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Gesichtsöl selber mischen: Verhältnis, Duft, Haltbarkeit

Kurz gesagt

Ein eigenes Gesichtsöl mischst du aus zwei oder drei Pflanzenölen: einem stabilen Basisöl als größtem Anteil, einem reichhaltigeren Öl und, wenn du möchtest, einem kleinen Anteil eines empfindlichen Öls. Wie lange die Mischung hält, bestimmt ihr empfindlichstes Öl. Misch deshalb kleine Mengen, etwa 30 ml, und notier das Datum. Ätherische Öle lässt du am einfachsten weg. Wer Duft möchte, bleibt bei wenigen Tropfen für die ganze Flasche.

Der Baukasten: drei Rollen

Ein Gesichtsöl besteht nur aus Ölen, ohne Wasser und ohne Emulgator. Entscheidend ist, wie die Öle altern: Die Oxidation beginnt an den ungesättigten Fettsäuren, und je mehr Doppelbindungen ein Öl hat, desto geringer ist seine Stabilität gegen Sauerstoff (Gharby & Charrouf 2022). Daraus ergeben sich drei Rollen.

Welche Fettsäuren in welchem Öl stecken, steht unter Argan-, Jojoba-, Mandel- oder Wildrosenöl: Worin unterscheiden sie sich? Das Hautgefühl ist ein Erfahrungswert; welche Mischung zu dir passt, zeigt der Versuch.

Drei Beispielmischungen für 30 ml

Die Verhältnisse sind in Teilen angegeben. Mit einem Messlöffel von 5 ml ist ein Teil ein Löffel; sechs Teile ergeben 30 ml. Die Mischungen sind eine Orientierung, keine Zusage einer Wirkung.

Mischung Verhältnis Für 30 ml Was sie ausmacht
Leicht 4 Teile Jojobaöl, 2 Teile Arganöl 20 ml Jojobaöl, 10 ml Arganöl dünnflüssig; ein guter Anfang
Reichhaltiger 3 Teile Mandelöl, 2 Teile Jojobaöl, 1 Teil Wildrosenkernöl 15 ml Mandelöl, 10 ml Jojobaöl, 5 ml Wildrosenkernöl voller im Gefühl, leicht gelborange; enthält das empfindlichste Öl und wird zuerst aufgebraucht
Wenig Eigengeruch 5 Teile Jojobaöl, 1 Teil Mandelöl 25 ml Jojobaöl, 5 ml Mandelöl der höchste Anteil an stabilem Jojobaöl; für alle, die keinen Duft möchten

Zum Ausprobieren mischst du zuerst in der Handfläche: zwei Tropfen des einen Öls, einen Tropfen des anderen.

So mischst du

  1. Flasche vorbereiten: Nimm eine kleine Flasche aus dunklem Glas. Sie muss sauber und vollständig trocken sein.
  2. Öle prüfen: Riech an jedem Öl. Riecht eines stechend, muffig oder nach alten Nüssen, gehört es nicht in die Mischung; siehe Ranziges Hautöl erkennen: Geruch, Ursachen, Lagerung.
  3. Abmessen und mischen: Gib die Öle mit einem sauberen, trockenen Messlöffel und einem kleinen Trichter in die Flasche, verschließ sie und schwenk sie einige Male. Die Öle lösen sich ineinander und trennen sich nicht wieder.
  4. Beschriften: Schreib die Öle, die Anteile und das Datum auf ein Etikett.
  5. Testen: Probier die Mischung zuerst an einer kleinen Stelle aus: Neue Pflege ausprobieren: Wie teste ich an einer kleinen Stelle?
  6. Anwenden: Verreib zwei bis drei Tropfen zwischen den Handflächen und leg sie auf die noch leicht feuchte Haut.

Wie lange hält die Mischung?

Eine geprüfte Zahl in Monaten gibt es für eine eigene Mischung nicht. Drei Dinge helfen bei der Einschätzung.

  • Das empfindlichste Öl gibt den Takt vor. Eine Mischung mit Wildrosenkernöl brauchst du früher auf als eine aus Jojoba- und Mandelöl. Das ist eine Einordnung nach den Fettsäuren, kein Messwert. In einer Untersuchung waren kaltgepresste Wildrosenkernöle durch eigene Antioxidantien vergleichsweise gut geschützt (Grajzer et al. 2015).
  • Die älteste Flasche zählt. Beim Mischen beginnt die Zeit nicht neu; maßgeblich ist das Öl, das am längsten geöffnet ist. Was die Angaben auf der Flasche bedeuten, steht unter Haltbarkeit von Kosmetik und PAO-Symbol.
  • Die Nase entscheidet. Riecht die Mischung deutlich anders als am ersten Tag, verwende sie nicht mehr.

Lager die Flasche verschlossen, kühl und dunkel. Je leerer sie wird, desto mehr Luft steht über dem Öl; auch deshalb sind kleine Mengen sinnvoll.

Duft: am einfachsten weglassen

Ein Gesichtsöl braucht keinen Duft. Ätherische Öle sind Gemische aus vielen Duftstoffen, und einige davon können Kontaktallergien auslösen. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU schätzt, dass 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung in Europa eine Kontaktallergie gegen Duftstoffe haben (SCCS 2012). Das gilt auch für natürliche Duftstoffe: Lavendelöl führt der Ausschuss unter den Naturstoffen mit belegten Kontaktallergien beim Menschen.

Wer trotzdem Duft möchte, dosiert sehr niedrig. Eine Orientierung gibt, was in fertiger Kosmetik üblich ist: Außerhalb von Parfüm, Deodorant und Rasierwasser enthalten kosmetische Mittel nach dem SCCS 0,1 bis 1 Prozent Duftmischung (SCCS 2012). Das beschreibt übliche Mengen in Produkten, deren Sicherheit einzeln bewertet wird, und ist kein Grenzwert für die eigene Mischung.

