Wissen 15 Min. Lesezeit forpeople skincare

Duftstoff-Allergene: die Liste der kennzeichnungspflichtigen Stoffe

Kurz gesagt

Kennzeichnungspflichtig sind alle Duftstoffe, für die Anhang III der EU-Kosmetikverordnung eine Einzelangabe in der Inhaltsstoffliste verlangt; seit der Verordnung (EU) 2023/1545 sind das 81 Einträge statt bisher 24. Ein solcher Stoff muss genannt werden, sobald sein Anteil 0,001 % in Produkten übersteigt, die auf der Haut bleiben, oder 0,01 % in Produkten, die abgespült werden. Neu dazugekommen sind Einzelstoffe wie Linalylacetat, Kampfer oder Pinen und ganze ätherische Öle wie Lavendel-, Zitronen- oder Lemongrasöl. Produkte mit der alten Kennzeichnung durften bis zum 31. Juli 2026 in Verkehr gebracht werden und dürfen bis zum 31. Juli 2028 noch im Handel abgegeben werden.

Wer weiß, dass die eigene Haut auf einen bestimmten Duftstoff reagiert, sucht beim Einkaufen genau diesen Namen auf der Verpackung. Seit dem Sommer 2026 werden die Inhaltsstofflisten dabei länger: Hinter „Parfum“ oder einem ätherischen Öl stehen jetzt öfter Namen wie Linalyl Acetate, Pinene oder Lemongrass Oil. Diese Seite sammelt alle Einträge an einer Stelle, jeweils mit dem Namen, der auf der Verpackung steht, dem deutschen Namen und der typischen Herkunft. Warum ätherische Öle solche Stoffe enthalten und wie sie an der Luft oxidieren, erklärt die Seite Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene; die übrigen Namen einer Inhaltsstoffliste übersetzt INCI-Namen auf Deutsch: unsere Inhaltsstoffe übersetzt.

Was „kennzeichnungspflichtig“ genau bedeutet

Riech- und Aromastoffe dürfen in der Inhaltsstoffliste zusammengefasst als „Parfum“ oder „Aroma“ erscheinen. Für die Stoffe, die Anhang III in der Spalte „Sonstige“ entsprechend kennzeichnet, gilt eine Ausnahme: Sie müssen zusätzlich einzeln genannt werden (Artikel 19 Absatz 1 Buchstabe g der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, konsolidierte Fassung). Die Schwelle liegt bei mehr als 0,001 % in Mitteln, die auf der Haut oder im Haar bleiben, etwa Cremes, Öle oder Lippenpflege, und bei mehr als 0,01 % in Mitteln, die ausgespült oder abgespült werden, etwa Seife oder Shampoo. Wie die Liste insgesamt aufgebaut ist, erklärt INCI-Liste lesen: So verstehst du Inhaltsstoffe.

Die Angabe ist eine Information für Menschen, die bereits wissen, dass sie auf einen dieser Stoffe reagieren: Sie sollen Produkte mit diesem Stoff meiden können (BVL). Ein Name in der Liste sagt nichts darüber, wie viel genau enthalten ist, nur dass die Schwelle überschritten ist. Für die Angabe zählt der Stoff, nicht seine Herkunft. Linalool aus Lavendelöl wird genauso genannt wie zugesetztes Linalool, und der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) hat festgehalten, dass Höchstwerte für diese Stoffe auch dann gelten, wenn sie in einem Naturextrakt stecken (SCCS 2012).

Neu ist außerdem, dass die Verordnung für 17 Einträge einen gemeinsamen Namen festlegt, unter dem die Stoffe in der Liste stehen (Verordnung (EU) 2023/1545); die Zahl 17 nennt auch eine Auswertung dieser Sammelnamen (Vandamme et al. 2024). So stehen die Öle dreier Zitronengras-Arten als „Lemongrass Oil“ in der Liste, Lavendel- und Lavandinöle als „Lavandula Oil/Extract“, Geranial und Neral als „Citral“. In den Tabellen unten steht deshalb zuerst die Angabe, die auf der Verpackung erscheint, und dahinter, welche Stoffe sie erfasst. Für einige Stoffe legt Anhang III zusätzlich Höchstmengen oder Grenzwerte für Peroxide fest, etwa für Citral, Benzylsalicylat, Isoeugenol, Limonen und Pinen. Darum geht es auf dieser Seite nicht.

