Öl selbst.

Anders als eine eigene Mischung hat ein Produkt im Handel vorher eine Sicherheitsbewertung durchlaufen (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Artikel 10). Für alle gilt laut Produktseite: Kontakt mit den Augen vermeiden und nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden.

Mehr dazu: Gesichtsöl selber mischen: Verhältnis, Duft, Haltbarkeit · Feste Creme selber machen: Wie viel Wachs auf Öl? · Ölauszug, Extrakt, ätherisches Öl: Was ist der Unterschied?

Aus dem Blog: Pflegeöle für Gesicht & Körper: Welches Öl passt zu welchem Hauttyp?

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2026): Ätherische Öle: Duftende Wirkungen mit Einschränkungen. Fragen und Antworten vom 2. September 2026. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/aetherische-oele-duftende-wirkungen-mit-einschraenkungen/
  2. Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) (2012): Opinion on fragrance allergens in cosmetic products. SCCS/1459/11, angenommen am 26.–27. Juni 2012. https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs_o_102.pdf
  3. International Fragrance Association (IFRA) (2020, 2023): IFRA Standards „Bergamot oil expressed“, „Lemon oil cold pressed“, „Citrus oils and other furocoumarins containing essential oils“ und „Cinnamic aldehyde“ (49. Amendment, 2020) sowie „Eugenol“ (51. Amendment, 2023); Guidance for the use of IFRA Standards vom 30. Juni 2023, Kategorie 5A. https://ifrafragrance.org/standards-library
  4. Pharmazeutische Zeitung (2026): Tropfen oder Milliliter – Fehldosierung vorprogrammiert. PZ online, 16.04.2026. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/tropfen-oder-milliliter-fehldosierung-vorprogrammiert-164496/
  5. Gad HA, Roberts A, Hamzi SH, Gad HA, Touiss I, Altyar AE et al. (2021): Jojoba Oil: An Updated Comprehensive Review on Chemistry, Pharmaceutical Uses, and Toxicity. Polymers (Basel) 13(11): 1711. https://doi.org/10.3390/polym13111711
  6. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, Artikel 10. ABl. L 342 vom 22.12.2009, S. 59. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2009/1223/oj