Für 30 ml wären das 0,03 bis 0,3 ml. Ein Tropfen hat je nach Öl und Tropfer ungefähr 0,02 bis 0,05 ml; das ist ein Erfahrungswert. Mit ein bis drei Tropfen auf die ganze Flasche liegst du bei höchstens etwa 0,5 Prozent. Rezepte, die gleich viele Tropfen ätherisches Öl wie Pflanzenöl nennen, liegen bei rund 50 Prozent und damit um ein Vielfaches darüber. Davon raten wir ab.

Ätherische Öle verkaufen wir nicht einzeln. Wenn du auf Duftstoffe reagierst oder es nicht weißt, misch ohne. Hintergrund: Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene.

Zum Vergleich: eine fertige Mischung

Die Inhaltsstoffliste unseres Faceoil - Lavendel nennt fünf Pflanzenöle: Argan-, Wildrosen-, Jojoba-, Borretsch- und Hanföl. Danach folgen ätherisches Lavendelöl und dessen Bestandteile Linalool und Limonene. In der EU steht die Liste in abnehmender Reihenfolge des Gewichts; was weniger als 1 Prozent ausmacht, darf am Ende in beliebiger Reihenfolge stehen. Das Lavendelöl steht hinter allen fünf Pflanzenölen. Anders als eine eigene Mischung hat ein Produkt im Handel vorher eine Sicherheitsbewertung durchlaufen (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Artikel 10 und 19).

Wann ärztlichen Rat holen?

Ein selbst gemischtes Öl ist Pflege, keine Behandlung. Wird die Haut nach dem Auftragen rot, brennt sie oder bilden sich Quaddeln, wasch das Öl ab und verwende es nicht weiter. Hält die Reaktion an oder kommt sie wieder, lass sie ärztlich abklären. Wenn du auf Mandeln oder andere Nüsse allergisch reagierst, frag vor der Anwendung von Mandel- oder Arganöl ärztlich nach. Bei einer bekannten Duftstoffallergie mischst du ohne ätherische Öle. Trag Öle nicht auf verletzte oder gereizte Haut auf und nicht in die Augen.

Häufige Fragen

Welches Verhältnis eignet sich für den Anfang?
Jojobaöl und Argan- oder Mandelöl im Verhältnis 2 zu 1. Die Mischung ist dünnflüssig und enthält kein besonders empfindliches Öl.

Wie viele Tropfen ätherisches Öl kommen auf 30 ml?
Am einfachsten keine. Wenn du Duft möchtest, nimm ein bis drei Tropfen für die ganze Flasche, nicht für jede Anwendung.

Wie lange hält selbst gemischtes Gesichtsöl?
Das hängt vom empfindlichsten Öl, vom Alter der Ausgangsflaschen und von der Lagerung ab. Misch kleine Mengen und notier das Datum.

Kann ich Aloe-Vera-Serum oder Wasser mit in die Flasche geben?
Nein. Wasser und Öl trennen sich wieder, und eine wasserhaltige Mischung ohne geprüfte Konservierung kann verderben. Misch beides erst in der Handfläche. Mehr dazu: Wie lange hält selbstgemachte Creme?

Darf ich mein selbst gemischtes Öl verschenken oder verkaufen?
Für dich selbst mischst du frei. Die EU-Kosmetikverordnung greift, sobald ein kosmetisches Mittel im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird, gegen Geld oder unentgeltlich. Dann braucht es unter anderem eine verantwortliche Person und eine Sicherheitsbewertung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Artikel 2, 4 und 10). Gibst du ein Fläschchen weiter, schreib alle Öle und das Datum dazu.

Bei forpeople

Die Grundstoffe gibt es bei uns als pure, kaltgepresste Öle aus kontrolliert biologischem Anbau. Laut Inhaltsstoffliste besteht jedes nur aus dem Öl selbst.

Für alle gilt laut Produktseite: Kontakt mit den Augen vermeiden und nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden. Wenn du eine Hautreaktion bemerkst, beende die Anwendung.

Mehr dazu: Feste Creme selber machen: Wie viel Wachs auf Öl? · Massageöl selber mischen: Wie viel ätherisches Öl auf 100 ml? · Zitrusöle in Kosmetik und Sonne: Was heißt phototoxisch?

Aus dem Blog: Pflegeöle für Gesicht & Körper: Welches Öl passt zu welchem Hauttyp?

Quellen

  1. Gharby S, Charrouf Z (2022): Argan Oil: Chemical Composition, Extraction Process, and Quality Control. Frontiers in Nutrition 8: 804587. https://doi.org/10.3389/fnut.2021.804587
  2. Gad HA, Roberts A, Hamzi SH, Gad HA, Touiss I, Altyar AE et al. (2021): Jojoba Oil: An Updated Comprehensive Review on Chemistry, Pharmaceutical Uses, and Toxicity. Polymers (Basel) 13(11): 1711. https://doi.org/10.3390/polym13111711
  3. Grajzer M, Prescha A, Korzonek K, Wojakowska A, Dziadas M, Kulma A et al. (2015): Characteristics of rose hip (Rosa canina L.) cold-pressed oil and its oxidative stability studied by the differential scanning calorimetry method. Food Chemistry 188: 459–466. https://doi.org/10.1016/j.foodchem.2015.05.034
  4. Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) (2012): Opinion on fragrance allergens in cosmetic products. SCCS/1459/11, angenommen am 26.–27. Juni 2012. https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs_o_102.pdf
  5. Europäisches Parlament und Rat (2009): Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Artikel 2, 4, 10 und 19. ABl. L 342: 59. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2009/1223/oj