Fristen: was seit August 2026 gilt

Die Verordnung (EU) 2023/1545 der Kommission stammt vom 26. Juli 2023 und trat am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft, also im August 2023. Für die Umstellung gelten Übergangsfristen, die in den Fußnoten der Einträge stehen. Für die ganz neuen Einträge lautet der Text: Kosmetische Mittel, die die Einschränkungen nicht einhalten, „dürfen bis zum 31. Juli 2026 in der Union in Verkehr gebracht werden und bis zum 31. Juli 2028 auf dem Unionsmarkt bereitgestellt werden“ (Verordnung (EU) 2023/1545). Für die Einträge, die schon vorher in Anhang III standen, gilt dasselbe, sofern die Produkte die am 15. August 2023 geltenden Einschränkungen einhalten.

Was das praktisch heißt, ergibt sich aus zwei Begriffen der Kosmetikverordnung. „Inverkehrbringen“ ist die erstmalige Bereitstellung eines Produkts auf dem Markt, „Bereitstellung auf dem Markt“ jede Abgabe im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit (Artikel 2, Verordnung (EG) Nr. 1223/2009). Ein Produkt, das ab dem 1. August 2026 erstmals auf den Markt kommt, muss also die neue Liste berücksichtigen. Ware, die bis Ende Juli 2026 schon auf dem Markt war, darf mit der alten Kennzeichnung noch bis zum 31. Juli 2028 abgegeben werden. Bis dahin stehen alte und neue Verpackungen nebeneinander im Regal. Fehlt ein Name auf einer älteren Packung, heißt das nicht, dass der Stoff nicht enthalten ist.

Zu den Zahlen: Früher war oft von 26 Duftstoffen die Rede. Zwei davon sind in kosmetischen Mitteln inzwischen verboten, nämlich HICC und 2-(4-tert-Butylbenzyl)propionaldehyd, in Inhaltsstofflisten früher Butylphenyl Methylpropional (Anhang II Nr. 1380 und 1666, konsolidierte Fassung). Deshalb nennt die Verordnung (EU) 2023/1545 für den Stand vor ihrer Änderung 24 Stoffe (Erwägungsgrund 5). Zusätzlich hatte der SCCS 56 weitere Duftstoffe ermittelt, die beim Menschen eindeutig Allergien ausgelöst haben (Erwägungsgrund 6 der Verordnung (EU) 2023/1545). 24 und 56 ergeben die oft genannte Zahl 80. In Anhang III selbst sind es 81 Einträge mit Kennzeichnungspflicht, und mehrere davon fassen verwandte Stoffe oder Öle zusammen. Die drei Tabellen unten zeigen alle 81, geprüft gegen die konsolidierte Fassung vom 18. Mai 2026 und gegen den Text der Verordnung (EU) 2023/1545.

Die 24 bisherigen Einträge

Diese Stoffe mussten schon vor 2023 einzeln genannt werden. Die Nummer ist die laufende Nummer in Anhang III. Die Herkunft stammt aus der Stellungnahme des SCCS (SCCS 2012); ein Strich heißt, dass diese Quelle kein natürliches Vorkommen nennt. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Stoff nur synthetisch hergestellt wird.

