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Körper eincremen: morgens oder abends?

Kurz gesagt

Eine nachweislich bessere Tageszeit zum Eincremen des Körpers gibt es nicht: Eine Studie, die Eincremen am Morgen direkt mit Eincremen am Abend vergleicht, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Wichtiger als die Uhrzeit ist, dass du regelmäßig eincremst, am einfachsten nach dem Duschen. Für den Abend spricht, dass die Haut nach Messungen abends eher mehr Wasser abgibt als morgens und ein reichhaltiger Film in Ruhe liegen bleibt. Für den Morgen spricht, dass viele dann duschen und die Haut tagsüber Kleidung und trockener Luft ausgesetzt ist.

Was Messungen zur Tageszeit zeigen

Die Haut gibt ständig etwas Wasser an die Luft ab. Fachleute nennen das transepidermalen Wasserverlust; wie ein Film ihn bremst, erklärt die Seite Okklusion und TEWL: Wie ein Wachsfilm die Haut schützt. Er ist nicht zu jeder Stunde gleich. Drei Arbeiten dazu haben wir gelesen:

Arbeit Wer und wo gemessen wurde Ergebnis
Yosipovitch et al. 1998 16 gesunde Erwachsene, 23 bis 53 Jahre; alle zwei Stunden über 24 Stunden; Stirn, Unterarm, oberer Rücken, Schienbein Wasserverlust, pH-Wert und Hauttemperatur schwankten an Stirn, Unterarm und Schienbein im Tagesrhythmus, der Wassergehalt der Hornschicht nicht. Schluss der Gruppe: Die Haut ist abends und nachts durchlässiger als morgens.
Le Fur et al. 2001 8 gesunde Frauen; 48 Stunden unter gleichbleibenden Raumbedingungen; Gesicht und Innenseite des Unterarms Tagesrhythmus des Wasserverlusts an beiden Stellen, dazu kürzere Schwankungen im Abstand von 8 und 12 Stunden.
Matsui et al. 2016 (Übersicht) fasst Messungen am Menschen zusammen Die meisten Gruppen fanden am späten Nachmittag und am Abend einen höheren Wasserverlust als am Morgen. Die Ergebnisse weichen aber voneinander ab, je nach Messzeiten, Körperstelle und Raumklima.

Was sich daraus ablesen lässt: Bei gesunden Erwachsenen gibt die Haut an den gemessenen Stellen abends eher mehr Wasser ab als morgens. Das ist ein Argument dafür, abends einen Film aufzulegen.

Wo die Grenzen liegen: Die Gruppen waren klein. Einen statistisch gesicherten Tagesrhythmus nennt die Arbeit von 1998 für Stirn, Unterarm und Schienbein, nicht für den oberen Rücken. Bauch und Oberschenkel kommen in den beiden Messreihen nicht vor. Keine der drei Arbeiten hat eine Creme oder ein Öl geprüft. Dass die Haut nachts Pflege besser aufnimmt oder eine Creme abends mehr bewirkt, belegen diese Messungen also nicht. Die Übersicht von 2016 stammt von Beschäftigten eines Kosmetikunternehmens.

Morgens oder abends: Was jeweils dafür spricht

Frage Morgens Abends
Was spricht dafür? Viele duschen morgens, die Haut ist dann noch leicht feucht. Danach folgen Kleidung, Heizungsluft und Wind. Die Haut gibt abends eher mehr Wasser ab. Du hast Zeit zum Einmassieren, und der Film liegt ruhig.
Welche Form passt? ein dünner Film, der schnell verteilt ist: einige Tropfen Öl etwas Reichhaltigeres: Körperbutter auf trockene Stellen, Öl für die Flächen
Worauf achten? wenig nehmen und kurz warten, bevor du dich anziehst vor dem Hinlegen einziehen lassen; Duft im Bett ist Geschmackssache

Die Faustregel „morgens Öl, abends Butter“ von der Seite Körperöl oder Körperbutter – was passt wann? ist eine praktische Einteilung nach Zeit und Hautgefühl. Ein Messergebnis ist sie nicht.

Wichtiger als die Uhrzeit: nach dem Waschen und regelmäßig

Besser belegt als die Tageszeit ist, dass Eincremen überhaupt etwas bewirkt. In einer Studie mit 60 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren hatte eingecremte Haut zu jedem Messzeitpunkt mehr Wasser in der Hornschicht und einen geringeren Wasserverlust als nicht eingecremte. Ob die Creme sofort nach dem Waschen oder 30 Minuten später auf die Haut kam, machte keinen Unterschied (Nguyen et al. 2022). Mehr dazu: Wie schnell nach dem Duschen eincremen? Die 3-Minuten-Regel.

