Eukalyptusöl wird aus den Blättern und Zweigen von Eukalyptusbäumen destilliert und besteht zum größten Teil aus 1,8-Cineol, auch Eukalyptol genannt. In Kosmetik sorgt es für einen klaren, frischen Duft; eine pflegende Wirkung auf die Haut ist nicht belegt. Es gehört nur verdünnt auf die Haut und nie in die Nähe von Gesicht und Nase von Säuglingen und Kleinkindern.
Was Eukalyptusöl ist und woraus es besteht
Eukalyptusbäume stammen aus Australien. Allein dort gibt es rund 500 Arten, und ihre Öle unterscheiden sich deutlich: Manche enthalten 80 bis 85 Prozent 1,8-Cineol, andere weniger Cineol und dafür mehr α-Pinen (SCCS 2012). Das Europäische Arzneibuch beschreibt Eukalyptusöl als ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation und anschließende Rektifikation aus frischen Blättern oder Zweigspitzen cineolreicher Arten gewonnen wird, vor allem aus Eucalyptus globulus (EMA 2024a). Bei der Rektifikation wird das Öl ein zweites Mal destilliert; dabei steigt der Cineol-Anteil.
Die Tabelle zeigt, was das Arzneibuch verlangt, und zum Vergleich zwei frisch destillierte Proben aus Portugal:
| Öl | 1,8-Cineol | α-Pinen | Weitere Bestandteile |
|---|---|---|---|
| Eukalyptusöl nach Arzneibuch (rektifiziert) | mindestens 70 % | 0,05–10 % | Limonen 0,05–15 %, β-Pinen 0,05–1,5 %, Kampfer bis 0,1 % |
| Eucalyptus globulus, Probe aus Portugal | 64 % | 20 % | keine weiteren über 10 % |
| Eucalyptus radiata, Probe aus Portugal | 48 % | unter 10 % | p-Cymol 13 % |
Quellen: Arzneibuch-Werte nach EMA 2024a; Proben nach Miguel et al. 2018, die nur Bestandteile ab 10 Prozent angeben. In der INCI erkennst du die Art am Namen, etwa Eucalyptus Globulus Leaf Oil oder Eucalyptus Radiata Flower/Leaf/Stem Oil.
Was zur Wirkung auf der Haut belegt ist und was nicht
Duft: Eukalyptusöl riecht klar, frisch und leicht kampferartig. Dieser Geruch geht vor allem auf Cineol zurück. In Cremes und Seifen ist das seine Hauptaufgabe.
Frischegefühl: Viele empfinden den Duft als kühl. Dafür gibt es eine Spur aus dem Labor: In Zellversuchen aktiviert Cineol den Kälterezeptor TRPM8, der auch auf Menthol und niedrige Temperaturen anspricht. Es braucht dafür aber sehr viel höhere Mengen: Menthol wirkte im selben Versuch schon in einer fast 2.000-mal geringeren Konzentration (Behrendt et al. 2004). Ob die kleine Menge Eukalyptusöl in einer Creme auf der Haut ein spürbares Kühlgefühl auslöst, ist nicht untersucht.
Pflege und Hautbarriere: Eine Studie, die zeigt, dass Eukalyptusöl die Haut pflegt oder die Hautbarriere stärkt, haben wir nicht gefunden. Eine Suche in der Studiendatenbank PubMed nach Studien am Menschen zu Eukalyptusöl und Hautbarriere, Hautfeuchte oder Wasserverlust der Haut ergab keinen Treffer (Stand Oktober 2026). Die Pflege kommt in einer Creme von Ölen, Butter und Wachs. Was die Hautbarriere ausmacht, erklärt die Seite Die Hautbarriere einfach erklärt.
Als Arzneimittel wird Eukalyptusöl für andere Zwecke eingesetzt; darum geht es hier nicht.
Eukalyptusöl sicher verwenden
- Säuglinge und Kleinkinder: Sie reagieren nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) viel empfindlicher auf ätherische Öle als Erwachsene. Schon kleinste Mengen, die ihnen in Mund oder Nase geraten, können lebensbedrohliche Krämpfe des Kehlkopfs bis zum Atemstillstand auslösen; Eukalyptusöl zählt das BfR zu den besonders problematischen Ölen. Produkte mit ätherischen Ölen sollen bei ihnen nicht im Gesicht angewendet werden (BfR 2026). Die EMA schließt Arzneimittel mit Eukalyptusöl für Kinder unter 2 Jahren aus, weil Zubereitungen mit 1,8-Cineol einen solchen Kehlkopfkrampf auslösen können (EMA 2024b). Unsere Fußcreme ist laut Produktseite nicht für Kinder unter 7 Jahren geeignet, weil sie Eukalyptol und Kampfer enthält.
- Nur verdünnt: Ätherische Öle gehören nur stark verdünnt auf die Haut (BfR 2026). Die Kommission für kosmetische Mittel beim BfR empfiehlt für Produkte, die auf der Haut bleiben, nicht mehr als 1 Prozent Eukalyptusöl (BfR 2026).