Nr. Angabe in der Inhaltsstoffliste Deutsch Typische Herkunft
45 Benzyl Alcohol Benzylalkohol u. a. in Perubalsam und Narzissenextrakt; heute meist synthetisch hergestellt
67 Amyl cinnamal Amylzimtaldehyd –
69 Cinnamyl alcohol Zimtalkohol in kleinen Mengen in Perubalsam und Narzissenextrakt
70 Citral (erfasst Geranial und Neral) Citral Hauptbestandteil von Lemongras- und Litsea-cubeba-Öl; wenig in Zitronen- und Bergamotteöl
71 Eugenol Eugenol Hauptbestandteil von Nelkenöl; auch in Zimtrinden-, Lorbeer- und Bayöl
72 Hydroxycitronellal Hydroxycitronellal synthetischer Riechstoff, nur vereinzelt in ätherischen Ölen nachgewiesen
73 Isoeugenol Isoeugenol in kleinen Mengen in Nelken- und Ylang-Ylang-Öl, Perubalsam
74 Amylcinnamyl alcohol Amylzimtalkohol –
75 Benzyl Salicylate Benzylsalicylat –
76 Cinnamal Zimtaldehyd Hauptbestandteil von Cassia- und Ceylon-Zimtrindenöl
77 Coumarin Cumarin Waldmeister, Steinklee; auch Lavendel- und Liebstöckelöl
78 Geraniol Geraniol Palmarosa-, Geranien-, Citronella- und Rosenöl; auch Lavendel- und Jasminöl
80 Anise alcohol Anisalkohol –
81 Benzyl cinnamate Benzylcinnamat (Zimtsäurebenzylester) Perubalsam
82 Farnesol Farnesol u. a. Lemongras-, Citronella-, Sandelholz- und Orangenblütenöl
84 Linalool Linalool Hauptbestandteil von Korianderöl; auch in Lavendel-, Lavandin-, Neroli- und Bergamotteöl
85 Benzyl benzoate Benzylbenzoat Perubalsam, Ylang-Ylang-Öl; heute meist synthetisch hergestellt
86 Citronellol Citronellol Rosen- und Geranienöl (Hauptbestandteil), Citronellaöl
87 Hexyl cinnamal Hexylzimtaldehyd –
88 Limonene Limonen Zitrusschalenöle (Orange, Zitrone, Bitterorange); auch Grüne-Minze- und Eukalyptusöl
89 Methyl 2-Octynoate Methylheptincarbonat –
90 alpha-Isomethyl ionone alpha-Isomethylionon –
91 Evernia prunastri extract Eichenmoosextrakt Flechte Eichenmoos
92 Evernia furfuracea extract Baummoosextrakt Flechte Baummoos, wächst auf der Rinde von Kiefern und Tannen

Die 57 neuen Einträge

Zwölf dieser Einträge standen schon vorher in Anhang III, allerdings nur mit Höchstmengen oder Grenzwerten für Peroxide; neu ist bei ihnen die Pflicht zur Einzelangabe. Die übrigen 45 hat die Verordnung (EU) 2023/1545 als Nummern 327 bis 371 angefügt. Für die Herkunft gilt dasselbe wie oben.

Einzelstoffe

Auffällig sind die Ester wie Linalylacetat, Geranylacetat und Eugenylacetat. Der SCCS hatte empfohlen, Stoffe, die sich in bekannte Allergene umwandeln können, wie diese zu behandeln, zum Beispiel Linalool und seine Ester (SCCS 2012).

Nr. Angabe in der Inhaltsstoffliste Deutsch Typische Herkunft
46 6-Methyl Coumarin 6-Methylcumarin –
131 Alpha-Terpinene alpha-Terpinen –
133 Terpinolene Terpinolen –
157 Rose Ketones (erfasst Alpha-Damascone, Damascenone, delta- und beta-Damascone) Damascone, Rosenketone –
175 3-Propylidenephthalide 3-Propylidenphthalid –
324 Methyl Salicylate Methylsalicylat –
327 Acetyl Cedrene Acetylcedren –
328 Amyl Salicylate Amylsalicylat –
329 Anethole Anethol Hauptbestandteil von Sternanis-, Anis- und Fenchelöl
330 Benzaldehyde Benzaldehyd –
331 Camphor Kampfer Rosmarin-, Lavandin-, Speiklavendel- und Salbeiöl
332 Beta-Caryophyllene beta-Caryophyllen Nelken- und Lorbeeröl; auch Ylang-Ylang-Öl
333 Carvone Carvon Hauptbestandteil von Grüne-Minze-Öl; Kümmel- und Dillöl
334 Dimethyl Phenethyl Acetate Dimethylbenzylcarbinylacetat –
335 Hexadecanolactone – –
336 Hexamethylindanopyran – –
337 Linalyl Acetate Linalylacetat Hauptbestandteil von Lavendel- und Muskatellersalbeiöl; auch in Bergamotte-, Lavandin- und Neroliöl
338 Menthol Menthol Hauptbestandteil von Pfefferminzöl
339 Trimethylcyclopentenyl Methylisopentenol – –
340 Salicylaldehyde Salicylaldehyd Rinde von Weiden und Espen
341 Santalol Santalol (alpha- und beta-Santalol) Hauptbestandteil von Sandelholzöl
342 Sclareol Sclareol –
343 Terpineol Terpineol (alpha-, beta-, gamma-Terpineol) Narzissenextrakt, Bitterorangenschalen- und Speiklavendelöl
344 Tetramethyl acetyloctahydronaphthalenes – –
345 Trimethylbenzenepropanol – –
346 Vanillin Vanillin Vanilleschoten, Perubalsam, Styrax, Nelkenöl; heute meist synthetisch hergestellt
368 Eugenyl Acetate Eugenylacetat Nelkenöl, besonders aus den Knospen
369 Geranyl Acetate Geranylacetat Ylang-Ylang-, Neroli-, Lemongras- und Palmarosaöl
370 Isoeugenyl Acetate Isoeugenylacetat –
371 Pinene Pinen (alpha- und beta-Pinen) Hauptbestandteil von Terpentinöl und dem Nadelöl der Kiefer Pinus pumila; auch in Rosmarin-, Eukalyptus- und Zitronenöl