Für Öl und Butter kommt ein praktischer Punkt dazu. Beide enthalten kein Wasser. Nach einer Übersichtsarbeit gehören filmbildende Öle auf feuchte Haut, etwa nach dem Abtupfen im Anschluss an ein Bad (Sethi et al. 2016). Daraus ergibt sich die einfachste Regel: Creme dich ein, wenn du geduscht hast. Wer morgens duscht, cremt morgens. Wer abends duscht, cremt abends.

Ist die Haut schon trocken, kannst du zuerst etwas Wässriges auftragen, zum Beispiel ein Aloe-Serum, und Öl oder Butter darüberlegen. Wie das geht, steht unter Aloe-Vera-Serum mit Öl oder fester Creme kombinieren.

Abends eincremen: Wie lange vor dem Schlafen?

Eine belegte Wartezeit gibt es nicht. Angaben wie „30 Minuten vor dem Schlafengehen“ haben wir in keiner Studie gefunden. Bekannt ist nur der Mechanismus: Was auf der Haut liegt, wird durch Berührung wieder abgetragen. Eine Arbeitsgruppe aus Tübingen, die den Kontakt von Kleidung mit Haut im Versuch nachgestellt hat, weist darauf hin, dass bis zu 90 % einer aufgetragenen Zubereitung durch Kontakt mit der Umgebung wieder von der Haut verschwinden können (Herrmann et al. 2017). Nachts sind diese Umgebung der Schlafanzug und die Bettwäsche.

Die folgenden Punkte stammen aus der Praxis, nicht aus Messungen:

  • Wenig nehmen. Einige Tropfen Öl je Körperpartie genügen, die Butter trägst du dünn auf.
  • Erst eincremen, dann der Rest des Abends. Creme dich ein, bevor du die Zähne putzt. Leg dich hin, wenn die Haut nicht mehr glänzt.
  • Etwas überziehen. Ein Schlafanzug aus Baumwolle nimmt Reste auf, bevor sie ins Laken gehen.

Was Öl in Laken und Handtüchern hinterlässt und wie du sie wäschst, steht auf der Schwesterseite Macht Körperöl Flecken? Kleidung, Bettwäsche, Handtücher.

Zweimal am Tag eincremen?

Für Pflegecremes allgemein nennt eine Übersichtsarbeit je nach Trockenheit der Haut ein- bis dreimal täglich, besonders nach dem Baden (Sethi et al. 2016). Eine feste Zahl für gesunde Körperhaut folgt daraus nicht. Als Orientierung aus der Praxis:

  • Im Alltag: einmal am Tag, nach dem Duschen.
  • In der Heizperiode oder an sehr trockenen Stellen: morgens Öl für die Flächen, abends Butter nur auf Schienbeine, Ellenbogen und Knie.
  • Nach Gefühl: Spannt die Haut oder fühlt sie sich rau an, cremst du nach, gleich zu welcher Uhrzeit. Warum ein Film nicht den ganzen Tag bleibt, erklärt Wie lange bleibt ein Pflegefilm auf der Haut?

Wann ärztlichen Rat holen?

Die Tageszeit des Eincremens ist eine Pflegefrage. Bleibt die Haut trotz regelmäßiger Pflege über Wochen sehr trocken, schuppig oder gerötet, juckt sie stark, vor allem nachts, oder nässt sie, lass sie ärztlich ansehen. Hast du für eine Hauterkrankung einen ärztlichen Plan, wann welches Präparat auf die Haut kommt, gilt dieser Plan; diese Seite ersetzt ihn nicht. Auf verletzte oder gereizte Haut trägst du keine Pflegeprodukte auf.

Häufige Fragen

Ist es besser, den Körper morgens oder abends einzucremen?
Einen gemessenen Unterschied gibt es nicht. Creme dich dann ein, wenn du geduscht hast und ein paar Minuten Zeit ist. Regelmäßigkeit zählt mehr als die Uhrzeit.

Nimmt die Haut nachts Pflege besser auf?
Das ist nicht belegt. Gemessen wurde, dass die Haut abends eher mehr Wasser abgibt als morgens. Ob eine Creme deshalb abends mehr bewirkt, hat nach unserer Recherche niemand geprüft.