- Augen und verletzte Haut meiden: Eukalyptusöl gehört nicht auf verletzte oder gereizte Haut. Gerät es nach dem Auftragen über ungewaschene Hände an die Augen, kann es sie reizen (EMA 2024b). Wasch dir nach dem Eincremen die Hände.
- Duftstoff-Allergene beachten: Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) zählt Eukalyptusblattöl zu den natürlichen Stoffen, die beim Menschen nachweislich Kontaktallergien auslösen (SCCS 2012). Selten ist das allerdings: In einer Auswertung von Hauttests aus den Jahren 1993 bis 2013 reagierten 2 von 596 getesteten Patientinnen und Patienten auf Eukalyptusöl, das sind 0,34 Prozent (Higgins et al. 2015, zitiert nach EMA 2024a). Mehr dazu im Ratgeber Ätherische Öle und Duftstoff-Allergene.
- Erst testen: Vor der ersten Anwendung empfiehlt das BfR eine Probe an einer kleinen Hautstelle (BfR 2026). Wie das geht, erklärt die Seite Neue Pflege an einer kleinen Stelle testen.
Eukalyptus bei forpeople
Ätherische Öle verkaufen wir nicht einzeln. Laut Inhaltsliste steckt Eukalyptusöl in zwei Produkten, jeweils von einer anderen Art:
- Feste Fußcreme – Rosmarin & Salbei, 40 g, 9,90 €: mit Öl von Eucalyptus radiata, zusammen mit Rosmarin- und Muskatellersalbeiöl. Die Creme ist wasserfrei und für die Füße gedacht, zum Beispiel vor und nach dem Wandern. Den Refiller ohne Dose gibt es mit 40 g für 7,90 €.
- Feste Seife – Eukalyptus & Salbei, 75 g, 8,90 €: mit Öl von Eucalyptus globulus und Öl aus Echtem Salbei, zum Abspülen.
Wenn du auf Duftstoffe verzichten möchtest: Welche Produkte ohne ätherische Öle auskommen, zeigt die Seite Ohne Duft und ätherische Öle. Mehr zum Rohstoff steht auf der Seite Eukalyptus in Kosmetik: Duft und Verwendung.
Häufige Fragen
Wofür ist Eukalyptusöl gut?
In Kosmetik vor allem für den Duft. Er ist klar und frisch und wird oft als kühl empfunden. Eine pflegende Wirkung auf die Haut ist nicht belegt.
Stärkt Eukalyptusöl die Hautbarriere?
Dafür haben wir keinen Beleg gefunden. Gepflegt wird die Haut in einer Creme von Ölen, Butter und Wachs, nicht vom Duftöl.
Ist Eukalyptol dasselbe wie Eukalyptusöl?
Nein. Eukalyptol ist ein anderer Name für 1,8-Cineol, den Hauptbestandteil von Eukalyptusöl. Das Öl enthält daneben weitere Stoffe wie α-Pinen und Limonen.
Was ist der Unterschied zwischen Eucalyptus globulus und Eucalyptus radiata?
Es sind zwei Baumarten. Beide liefern Öle, in denen 1,8-Cineol überwiegt; wie viel davon und welche Begleitstoffe enthalten sind, hängt von Art, Herkunft und Verarbeitung ab.
Warum gehört Eukalyptusöl nicht ins Gesicht von Säuglingen?
Weil schon kleine Mengen in Mund oder Nase bei ihnen einen gefährlichen Krampf des Kehlkopfs auslösen können. Produkte mit Eukalyptusöl bewahrst du außer Reichweite von Kindern auf.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2026): Ätherische Öle: Duftende Wirkungen mit Einschränkungen. Fragen und Antworten vom 2. September 2026. bfr.bund.de
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (2024a): Assessment report on Eucalyptus globulus Labill.; Eucalyptus polybractea R.T. Baker; Eucalyptus smithii R.T. Baker, aetheroleum. Final – Revision 1. EMA/HMPC/320282/2023, 20. November 2024. ema.europa.eu
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (2024b): European Union herbal monograph on Eucalyptus globulus Labill.; Eucalyptus polybractea R.T. Baker; Eucalyptus smithii R.T. Baker, aetheroleum. Final – Revision 1. EMA/HMPC/320292/2023, 20. November 2024. ema.europa.eu
- Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) (2012): Opinion on fragrance allergens in cosmetic products. SCCS/1459/11, angenommen am 26.–27. Juni 2012. ec.europa.eu
- Behrendt HJ, Germann T, Gillen C, Hatt H, Jostock R (2004): Characterization of the mouse cold-menthol receptor TRPM8 and vanilloid receptor type-1 VR1 using a fluorometric imaging plate reader (FLIPR) assay. British Journal of Pharmacology 141(4): 737–745. doi:10.1038/sj.bjp.0705652
- Miguel MG, Gago C, Antunes MD, Lagoas S, Faleiro ML, Megías C, Cortés-Giraldo I, Vioque J, Figueiredo AC (2018): Antibacterial, Antioxidant, and Antiproliferative Activities of Corymbia citriodora and the Essential Oils of Eight Eucalyptus Species. Medicines (Basel) 5(3): 61. doi:10.3390/medicines5030061



















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