Ätherische Öle, Balsame und Extrakte

Steht in der Spalte „Angabe in der Inhaltsstoffliste“ ein Sammelname, schreibt die Verordnung genau diesen Namen vor. Bei den übrigen Einträgen erscheint der jeweilige INCI-Name.

Nr. Angabe in der Inhaltsstoffliste Erfasste Bezeichnungen Deutsch und Herkunft
109 Pinus Mugo Pinus Mugo Leaf Oil, Pinus Mugo Twig Leaf Extract, Pinus Mugo Twig Oil Latschenkiefernöl und -extrakt: Nadeln und Zweige der Latschenkiefer
114 Pinus Pumila Pinus Pumila Needle Extract, Pinus Pumila Twig Leaf Extract, Pinus Pumila Twig Leaf Oil Kiefernnadelöl und -extrakt der ostasiatischen Kiefer Pinus pumila: Nadeln und Zweige
122 Cedrus Atlantica Oil/Extract Cedrus Atlantica Bark Extract, Bark Oil, Bark Water, Leaf Extract, Wood Extract, Wood Oil Atlaszedernöl und -extrakt: Rinde, Holz und Nadeln der Atlaszeder
124 Turpentine Turpentine Terpentin, Balsamterpentin, Terpentinöl: Harz und Holz von Kiefern (Pinus-Arten)
154 Myroxylon Pereirae Oil/Extract Myroxylon Balsamum Pereirae Balsam Extract, Balsam Oil; Myroxylon Pereirae Oil, Resin, Resin Extract Perubalsam und Perubalsamöl: Balsam des Perubalsambaums
196 Lippia citriodora absolute Lippia citriodora absolute Zitronenverbene, Absolue; das ätherische Öl der Verbene ist verboten (Anhang II Nr. 450)
347 Cananga Odorata Oil/Extract Cananga Odorata Flower Extract, Cananga Odorata Flower Oil Ylang-Ylang-Öl und -Extrakt: Blüten des Ylang-Ylang-Baums
348 Cinnamomum Cassia Leaf Oil Cinnamomum Cassia Leaf Oil Cassia-Blätteröl: Blätter der Zimtkassie
349 Cinnamomum Zeylanicum Bark Oil Cinnamomum Zeylanicum Bark Oil Zimtrindenöl: Rinde des Ceylon-Zimtbaums
350 Citrus Aurantium Flower Oil Citrus Aurantium Amara Flower Oil, Citrus Aurantium Dulcis Flower Oil Orangenblütenöl (Neroli): Blüten von Bitterorange und Orange
351 Citrus Aurantium Peel Oil Citrus Aurantium Amara Peel Oil, Citrus Aurantium Dulcis Peel Oil, Citrus Sinensis Peel Oil Orangenschalenöl: Fruchtschale von Bitterorange und Orange
352 Citrus Aurantium Bergamia Peel Oil Citrus Aurantium Bergamia Peel Oil Bergamotteöl: Fruchtschale der Bergamotte
353 Citrus Limon Peel Oil Citrus Limon Peel Oil Zitronenöl: Fruchtschale der Zitrone
354 Lemongrass Oil Cymbopogon Citratus Leaf Oil, Cymbopogon Flexuosus Oil, Cymbopogon Schoenanthus Oil Lemongrasöl (Zitronengrasöl): Blätter und Kraut von drei Zitronengras-Arten
355 Eucalyptus Globulus Oil Eucalyptus Globulus Leaf Oil, Eucalyptus Globulus Leaf/Twig Oil Eukalyptusöl: Blätter und Zweige des Blauen Eukalyptus
356 Eugenia Caryophyllus Oil Eugenia Caryophyllus Leaf Oil, Flower Oil, Stem Oil, Bud Oil Nelkenöl: Blätter, Blüten, Knospen und Stiele des Gewürznelkenbaums
357 Jasmine Oil/Extract Jasminum Grandiflorum Flower Extract, Jasminum Officinale Oil, Jasminum Officinale Flower Extract Jasminöl und -extrakt: Blüten von zwei Jasmin-Arten
358 Juniperus Virginiana Oil Juniperus Virginiana Oil, Juniperus Virginiana Wood Oil Öle des Virginischen Wacholders, darunter Virginia-Zedernholzöl aus Holz und Zweigen
359 Laurus Nobilis Leaf Oil Laurus Nobilis Leaf Oil Lorbeerblätteröl: Blätter des Lorbeerbaums; Lorbeersamenöl ist verboten (Anhang II Nr. 359)
360 Lavandula Oil/Extract Lavandula Angustifolia, Lavandula Hybrida und Lavandula Intermedia, jeweils Öl und Extrakt Lavendel- und Lavandinöl und -extrakt: blühende Triebe von Lavendel und Lavandin
361 Mentha Piperita Oil Mentha Piperita Oil Pfefferminzöl: aus der Pfefferminze
362 Mentha Viridis Leaf Oil Mentha Viridis Leaf Oil Grüne-Minze-Öl: Blätter der Grünen Minze
363 Narcissus Extract Narcissus Poeticus Extract, Narcissus Pseudonarcissus Flower Extract, Narcissus Jonquilla Extract, Narcissus Tazetta Extract Narzissenextrakt: vier Narzissen-Arten
364 Pelargonium Graveolens Oil / Flower Oil / Leaf Oil Pelargonium Graveolens Oil, Pelargonium Graveolens Flower Oil, Pelargonium Graveolens Leaf Oil Geranienöl: Blüten und Blätter der Duftpelargonie
365 Pogostemon Cablin Oil / Leaf Oil Pogostemon Cablin Oil, Pogostemon Cablin Leaf Oil Patchouliöl: fermentierte Blätter der Patchoulipflanze
366 Rose Flower Oil/Extract Blütenöle und -extrakte von Rosa Damascena, Alba, Canina, Centifolia, Gallica, Moschata und Rugosa Rosenöl und Rosenextrakt: Blüten von sieben Rosen-Arten
367 Santalum Album Oil Santalum Album Oil Sandelholzöl: Kernholz des Weißen Sandelholzbaums