Wie lange vor dem Schlafen sollte ich mich eincremen?
Eine belegte Zeit gibt es nicht. Praktisch ist: wenig nehmen, einmassieren und erst ins Bett gehen, wenn die Haut nicht mehr glänzt.

Stört der Duft eines Körperöls beim Einschlafen?
Das ist Geschmackssache. Das Körperöl Lemongrass enthält ätherisches Lemongrassöl und duftet deutlich. Das Mandelöl hat keinen Duftzusatz, die feste Körperbutter riecht leicht nach Bienenwachs.

Ich dusche abends nach dem Sport. Creme ich dann gleich danach?
Nach dem Sport schwitzt die Haut oft noch nach. Was das für den Zeitpunkt heißt, steht unter Eincremen nach dem Sport: gleich nach dem Duschen oder warten?

Bei forpeople

Eine Bodylotion führen wir nicht. Öl und Körperbutter sind wasserfrei, das Serum ist wässrig.

  • Körperöl - Lemongrass, 100 ml, 16,90 €: Sesam-, Distel-, Sanddornkern- und Sonnenblumenöl, Kurkuma-Extrakt und ätherisches Lemongrassöl. Flüssig und schnell verteilt, deshalb naheliegend für den Morgen.
  • Feste Körperbutter – Bienenwachs & Aloe Vera, 40 g, 9,90 €: laut Inhaltsstoffliste Kakaobutter, Olivenöl, Bienenwachs, Sonnenblumenöl, Sheabutter und Aloe-vera-Blattextrakt, ohne zugesetzte ätherische Öle. Sie hinterlässt einen spürbareren Film und passt deshalb für den Abend und für einzelne trockene Stellen.
  • Mandelöl – kaltgepresst, 100 ml, 14,90 €: laut Inhaltsstoffliste nur Mandelöl, ohne Duftzusatz. Eine Möglichkeit, wenn dich Duft im Bett stört.
  • Aloe Vera Serum 99,6% - Pumpflasche, 300 ml, 27,90 €: Aloe-Saft, Zitronensäure, Kaliumsorbat und Natriumbenzoat; wasserhaltig und konserviert. Gedacht als wässrige Schicht unter Öl oder Butter, wenn die Haut schon trocken ist.

Für alle vier gilt laut Produktseite: Kontakt mit den Augen vermeiden und nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden. Wenn du eine Hautreaktion bemerkst, beende die Anwendung.

Mehr dazu: Körperöl oder Bodylotion: Was ist der Unterschied? · Handmaske über Nacht: Was sie bringt und wie sie geht · Fußcreme über Nacht mit Socken: Was bringt das?

Aus dem Blog: Weniger im Bad: eine Pflegeroutine mit drei Produkten

Quellen

  1. Yosipovitch G, Xiong GL, Haus E, Sackett-Lundeen L, Ashkenazi I, Maibach HI (1998): Time-dependent variations of the skin barrier function in humans: transepidermal water loss, stratum corneum hydration, skin surface pH, and skin temperature. Journal of Investigative Dermatology 110(1): 20–23. https://doi.org/10.1046/j.1523-1747.1998.00069.x
  2. Le Fur I, Reinberg A, Lopez S, Morizot F, Mechkouri M, Tschachler E (2001): Analysis of circadian and ultradian rhythms of skin surface properties of face and forearm of healthy women. Journal of Investigative Dermatology 117(3): 718–724. https://doi.org/10.1046/j.0022-202x.2001.01433.x
  3. Matsui MS, Pelle E, Dong K, Pernodet N (2016): Biological Rhythms in the Skin. International Journal of Molecular Sciences 17(6): 801. https://doi.org/10.3390/ijms17060801
  4. Nguyen KH, Pham LD, Nguyen TTT, Chu H, Nguyen TD, Ngo DK et al. (2022): Moisturizing effectiveness of immediate compared with delayed moisturization. Journal of Cosmetic Dermatology 21(10): 5134–5140. https://doi.org/10.1111/jocd.15003
  5. Sethi A, Kaur T, Malhotra SK, Gambhir ML (2016): Moisturizers: The Slippery Road. Indian Journal of Dermatology 61(3): 279–287. https://doi.org/10.4103/0019-5154.182427
  6. Herrmann S, Daniels R, Lunter D (2017): Methods for the determination of the substantivity of topical formulations. Pharmaceutical Development and Technology 22(4): 487–491. https://doi.org/10.3109/10837450.2015.1135346