Wichtig beim Lesen: Eintrag 366 erfasst nur das Blütenöl der Hundsrose (Rosa Canina Flower Oil). Fettes Wildrosenöl aus den Früchten, in der Inhaltsstoffliste Rosa Canina Fruit Oil, steht nicht auf der Liste. Ebenso gilt Eintrag 355 nur für Eucalyptus globulus und Eintrag 349 nur für das Öl aus der Zimtrinde.

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn Linalool oder Limonene in der Inhaltsstoffliste stehen?
Der Stoff ist über der Schwelle von 0,001 % (bleibt auf der Haut) oder 0,01 % (wird abgespült) enthalten. Die Angabe richtet sich an Menschen, die wissen, dass sie auf diesen Stoff reagieren. Über die genaue Menge sagt sie nichts.

Gilt die Liste der 26 Duftstoffe noch?
Nein. Zwei der 26 sind inzwischen in Kosmetik verboten, die übrigen 24 stehen weiter in Anhang III. Seit der Verordnung (EU) 2023/1545 kommen 57 Einträge hinzu, zusammen 81.

Ab wann müssen die neuen Namen auf der Verpackung stehen?
Für Produkte, die ab dem 1. August 2026 erstmals auf den Markt kommen. Ware, die bis zum 31. Juli 2026 in Verkehr gebracht wurde, darf mit alter Kennzeichnung noch bis zum 31. Juli 2028 verkauft werden.

Steht Wildrosenöl auf der Liste?
Nur das Blütenöl der Hundsrose (Rosa Canina Flower Oil) als Teil von „Rose Flower Oil/Extract“. Das fette Öl aus den Früchten, etwa unser Wildrosenkernöl – kaltgepresst mit der Angabe Rosa Canina Fruit Oil, gehört nicht dazu. Wie sich die Pflanzenöle unterscheiden, zeigt Argan-, Jojoba-, Mandel- oder Wildrosenöl: Worin unterscheiden sie sich?.

Ist ein Produkt ohne diese Namen frei von Duftstoffen?
Nicht unbedingt. Ein Stoff kann unter der Schwelle liegen, und „Parfum“ kann auch Riechstoffe enthalten, die nicht auf der Liste stehen. Bis Ende Juli 2028 kann eine Packung außerdem noch nach den alten Regeln beschriftet sein. Wer Duftstoffe ganz meiden möchte, achtet darauf, dass weder Parfum noch ätherische Öle in der Liste stehen.

Woher weiß ich, auf welchen Duftstoff ich reagiere?
Das klärt eine Hautärztin oder ein Hautarzt, meist mit einem Epikutantest; wie er abläuft, beschreibt Kolophonium-Allergie, Propolis, Bienenwachs: Symptome und Hinweise. Ärztlichen Rat solltest du holen, wenn die Haut nach einem Produkt wiederholt rot wird, brennt oder Bläschen bildet. Was du nach einer Reaktion tun kannst und wem du sie meldest, steht auf Kosmetik nicht vertragen: was tun, wem melden, zurückgeben?.

Warum nennt die Verordnung bei Limonen und Pinen Peroxidwerte?
Diese Stoffe verändern sich an der Luft, dabei entstehen Peroxide. Anhang III begrenzt deshalb den Peroxidgehalt, bei Limonen auf weniger als 20 mmol/L und bei Pinen sowie den Kiefern- und Terpentinölen auf weniger als 10 mmol/L; der Wert gilt für den Rohstoff, nicht für das fertige Produkt. Gut verschlossen, kühl und dunkel lagern hilft auch zu Hause, mehr dazu auf Haltbarkeit von Kosmetik: Sanduhr-Symbol und PAO nach dem Öffnen.

Gilt die Pflicht auch für Seife?
Ja. Für Seife, Duschgel und Shampoo gilt die höhere Schwelle von 0,01 %, weil sie abgespült werden.

Bei forpeople

Wer Duftstoffe aus diesen Tabellen meiden möchte, findet bei uns Produkte ohne ätherische Öle, in deren Inhaltsstoffliste keiner dieser Namen steht:

Bienenwachs steht nicht auf der Duftstoff-Liste, kann aber selbst Reaktionen auslösen. Neue Pflege testest du am besten zuerst an einer kleinen Stelle, so wie in Neue Pflege ausprobieren: Wie teste ich an einer kleinen Stelle? beschrieben, und setzt sie bei einer Hautreaktion ab.

Mehr dazu: Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene · INCI-Namen auf Deutsch · Ohne Duft und ätherische Öle · Kosmetik nicht vertragen: was tun?

Quellen

  1. Europäische Kommission (2023): Verordnung (EU) 2023/1545 der Kommission vom 26. Juli 2023 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Kennzeichnung allergieauslösender Duftstoffe in kosmetischen Mitteln. Amtsblatt der Europäischen Union L 188 vom 27.7.2023, S. 1. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32023R1545
  2. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, konsolidierte Fassung vom 18.5.2026 (Artikel 2, Artikel 19, Anhang II und III). https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02009R1223-20260518
  3. Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) (2012): Opinion on fragrance allergens in cosmetic products. SCCS/1459/11, angenommen am 26.–27. Juni 2012. https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs_o_102.pdf
  4. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Kennzeichnung von Duftstoffen. Liste der kennzeichnungspflichtigen Duftstoffe (unverbindlicher Auszug aus Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009), abgerufen am 28.10.2026. https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/03_Verbraucherprodukte/03_AntragstellerUnternehmen/02_Kosmetik/05_Kennzeichnung/02_Duftstoffe/bgs_fuerAntragsteller_Duftstoffe_node.html
  5. Vandamme C, Guillaume M, Pirnay S (2024): Allergens grouping names on packaging: Are the substances similar enough to ensure safety? The worst case scenarios question this. International Journal of Cosmetic Science 46(6): 895–904. https://doi.org/10.1111/ics.12979